Fussball

Positive Lern- und Leistungskurve

Rapperswil-Jonas Bilanz nach der ersten Saison­hälfte fällt erfreulich aus. Der Aufsteiger konnte sich in der Challenge League bestens behaupten. Trainer Urs Meier ist mit den Fortschritten in allen Bereichen zufrieden. Noch Potenzial haben die Rosenstädter sicher in der Chancenauswertung.

Führt die Mannschaft als Captain und Goalgetter an: Mittelstürmer Mychell Da Silva Chagas erkämpft sich mit dem FCRJ in der Challenge League seinen Platz.

Führt die Mannschaft als Captain und Goalgetter an: Mittelstürmer Mychell Da Silva Chagas erkämpft sich mit dem FCRJ in der Challenge League seinen Platz. Bild: Moritz Hager

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Mit 23 Punkten und deren zwölf Vorsprung auf den Abstiegsplatz überwintert der FC Rapperswil-Jona als Tabellenfünfter in der Challenge League. Schlusslicht Wil hat gar eine Partie mehr ausgetragen. Anders als von Experten prognostiziert fand der Aufsteiger in der zweithöchsten Spielklasse den Tritt. Trainer Urs Meier hat besonders gefreut, wie die Mannschaft auf das im Startspiel in Schaffhausen erlittene 0:6 reagierte. «Kritiker sahen­ uns schon in der Versenkung, doch wir zeigten, welches Potenzial in unserem Team steckt», sagt der 56-Jährige.

Nachdem Meier im Juni Coach Stefan Flühmann abgelöst hatte, wurden die Trainingseinheiten länger und härter. «Das war für die Spieler eine Umstellung», gibt FCRJ-Sportchef Arben Gojani zu bedenken. Doch der zusätzliche Aufwand zahlte sich aus. Gojani hebt die positive Lern- und Leistungskurve aller Akteure hervor. «Wir spielten eine konstante ­Vorrunde, hatten nie eine Krise, konnten immer reagieren», fügt er an. Mehrfach habe die Mannschaft ihren guten Charakter gezeigt.

Drittbeste Defensive der Liga

«Nach anfänglichen Problemen kön­nen wir den hohen Rhythmus in der Challenge League mitgehen», lobt Flühmann, der das Fanionteam seit Sommer als Sportdirektor mitbetreut. «Wie sich jeder Einzelne entwickelt hat, ist gewaltig», ergänzt er. Erfreuliche Fortschritte sieht auch Meier, und zwar «in allen Berei­chen: fussballerisch, mental sowie bezüglich Wille und Charakter.» An den Details müsse ­jedoch weiter gefeilt werden. «Defen­siv, beim Umschalten und in der Effizienz», will er den Hebel ansetzen und die Mannschaft taktisch­ weiterbringen. «Sodass wir je nach Gegner oder Spielentwicklung variieren können.»

Der FCRJ stellt in der Challenge League die drittbeste Verteidigung. 22-mal musste Goalie Diego Yanz, der alle 17 Partien bestritt, hinter sich greifen. Die Torausbeute ist mit 22 Treffern ebenfalls ansehnlich. Im Oktober gewann die Offensive durch die Verpflichtung von Routinier Stéphane ­Nater (7 Spiele, je 1 Tor und ­Assist) sowie die Ausleihe von ­GC-Youngster Valon Fazliu (5 Ein­sätze, 2 Tore und 1 Vorlage) weiter an Qualität. Fast die Hälfte aller Tore schoss Topskorer Mychell Da Silva Chagas (siehe Box unten links), während Stürmer Egzon Shabani deren vier beisteuerte.

Im Grünfeld eine Macht

Auffällig ist die Heimstärke der Rosenstädter. 15 Punkte holten sie im Grünfeld. Das Torverhältnis von 16:7 auf eigenem Terrain ist imposant. «Der FCRJ ist seit eh und je heimstark», sagt Flühmann dazu. Trainer Meier ist nicht unglücklich, «wenn wir daheim erfolgreich sind und unseren Fans etwas bieten». Doch die Mannschaft müsse im neuen Jahr versuchen, sich auswärts zu steigern. «Das Wichtigste bleibt aber, dass wir die budgetierten Punkte holen», betont Meier.

Sportchef Gojani verweist dar­auf, dass die wichtigen Begeg­nungen in der ersten Saisonhälfte gewon­nen oder zumindest nicht verloren wurden. Er spricht besonders die Schlüsselspiele gegen Winterthur (3:1 daheim, 1:0 auswärts) und Wohlen (3:2-Heimsieg nach zweimaligem Rückstand, 2:1 auswärts) an. Aus Sicht von ­Sportdirektor Flühmann wurde die sportliche Vorgabe nur zweimal nicht erfüllt: beim Auftaktspiel in Schaffhausen und am vorletzten Samstag in Wil. Beim Tabellenletzten konnte der FCRJ ab der 10. Minute in Überzahl agieren, daraus aber keinen Profit schlagen, und verlor wegen eines Penaltytores 0:1.

Zweimal einen Sieg verpasst

«Fast jedes Spiel konnten wir offen­ gestalten und daheim sogar mit Leader Xamax zu 100 Prozent mithalten (2:2; Red.)», streicht Flühmann heraus. Mit einer besse­ren Chancenauswertung könnte Rapperswil-Jona sogar den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Konto haben. ­Einige Topmöglichkeiten wurden – beispielsweise daheim gegen Wil oder in Aarau (jeweils 0:0) – ausgelassen. Die Statistik der Challenge League führt im Vergleich mit Wohlen die mangelnde Effizienz zutage: Die Aargauer erzielten bei total 68 aufs Tor abgegebenen Schüssen gleich viele Treffer wie der FCRJ bei deren 79.

«Verbessert kann immer etwas werden», sagt Flühmann allgemein. Er macht kein Geheimnis daraus, am Anfang nicht sicher gewesen zu sein, ob die neue Rolle als Sportdirektor ihm gefallen wird. Doch die Zweifel verflogen schnell, denn die Zusammenarbeit funktioniere bestens. «Auch wenn ich mit Urs Meier und Assistent Daniel Hasler nicht immer einer Meinung bin und es mal laut werden kann», verrät der 46-Jährige. Doch letztlich treffe Meier seine eigenen, autonomen Entscheidungen.

Nur kurze Trainingsauszeit

Der Trainer hinterfragt sich selber­ immer wieder kritisch. «Das gehört zum Metier», meint Meier. Nur wolle er nicht öffentlich kundtun, wann und wo ihm Fehler unterlaufen seien. «Wich­tig ist, dass man dar­aus lernt und sich stetig weiterentwickelt.» Welche Fortschritte der FCRJ unter ihm gemacht hat, zeigte der Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel. «Wir haben ein Tor geschossen, was nicht einmal Gegnern in der Champions League gelang», gibt Meier zu bedenken. Und seine Mannschaft habe eine eindrückliche Leistung gezeigt.

Um auch in der zweiten ­Saisonhälfte überzeugend auf­treten zu können, trainieren die FCRJ-Spieler diese Woche noch. «So legen wir schon die Basis für die Rückrunde», ist Meier überzeugt. Nach einer dreiwöchigen Pause rüsten sich die Rosenstädter ab 8. Januar für ihre Mission Ligaerhalt.

Erstellt: 13.12.2017, 09:54 Uhr

Schwizer-Transfer soll für Signalwirkung sorgen

FCRJ als Sprungbrett in die Super League

Allen voran Sportdirektor Stefan Flühmann ist mächtig stolz, dass mit Dominik Schwizer erstmals ein FCRJ-Eigengewächs direkt zu einem Klub in die Super League wechseln kann. Am 21. November durfte der Mittelfeldspieler einen Vertrag bis 2021 mit Option bis 2022 beim FC Thun unterschreiben. Der 21-Jährige, welcher bei 13 Einsätzen in der Challenge League zwei Tore erzielte und zwei vorbereitete, bleibt den Rosenstädtern bis Saisonende erhalten­, ehe er im Sommer ins Berner Oberland wechselt.

Flühmann hatte Schwizer in der Saison 2015/16 ins Kader der 1. Mannschaft geholt und stets gefördert. «Er hat sich den Schritt in die Super League hart erarbeitet und beweist, dass der Sprung zum Profi auch beim FCRJ möglich ist», betont der Ex-Coach. «Schwizer ist ein Musterbeispiel, wie es laufen kann», ergänzt Sportchef Arben Gojani. «Er war Ball­junge, als ich selber noch spielte.» Sein Wechsel sei eine Anerkennung für die gute Ausbildungsarbeit des Vereins und habe Signalwirkung. (ddu)

FCRJ-Trainer Urs Meier weiss, dass seine Equipe trotz der starken Vorrunde noch Luft nach oben hat. (Bild: Archiv Moritz Hager)

Der Topskorer erhielt bereits Angebote

Spieler im Fokus anderer Klubs

«Wer erfolgreich ist, weckt Begehrlichkeiten», sagt Urs Meier. Der FCRJ-Trainer rechnet damit, dass ihm für die Rückrunde noch alle 27 Spieler des aktuellen Kaders der 1. Mannschaft zur Verfügung stehen. «Vielleicht leihen wir einen Jungen aus, der wenig gespielt hat», nennt er eine Möglichkeit. Laut Sportchef Arben Gojani zeichnen sich derzeit keine Transfers ab. «Allenfalls wird uns der eine oder andere Spieler abgeworben, doch wir sind für alle Eventualitäten gewappnet», stellt er klar.

Besonders Topskorer Mychell Da Silva Chagas hat sich seit dem Aufstieg mit seinen 9 Toren – drei davon per Penalty – und 6 Assists (ohne Cup) in den Vordergrund gespielt. «Das eine oder andere Angebot wurde mir unterbreitet», verrät der Brasilianer. Damit der 28-Jährige den FCRJ verlassen würde, müsste es aber eines aus der höchsten Liga sein. «Sonst bleibe ich hier», betont der Mittelstürmer. Einen Wechsel innerhalb der Challenge League, in der Da Silva Chagas drittbester Skorer ist, schliesst er eher aus. (ddu)

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