Fussball

Für Dogru noch nicht gut genug

Thalwil hat in der 1. Liga die beste Vorrunde der Klubgeschichte gespielt. Trainer Ergün Dogru ist zwar stolz auf seine Mannschaft, tadelt sie aber auch: «In vielen Partien hatten wir zu grosse Schwankungen.»

Besonders späte Ausgleichstreffer kosteten Thalwils Trainer Ergün Dogru im Herbst einiges an Nerven.

Besonders späte Ausgleichstreffer kosteten Thalwils Trainer Ergün Dogru im Herbst einiges an Nerven. Bild: André Springer

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Auch für Ergün Dogru sind aller guten Dinge drei. In seiner dritten Spielzeit als Trainer des FC Thalwil steht der Erstligist nach der ersten Saisonphase in der Gruppe 3 so gut da wie noch nie. Die Linksufrigen überwintern als Tabellenvierte, mit einem Polster von zwölf Punkten auf die Abstiegsplätze. «Das erfüllt mich mit Stolz», betont der 44-Jährige. Zusammen mit seinem Assistenten Vural Oenen hatte er im Sommer eine Mannschaft zusammengestellt, «die konkurrenz- und entwicklungsfähig ist».

Auf die Meisterschaft 2017/18 hin war der Abgang von acht Spielern mit 14 Zuzügen kompensiert worden. «Die meisten sind jung und darum taktisch noch nicht so versiert», verrät Dogru. Weil ein starkes Pressing wie in der Vorsaison in diesem Herbst nicht mehr möglich gewesen sei, habe er sein Spielsystem umstellen müssen. «Mit der Art und Weise, wie wir spielen, bin ich nicht glücklich.»

Defensiv verbessert

Mit dem Erreichten – in 14 Spielen holte der FCT 23 Punkte, vier mehr als in der ersten Saisonphase des Vorjahres (7. Zwischenrang) – ist Dogru zwar zufrieden, allerdings nur bedingt. «Denn wir könnten mindestens vier Punkte mehr haben und auf Platz zwei stehen», begründet der äusserst ehrgeizige Coach. Sowohl bei Höngg (2:2) als auch daheim gegen Absteiger Tuggen (1:1) mussten die Thalwiler in der Nachspielzeit noch den Ausgleich hinnehmen. «In Gossau lieferten wir eine grottenschlechte zweite Halbzeit ab», kommentiert Dogru den dritten Saisonsieg (2:1), der erzittert werden musste. Und gegen Winterthurs Reserven habe seine Mannschaft bis zum Seitenwechsel geschlafen. Kurz vor der Pause schossen die Gäste innert vier Minuten vier Tore nach Eckbällen.

«Mit der Art und Weise, wie wir spielen, bin ich nicht glücklich.»Ergün Dogru

«Defensiv stehen wir zwar besser», gibt der Trainer mit Verweis auf die 18 Gegentore (erneut zwei weniger als im Vorjahr) zu bedenken. «Doch rund ein Drittel der Treffer kassierten wir nach Standardsituationen, das war in der letzten Saison nicht der Fall.» Die Thalwiler erzielten gleich viele Tore wie im vergangenen Herbst. «23 sind nicht schlecht, es müssten aber mehr sein», trauert Dogru etlichen vergebenen Topmöglichkeiten nach.

Cup-Aus tut immer noch weh

Besonders jenen, welche in der 1. Runde der Cup-Qualifikation bei Red Star ZH zum 3:1 ausgelassen wurden. Weil sich die Thal-wiler in der Nachspielzeit noch zweimal erwischen liessen, platzte der Traum vom Erreichen der 1. Hauptrunde. Das Cup-Aus von Anfang Oktober fuchst Dogru bis heute. «Wir hätten dem Verein zum 100-Jahr-Jubiläum (der FCT feiert dieses 2018; Red.) gerne ein Geschenk gemacht», seufzt er.

«Insgesamt hatten wir in vielen Partien über 90 Minuten zu grosse Schwankungen», analysiert Dogru. Meist folgte einer starken ersten Halbzeit eine schwache zweite oder umgekehrt. Ansonsten habe die Mannschaft seine und Oenens Anweisungen gut umgesetzt. «Und sie ist vor allem charakterlich gewachsen.»

Klassenerhalt hat Vorrang

Die Stärken der Spieler noch mehr ausprägen und an ihren Schwächen feilen will der Trainer in der Winterpause. «Taktisch wie spielerisch, denn die Gegner werden aufrüsten», prognostiziert Dogru. Statt einem einwöchigen Trainingslager sind drei bis vier Tage für «intensive Teambildung» vorgesehen. Zudem soll die Equipe in vielen Testspielen den Rhythmus für die zweite Saisonhälfte finden.

«Meine Jungs wollen im Frühling um den Aufstieg mitspielen», verrät Dogru, der seit Sommer mit Genesio Colatrella das Nachwuchs-Leistungszentrum des FC Luzern leitet. Der Coach verfolgt ein anderes Ziel: «Uns dort oben halten, wo wir sind – denn Thalwil muss immer um den Ligaerhalt kämpfen.»

Erstellt: 15.11.2017, 10:11 Uhr

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