Rapperswil-Jona

«Niederlagen bringen einen weiter»

Seit Anfang Jahr trainiert Edy Morger mit dem Schmerkner Christof Helbling (54) Rapperswil-Jonas NLB-Frauenteam, das um den Ligaerhalt kämpft.

Edy Morger verfolgt das Spiel der FCRJ-Frauen, um dann von aussen Impulse zu geben – am Sonntag ist sein Team besonders gefordert.

Edy Morger verfolgt das Spiel der FCRJ-Frauen, um dann von aussen Impulse zu geben – am Sonntag ist sein Team besonders gefordert. Bild: Sabine Rock

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Was können Sie besser alsIhre Spielerinnen?
Edy Morger: Ich habe sicher mehr Erfahrung. Diese versuche ich einzubringen und weiterzugeben.

Was können Ihre Spielerinnen besser als Sie?
Sie haben noch mehr Luft nach oben und können sich noch weiterentwickeln. Christof Helbling und ich können ihnen dabei sicher helfen.

Ihr grösster Erfolg?
Im Juniorenbereich durfte ich, bis hinauf in die Coca-Cola-League, verschiedene Aufstiege feiern. Ich bin ein Ausbildner.

Und im Leben?
Meine Familie. Mit meiner Frau konnte ich problemlos zwei gesunde Kinder (Tochter und Sohn; Red.), die inzwischen erwachsen sind, aufziehen. Dass alles so reibungslos klappt, ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Darauf bin ich stolz.

Wann werden Sie nervös?
Wenn mir jemand nicht zuhört. Das ist respektlos. Schawinski-Typen, die einen nicht ausreden lassen, bringen mich innerlich zum Brodeln. Auch im Fussball ist es mühsam, wenn die Aufmerksamkeit fehlt.

Was macht Sie sprachlos?
Ein wunderschönes Goal. Wenn eine im Training einstudierte Direktabnahme im Tor landet, hängt mein Kiefer bei den Knien unten. Das ist dann die Bestätigung dafür, dass wir gut gearbeitet haben.

Ihr Lieblingsdialekt?
Da habe ich keinen, weil jeder seinen Reiz hat. Sogar die Halskrankheit der Basler. (lacht)

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Oft bin ich so spät dran, dass ich mich beeilen muss. Fünf Minuten müssen darum meistens reichen.

Was kochen Sie am liebsten?
Eine schön braun gebrannte Berner Rösti mit Speck und einem Spiegelei, wobei das Ei ein Huhn vom eigenen Hof gelegt hat.

Welches Getränk empfehlen Sie dazu?
Ein Panaché, Wasser oder je nach Lust einen hausgemachten Fruchtsaft.

Wen laden Sie dazu ein?
Das kann spontan sein. Letztes Wochenende hatten wir einen belgischen Athleten bei uns zu Gast, der am Ironman 70.3 teilnahm. Er kam ins Ziel, wir haben ihn also bestens bewirtet. (lacht)

Ihr erster Berufswunsch?
Als Bub wollte ich Koch werden. Bis ich realisiert habe, was die für Arbeitszeiten haben. Das wäre mit Fussball nicht vereinbar.

Was machen Sie beruflich?
Ich bin dipl. Druckkaufmann bei der Erni Druck und Media AG in Kaltbrunn. Seit 27 Jahren bin ich in verschiedenen Funktionen für die Firma tätig. Ursprünglich habe ich Heizungszeichner gelernt.

«Könnte mich auch in anderen Sportarten als Trainer vorstellen.»Edy Morger

Bleibt noch Zeit für Hobbys?
Ja, zum Glück. Nebst meiner Tätigkeit als Trainer engagiere ich mich für den Theaterverein Commedia Adebar, der alle zwei Jahre ein grosses Projekt realisiert. Da bin ich aufgrund meines Berufes für die Werbung zuständig. Und wenn es die Zeit zulässt, spiele ich jeweils mit.

Ihr Lieblingssong?
Da gibt es verschiedene. «Love Hurts» von Nazareth oder «Rosalie» von Bligg gefallen mir sehr. Musikalisch bin ich ein Nostalgiker und fahre auf Oldies ab. Das ist eben noch richtige Musik.

Ihr Lieblingsfilm?
Da habe ich keinen expliziten. Wenn ich TV schaue, dann meist Bundesliga oder Tennis.

Ihr Lieblingsbuch?
Auch das gibt es nicht. Zurzeit lese ich «Teamlife – Über Niederlagen zum Erfolg» von Ralph Krueger. Darin geht es nicht nur um seinen sportlichen Werdegang. Das Buch zeigt auch, wie es ist: Niederlagen bringen einen weiter.

Ihr Lebensmotto?
Leben heisst erleben. In meiner Freizeit muss ich immer etwas erleben. Nach Feierabend auf das Sofa zu sitzen, ist gar nicht mein Ding.

Welches Thema beschäftigt Sie aktuell am meisten?
Natürlich der Ligaerhalt mit den FCRJ-Frauen.

Welchen sportlichen Gross-anlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Das war die Fussball-WM 1974 in Deutschland. Die Deutschen gewannen den Final gegen Holland 2:1, das ist mir noch präsent.

Wie sind Sie zum Fussball gekommen?
Weil es mir zu langweilig wurde, im Turnverein immer nur geradeaus zu rennen. Ich bin eine Spielernatur. Wir hatten zwar daheim auf dem Bauernhof immer viel Arbeit, doch meine Mutter war mir wohlgesinnt. 1974 durfte ich zu den D-Junioren des FC Eschenbach. Mein Bruder und ich wechselten uns dann beim Mithelfen im Stall ab. Er hatte am einen und ich am anderen Abend Training, das passte perfekt.

Warum sind Sie Trainer geworden?
Weil ich als Spieler in der 2. Liga nicht mehr weiterkam. Trainer zu sein, hat mich schon immer fasziniert. Bei meinem erstenEngagement als Juniorentrainer beim FC Schmerikon lief es super. Das hat mich motiviert, meinen Weg weiterzugehen.

Haben Sie den Entscheid jemals bereut?
Nein, zu keinem Zeitpunkt. Ich könnte mich auch in anderen Sportarten als Trainer vorstellen. Es ist toll, ein Spiel von aussen mitprägen zu können. Mir bedeutet es viel, den Jungen meine Sozialkompetenz und Erfahrung im Fussball weitergeben zu können.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
All die Aufstiege mit den Junioren, welche ich als Spieler und Trainer erleben durfte. Wobei sie als Coach fast schöner sind. Und es bereitet mir jeweils Freude, ehemalige Junioren, die ich früher einmal trainiert habe, in einer Aktivmannschaft spielen zu sehen.

Und welches wardie grösste Enttäuschung?
Als einmal die Zusammenarbeit mit einem anderen Trainer nicht klappte. Dass jemand mit mir nicht auskommt, das gibt es höchst selten. Doch ich zog meine Lehren daraus und überlege mir nun genau, mit wem ich zusammenspanne. Christof Helbling und ich kennen und verstehen uns schon lange bestens.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit auf der Heimfahrt von einem Auswärtsspiel?
Meistens analysieren wir den Match und nutzen die Zeit im Car für Einzelgespräche mit Spielerinnen. Schön ist, dass oftmals eine vom Team einen Kuchen mitnimmt. (schmunzelt)

Warum gewinnt Ihr Team am Sonntag das wegweisende Heimspiel gegen Zürich U21?
Weil sich Glück und Pech im Verlauf einer Saison aufheben. Wir waren in vielen Spielen nah dran, doch dann fehlte uns das Wettkampfglück. Dieses darf nun auf unsere Seite kippen. Mit drei Trainings pro Woche betreiben unsere Spielerinnen einen riesigen Aufwand. Nun sollen sie mit einem Überraschungssieg dafür belohnt werden.

Erstellt: 10.06.2016, 10:39 Uhr

Worum gehts?

Die FCRJ-Frauen haben in der NLB-Abstiegsrunde den Liga­erhalt nicht mehr in den eigenen Füssen. Vor dem letzten Spiel liegen sie in der Tabelle einen Punkt hinter Chênois, das den rettenden 6. Platz belegt. Am Sonntag (13 Uhr) empfangen die Rosenstädterinnen die U21- Equipe des FC Zürich, der sie in der Qualifikation zweimal (1:3 auswärts und 1:2) unterlagen.

Der Abstieg in die 1. Liga kann nur mit einem Sieg oder Remis abgewendet werden, sofern die Genferinnen daheim gegen Thun nicht gewinnen oder noch besser gar keinen Zähler holen. (ddu)

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