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GC holt sich viel Fachwissen, aber auch Konfliktpotenzial

Fredy Bickel kann für die Grasshoppers ein Glücksfall sein. Doch der neue Manager polarisiert in der Szene.

Fredy Bickel kehrt nach über drei Jahren in Wien wieder in die Schweiz zurück.
Fredy Bickel kehrt nach über drei Jahren in Wien wieder in die Schweiz zurück.
Georg Hochmuth, Keystone
Bei Rapid Wien arbeitete Fredy Bickel (mitte) als Sportchef. Im April 2019 gab er seinen Rücktritt bekannt.
Bei Rapid Wien arbeitete Fredy Bickel (mitte) als Sportchef. Im April 2019 gab er seinen Rücktritt bekannt.
Georg Hochmuth, Keystone
Der langjährige Sportchef Erich Vogel gilt als Entdecker und Förderer von Fredy Bickel.
Der langjährige Sportchef Erich Vogel gilt als Entdecker und Förderer von Fredy Bickel.
Walter Bieri, Keystone
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Eigentlich müssten sie auf der GC-Geschäftsstelle Polonaise tanzen. Nur sind inzwischen für einen netten Reigen zu wenige Menschen in den Büros in Nieder­hasli angestellt. Vom Rekordmeister ist bloss ein Gerippe übrig. Umso überraschender ist es, dass Fredy Bickel bei diesem GC unterschrieben hat, das eben noch überlegt hat, ob es aus dem Profifussball aussteigen will.

Bickel ist mit Abstand der erfahrenste Schweizer Fussball-Manager, der auf dem Markt ist. Er ist auch der einzige. Es ist ein Problem des hiesigen Fussballs, dass es keine Ausbildung gibt für Sportchefs, dass sich alle in diesem Millionen­geschäft ihr Wissen selbst aneignen müssen. Bickel ist seit 27 Jahren dabei und füllt seinen Rucksack. Fachlich ist er für GC ein Glücksfall.

Allerdings ist der Fussball auch ein Feld, das reich ist an Konflikten. Bickels Lebenslauf ist nicht arm an Trennungen im Streit. Oft wurden sie medial breit abgehandelt. Aktuell macht das Gerücht die Runde, Bickels ehemaliger Arbeitgeber YB habe dagegen lobbyiert, dass Bickel Direktor der Nationalmannschaft wird. Die Geschichte zeigt unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt, wie sehr der 54-Jährige in der Szene polarisieren kann.

Bei GC trifft er auf Trainer Uli Forte, der lange daran zu knabbern hatte, dass ihn Bickel 2015 bei YB entlassen hat. Wenn die beiden die alten Kränkungen wirklich aus der Welt geschafft haben, ist das aller Ehren wert. Die Beziehung der beiden wird wegen ihrer gemeinsamen Vorgeschichte trotzdem unter verschärfter ­Beobachtung stehen.

Und dann ist da noch das belastete Verhältnis zu Erich Vogel, der Bickel einst ins Business eingeführt hat. 2014 wurde Vogel wegen der Beihilfe zur versuchten Erpressung Bickels schuldig gesprochen. Vogel ist der Mann, der noch immer Wege und Mittel gefunden hat, um bei GC aus dem Vorder- oder Hintergrund mitzureden. Bickel wird sich hüten, seine Nähe zu suchen.

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Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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