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«Guardiola hat seinen besten Torjäger verraten»

Damit hatte keiner gerechnet: Gleich mit 3:0 wird ManCity von Liverpool überfahren. Hat sich der spanische Startrainer verzockt?

Die drei Tore von Liverpool gegen ManCity. Video: Tamedia/SRF

13. Spiel, 7. Sieg: Jürgen Klopp bleibt ein schwer zu entschlüsselnder Gegner für Trainerkollege Pep Guardiola. Nach dem furiosen 3:0-Erfolg von Liverpool gegen Manchester City hat der 50-jährige Deutsche nun zwei Siege mehr in direkten Duellen mit dem Spanier. Liverpool zeigte seinen Fans mit drei Toren binnen 30 Minuten in der ersten Halbzeit des Viertelfinal-Hinspiels der Champions League eine erstklassige Fussballshow und ist auf dem besten Weg in den Halbfinal.

«Das war kurz vor der Perfektion», sagte Klopp zur ersten Hälfte am Mittwochabend, in der sein Team die Citizens an der Anfield Road nahezu überrannte. «Wir waren in der ersten Halbzeit fantastisch und haben gut verteidigt. Wir haben fast nichts zugelassen und den Gegner durch geschicktes Anlaufen zu Fehlern gezwungen.»

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Bilder: Liverpool überfährt Manchester City

Immerhin, mit Luis Suarez freute sich auch einer der etatmässigen Barça-Torschützen über einen Treffer. Der Uruguayer schoss das 4:1.
Immerhin, mit Luis Suarez freute sich auch einer der etatmässigen Barça-Torschützen über einen Treffer. Der Uruguayer schoss das 4:1.
Keystone
Die Champions-League-Saison der AS Roma wird wohl nach dieser Runde beendet sein. Ein 1:4 gegen Barcelona aufzuholen, wird kaum machbar sein.
Die Champions-League-Saison der AS Roma wird wohl nach dieser Runde beendet sein. Ein 1:4 gegen Barcelona aufzuholen, wird kaum machbar sein.
Keystone
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Der frühere Trainer von Borussia Dortmund warnte jedoch auch vor dem Rückspiel: «Es ist Halbzeit und kein Grund zu feiern. Wir müssen da noch mal durch.» Klopp ist sich sicher: «Das wird richtig Energie kosten.» Aufgegeben hat sich Manchester City trotz der klaren Niederlage allerdings nicht, sagte Guardiola.

Für den Katalanen war es eine Art Déjà-vu. Denn bereits während seiner Zeit als Bayern-Trainer, als sein Team die Liga ebenfalls nach Belieben dominierte, kassierte er zwei grosse Niederlagen in der Champions League. Gegen Barcelona (0:3) und Real Madrid (0:4) setzte es heftige Niederlagen. Insbesondere die Demütigung gegen Madrid blieb Guardiola in Erinnerung – heute bezeichnet er sie als seine grösste Schmach: «Diese Partie habe ich richtig vermasselt.»

Der beste Torschütze auf der Bank

Nun hat er sich offensichtlich auch in Liverpool verzockt. Der 47-Jährige liess Raheem Sterling von Beginn an auf der Bank, obwohl der Flügelflitzer in der aktuellen Spielzeit mit 21 Toren Citys treffsicherster Spieler ist – abgesehen vom verletzten Sergio Agüero. Die spanische Sportzeitung «Marca» schrieb dazu: «Guardiola hat seinen besten verfügbaren Torjäger verraten und liess ihn auf der Ersatzbank.»

Stattdessen spielte Ilkay Gündogan von Anfang an, Spielmacher Kevin de Bruyne übernahm Sterlings Position auf dem Flügel. «Ich wollte etwas mehr Passsicherheit. Ausserdem rückt Gündogan gut von der zweiten Linie in die Abschlussposition», begründete Guardiola. Nur: Der Plan ging schief, in der ganzen Partie hatte City nicht einen Schuss aufs gegnerische Tor. Das «Wall Street Journal» titelte: «Liverpool profitierte von einem der wenigen taktischen Fehler des Fussball-Genies.» Guardiolas Plan, um Liverpools Gegenpressing und schnelle Konter zu neutralisieren, habe sich als Eigentor erwiesen.

So konnte ManUnited-Legende Roy Keane nach Spielschluss süffisant feststellen: «Um Pep Guardiolas Manchester City wurde ein grosser Wirbel veranstaltet. Dabei hat es gezeigt, dass ihm einiges an Qualität fehlt.» Immerhin: Mit einem Derbysieg am Samstag zu Hause gegen Manchester United kann City bereits englischer Meister werden. Sechs Runden vor Schluss.

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