Fussball

FCRJ erst im Finish aktiv

Wenn Rapperswil-Jona während der ganzen Partie und nicht erst in den letzten 20 Minuten aufs Tempo gedrückt hätte, wäre das Team von Urs Meier nicht mit leeren Händen dagestanden. So aber unterlagen die Rosenstädter bei ihrem Heimdebüt 2018 Vaduz 1:2.

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Nach dem eher glücklichen Punktegewinn am Vorsonntag in Winterthur (1:1) empfing Rapperswil-Jona am Sonntag mit dem Tabellennachbarn Vaduz eine deutlich höhere Hürde. Mit je einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage halten sich die beiden Mannschaften nun die Waage.

Das heisse Duell bei kalten Temperaturen, wie von den St. Gallern angekündigt oder zumindest erhofft, kam lange Zeit nicht so richtig auf Touren. Viele Fehlpässe, auch der gröberen Art, liessen in der Startviertelstunde keinen Spielfluss aufkommen. In dieser Hinsicht sündigten die Rapperswil-Joner noch mehr als Vaduz, das aus diesem Grund doch ein paarmal einigermassen vielversprechend in Strafraumnähe auftauchte und in den ersten neun Minuten drei Eckbälle erzwang.

Glück auf beiden Seiten

Bis zum ersten Torschuss der Gastgeber verstrichen 20 Minuten. Gästehüter Jehle bekundete mit Salanovic’ Schrägschuss aber keine Mühe. Bei einer ähnlichen Situation eine Minute später auf der Gegenseite verzog Devic ganz knapp. Doch die Liechtensteiner blieben am Drücker, und ihr Führungstreffer nach 27 Minuten fiel keineswegs aus heiterem Himmel. Nach einem gelungenen Steilpass aus dem Mittelfeld hatte Devic freie Bahn. Der Ukrainer lief ein paar Schritte, bediente mit einem Querpass uneigennützig Mathys, der nur noch einzuschieben brauchte.

Es verstrich einige Zeit, bis sich die St. Galler von diesem Schock erholt hatten und etwas aggressiver ans Werk gingen. In der 39. Minute wäre ihnen beinahe der Ausgleich geglückt. Nach einer schönen Kombination zwischen Salanovic und Güntensperger kam Ersterer an der Strafraumgrenze nochmals an den Ball; auf seinen abgelenkten Schuss reagierte Jehle mirakulös und konnte mit dem Fuss in Corner klären. Unmittelbar vor der Pause zielte Devic freistehend knapp über das Gehäuse – da konnte das Heimteam von Glück reden, nicht vorzeitig noch höher in Rückstand zu geraten.

Unter starkem Schneefall wurde die zweite Halbzeit in Angriff genommen – mit noch früherem Ungemach für den FCRJ. Vaduz kam nach dem ersten Vorstoss zu einem Eckstoss, Elmer konnte den Ball auf der Torlinie noch zur Seite lenken, allerdings nur bis zu Konrad, der am hinteren Pfosten goldrichtig stand und auf 2:0 erhöhte. Gespielt waren gerade mal 50 Sekunden.

Zu später Anschlusstreffer

Auf dem immer schwerer bespielbaren Terrain agierte Vaduz vorerst mit einem hartnäckigen Pressing, das den Gastgebern kaum noch Entfaltungsmöglichkeiten bot. Mit zunehmender Spieldauer zogen sich die Gäste jedoch zurück. Dennoch fanden die St. Galler selten eine Lücke. Vaduz schien sich ausserdem auf das Verwalten des Zweitorevorsprungs zu beschränken, ein Unterfangen, das beinahe ins Auge gegangen wäre.

In den letzten 20 Minuten mit nunmehr drei frischen Spielern kam Rapperswil-Jona auf. Die erste vorzügliche Chance eröffnete sich Sülüngöz, dessen Kopfball Jehle reflexartig über die Latte lenkte (70.). Als Turkes’ Gegenspieler der Ball im Laufduell an die Hand sprang, entschied der Unparteiische auf Penalty, den Elmer täuschend zum 1:2 verwandelte (83.). Die Torszenen vor Jehle häuften sich. In der Nachspielzeit blieb Samani gleich zweimal am Gästekeeper hängen.

FCRJ-Trainer Urs Meier bedauerte als Erstes den schlechten Spielaufbau vor dem 0:1, gestand aber auch, dass Vaduz zu diesem Zeitpunkt mehr Chancen und Spielanteile hatte. «Doch das Problem war nach der Pause mit dem Eckball, als wir Vaduz unnötig das 2:0 zugestanden. Die zweite Halbzeit war von unserer Seite her gut. Wir haben viel mehr versucht, den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren zu lassen. Es war schwierig, das Terrain, der Zweitorerückstand, und wir mussten das Spiel gestalten. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr Möglichkeiten hatten wir. Der Anschluss fiel dann leider zu spät. Wenn dieser zehn Minuten früher gekommen wäre – da bin ich sicher –, hätten wir das 2:2 noch erzielen können. Moral und Kampfgeist waren intakt.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.02.2018, 10:15 Uhr

Challenge League

Rapperswil-Jona - Vaduz 1:2 (0:1)

Grünfeld. 780 Zuschauer. SR Jancevski. – Tore: 27. Mathys 0:1. 46. Konrad 0:2. 83. Elmer (Handspenalty) 1:2. – Rapperswil-Jona: Yanz; Güntensperger, Sülüngöz, Simani, Elmer; Salanovic, Nater (56. Kubli), Fazliu (65. Wicht), Carlos Da Silva (46. Shabani), Rohrbach; Turkes. – Vaduz: Jehle; Borgmann, Konrad, Puljic, Goeppel; Brunner (92. Pfründer), Gajic (77. Ciccone), Muntwiler, Mathys; Coulibaly, Devic (74. Schirinzi). – Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Kleiber (gesperrt), Baumann, Kllokoqi, Mustafi, Vranjes (alle verletzt), Francesco, Palito, Zenuni (nicht im Aufgebot), Vaduz ohne Bühler, Felfel, Jüllich, Kamber (alle verletzt), Eidenbenz, Majer, Justin und Philipp Ospelt (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 60. Simani (Reklamieren). 64. Brunner (Foul). 71. Turkes und Konrad (beide Unsportlichkeit). 79. Rohrbach (Reklamieren). 84. Kubli (Reklamieren). 92. Jehle (Reklamieren). Corner: 4:5 (3:3).

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