Wädenswil

Nachspielzeit in letzter Runde: Männedorf profitiert, Wädenswil hat den Schaden

Zwei der vier regionalen Zweitligisten steigen in die 3. Liga ab. Mit Ruhm bekleckert hat sich insgesamt kein Team.

FC Horgen gegen FC Wädenswil: Sven Frick (Wädenswil gelb, mit Nummer 21, mit der Nummer 19 links Marco Geiger) im Duell gegen Mirco Codutti.

FC Horgen gegen FC Wädenswil: Sven Frick (Wädenswil gelb, mit Nummer 21, mit der Nummer 19 links Marco Geiger) im Duell gegen Mirco Codutti. Bild: Andre Springer

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Die letzten Würfel sind gefallen. Während Stäfa in der drittletzten Meisterschaftsrunde definitiv wusste, dass es in die 3. Liga absteigen muss, hat sich Horgen in der zweitletzten Runde der Gruppe 1 der 2. Liga regional den Klassenerhalt gesichert. Sogar bis ganz zum Schluss, dem 26. Spieltag, war es bei Männedorf und Wädenswil spannend. Die beiden Mannschaften duellierten sich, allerdings auf verschiedenen Plätzen, buchstäblich bis zur allerletzten Sekunde. Am vergangenen Sonntag bei Beginn sämtlicher 2.-Liga-Partien um 14 Uhr war Männedorf, das zu diesem Zeitpunkt einen Punkt weniger auf dem Konto hatte als Wädenswil, bei Spielbeginn noch in der 3. Liga.

Zwischen 14.04 Uhr und 15.41 Uhr änderte sich dies. «Der schwarze Peter» wechselte zu Wädenswil, das bereits in der vierten Minute bei Wettswil-Bonstetten 0:1 in Rückstand geriet und am Schluss 1:4 verlor. Um 15.41 Uhr traf es dann wieder Männedorf, das in der 86. Minute den Treffer zum 0:1 zu Hause gegen Urdorf hinnehmen musste. Um 15.48 Uhr wendete sich das sportliche Schicksal erneut gegen Wädenswil, weil Männedorf in der Nachspielzeit zum vielumjubelten 1:1 ausgleichen konnte. Bei diesen Spielständen blieb es. Deshalb muss Wädenswil die Relegation in die 3. Liga antreten. Auch, weil das Team von Trainer Rainer Bieli die letzten fünf Saisonpartien allesamt verloren hat.

Wädenswils rasanter Umbau

Die Linksufrigen haben in der jüngsten Vergangenheit einiges einstecken müssen. Vor einem Jahr zog das Trainerteam Dimitris Demiros und Adriano Sodano nach Thalwil. Zu den beiden gesellten sich noch mehrere Leistungsträger. Der neue Trainer Rainer Bieli musste nun vermehrt mit jungen Spielern arbeiten. Dies tat der ehemalige GC-Profi gut. Nur sechs Punkte weniger, 28 statt 34, holten die Wädenswiler in dieser Saison. Aus diesem Grund sprach die Wädenswiler Klubführung einen Tag nach dem Abstieg dem Coach auch für die kommende Saison ihr Vertrauen aus.

Es bleibt die Frage, ob alle aktuellen Wädenswiler Leistungsträger gewillt sind, in der 3. Liga zu spielen. Im Amateurfussball kann bis Ende September gewechselt werden. Der Meisterschaftsstart der neuen Saison in der 2. und in der 3. Liga erfolgt am Wochenende des 17./18. August.

Stäfas sehr junge Equipe

Voraussehbar war auch der Abstieg in die 3. Liga bei Stäfa. Beim ehemaligen Erstligisten ist schon vor Jahren die Vernunft eingekehrt und die Spieler erhalten keine Entschädigungen mehr. Aber zu Beginn dieser Saison war die Situation doch extrem. Im Kader standen mehrere Junioren. Diese Youngsters wie Marc Eichenberger (20 Jahre alt), Nils Grolp (17), Elia Schmitt (18), James Wyndham (17) und Finn Knecht (17) spielten aber zum Teil so gut, dass sie regelmässig im Fanionteam zum Einsatz kamen und/oder bald einmal in der Starformation standen. Weil Ausnahmestürmer Jens Saethre über längere Zeit verletzt ausfiel oder angeschlagen mitspielte, litt die Qualität des Stäfner Kaders spürbar.

Am 8. Mai wurde Trainer Luigi Caracciolo durch Stäfas langjährigen Erstligacaptain und späteren, bei mehreren Klubs erfolgreichen Trainer Urs Fritschi ersetzt. Der Inhaber der UEFA-A-Trainerlizenz freut sich gar ein wenig auf die kommende Drittligasaison. «Natürlich würden wir lieber wieder in der 2. Liga antreten. Aber die vielen Seederbys, die auf uns zukommen, haben ihren Reiz.» Jens Saethre hat zugesagt, trotz Abstieg in Stäfa zu bleiben. James Wyndham und Finn Knecht sind noch fraglich.

Ausgleichende Gerechtigkeit in Männedorf

Eine wundersame Rettung, quasi in letzter Sekunde, hat Männedorf auf Kosten von Wädenswil erlebt. Die Mannschaft von Trainer Mike Koller bestach in dieser Saison durch Homogenität, Teamgeist, eine hervorragende Organisation und Selbstvertrauen. Die Rechtsufrigen griffen auch immer wieder keck an. So wie in Witikon am 11. April. Der Seeklub ging durch Daniel Di Bella in Führung. In der 78. Minute glichen die Stadtzürcher durch einen Sonntagsschuss aus, nachdem kurz zuvor Männedorfs Stürmer Nico Bochicchio die Latte getroffen hatte. In der Nachspielzeit schossen die Gastgeber den 2:1-Siegtreffer. «Wir hatten in Witikon zum Beispiel so gute Torchancen. Dass wir gegen Urdorf in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielen konnten, ist ausgleichende Gerechtigkeit», sagte am vergangenen Sonntag Männedorfs Trainer Mike Koller kurz nach dem Schlusspfiff.

Wird Männedorf seinen Filigrantechniker Daniel Di Bella für die nächste Saison halten können? Davon ist Verteidiger Noé Angehrn überzeugt: «Wir sind so eine geile Truppe, dass uns Dani schon deswegen nicht verlässt.»

Genugtuung in Horgen

Bester regionaler Seeklub in der 2. Liga war Horgen. Das hat im vergangenen Herbst nicht danach ausgesehen. Die Linksufrigen rutschten in der Tabelle auf den zweitletzten Platz ab. Deshalb wurde Trainer Marcello Stellato durch Giuseppe Iaquinta ersetzt. Der Neue verpasste dem jungen Team ein klares Konzept. Iaquinta hat sein Team mit lediglich 7 Punkten übernommen, am Schluss waren es 32. «Sechs meiner Stammspieler waren Horgener Junioren und mehrere Spieler sind jung», berichtet der Trainer.

Er ist überzeugt, diese Akteure in der nächsten Saison fussballerisch weiter zu bringen. Auf Giuseppe Picuccio, der zu den Senioren wechselt, wird er aber verzichten müssen. Dafür hofft der Trainer, mit Thomas Fivian (36-jährig) und David Korrodi (33) zwei Senioren für sein Team zu gewinnen. «Die Routine der beiden tut den Jungen gut», sagt Giuseppe Iaquinta (47).

Erstellt: 18.06.2019, 22:41 Uhr

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