Thalwil

Emotionaler Beginn für neues FC Thalwil-Staffmitglied

Die Linksufrigen müssen heute Samstag beim 1.-Liga-Saisonstart gleich in Tuggen ran. Für Aykut «Kudi» Ugras ist die Partie besonders. Der ehemalige Tuggener arbeitet jetzt für Thalwil.

Viele Gründe haben Thalwils neuen Teammanager und Scout Aykut «Kudi» Ugras veranlasst, zu den Linksufrigen zu kommen. So auch das neue Clubgebäude (im Hintergrund).

Viele Gründe haben Thalwils neuen Teammanager und Scout Aykut «Kudi» Ugras veranlasst, zu den Linksufrigen zu kommen. So auch das neue Clubgebäude (im Hintergrund). Bild: Patrick Gutenberg

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«Ja natürlich ist der Match Tuggen gegen Thalwil ganz speziell für mich. Ich bin in diesem Sommer von Thalwil als Teammanager und Scout der ersten Mannschaft geholt worden und setze mich jetzt natürlich voll und ganz für meinen neuen Club ein. Andererseits habe ich meine Juniorenzeit grösstenteils in Tuggen verbracht. Da hat auch mein Vater Necip Ugras fürs Fanionteam in neun Saisons fast 200 Tore erzielt. Klar sind bei mir seit mehreren Tagen wegen dieses Matchs die Emotionen hoch», berichtet Aykut Ugras, der unter dem Namen Kudi besser bekannt ist. Und dann fügte der 27-Jährige noch an. «Und dann darf ich am Samstag in Tuggen noch auf der Bank sitzen, weil unser Assistenztrainer Muhamed Mustafa nicht anwesend ist. Speziell natürlich.»

Für die ganze Thalwiler Crew ist der Auftritt in Tuggen aber besonders. Zum einen ist es das erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison, und zum anderen gehört Tuggen nicht zu den Lieblingsgegnern des Seeclubs. Mit 0:3 unterlagen die Zürcher in der vergangenen Spielzeit in der March, nachdem es eine Saison zuvor dort eine 0:4-Niederlage abgesetzt hatte. Das Heimspiel im Frühling 2019 verloren die Linksufrigen gleich 0:6.

Diesmal aber traut Kudi Ugras Thalwil insgesamt mehr zu. «Ich sehe bei Thalwil sehr viel Potenzial. Es ist gut möglich, dass wir uns im Gegensatz zur vergangenen Saison vom unteren Tabellendrittel absetzen können.» Für die heutige Partie in Tuggen allerdings ist sich der Fachmann nicht sicher, ob die Zürcher etwas mit heimnehmen können. «Tuggen hat in der letzten Saison den Aufstieg in die Promotion League ja nur knapp verpasst. Mit guten Transfers im Sommer ist für mich das Team von Trainer Adrian Allenspach in den kommenden Monaten das stärkste in unserer Gruppe 3.»

Gastspiele in Stäfa

Ugras weiss natürlich, dass die Meisterschaft nicht am ersten Spieltag entschieden wird. Bei Thalwil sieht er neben dem guten Kader, zu dessen Zusammenstellung auch er beigetragen hat, weitere Vorteile. «Die Infrastruktur beim neuen Sportplatz Brand ist hervorragend. Zudem ist der Zusammenhalt im Team gut», zählt er auf. Was ihn bei den Linksufrigen ebenfalls reizt: «In Thalwil wird ein Team aufgebaut, das überraschen kann.»

Seine eigene Fussballkarriere ist für Kudi Ugras wegen vieler Verletzungen nicht so verlaufen, wie es lange den Anschein gemacht hat. Als Junior schoss er in Tuggen Tore am Laufmeter – wie sein Vater im Fanionteam. Als 13-Jähriger wechselte er in den Nachwuchs von Rapperswil-Jona. Als 15-Jähriger debütierte der gross gewachsene Stürmer im Aktivfussball in einem Testspiel beim Erstligisten YF Juventus. Ein Jahr später ging er in der 2. Liga interregional bei Linth 04 auf Torjagd. Es folgten die Stationen Stäfa, Glarus, Langnau am Albis, Wollerau, Wädenswil, Uznach und wieder Stäfa. Bei den Rechtsufrigen spielte er zuerst unter Trainer Mario Langer. Mitspieler von ihm waren damals zum Beispiel Karim Uhr, Sascha Wymann, Nico Monn und Goalie Ronny Fischer. Bei seinem zweiten Gastspiel an der Goldküste war Luigi Caracciolo sein Trainer. Vor seinem Wechsel zu Thalwil in diesem Sommer war Ugras bei Linth als Funktionär tätig.

Zahlreiche Verletzungen

Ugras junior schoss aber nicht nur viele Tore und spielte bei vielen Clubs, sondern seine Karriere war überschattet von zahlreichen schlimmen Blessuren. «Fussbruch, Schienbeinbruch, Knorpelschaden an beiden Füssen, Aussenbänder angerissen, viermal Kniescheibe weggerutscht und zahlreiche Muskelverletzungen», zählt er auf. Unterkriegen aber lässt sich der ehemalige Topscorer, der heute als Lagerchef bei der Jumbo Markt AG in Schänis arbeitet, nicht. Seine Familie («auch meine Schwester ist Fussballfan»), der Fussball und vieles andere bereiten ihm viel Freude.

Ein Höhepunkt steht für ihn bereits heute Samstagabend um 18 Uhr mit dem Spiel zwischen Tuggen und Thalwil an.

Erstellt: 02.08.2019, 22:30 Uhr

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Kader FC Thalwil Saison 2019/20

Kader FC Thalwil Saison 2019/20
Trainer: Marco Bolli (geboren 1982). – Torhüter: Silvano Kessler (95), Caner Yörük (91), Marko Vasilj (91). – Verteidigung: Aljaz Kavcic (94/neu von Eschen Mauren), Luca Ferricchio (83), Taulant Junuzi (97/Tuggen), Manuel Jordi (98/FC Luzern U21), Benziar Salim (94/Red Star), Muaz Aydin (98), Dimitrios Chassanidis (94). – Mittelfeld: Dominik Cennerazzo (00/Uster), Nico Del Pilato (97), Eldin Omerovic (96), Noah Weiler (99/Zug 94), Tim Cerjak (00/FC Luzern U21), Bekim Bushati (90/Kosova), Alis Murati (84), Alessandro Espositio (91/Adliswil), Adhurim Gashi (00/Wettswil-Bonstetten), Kristijan Ramljak (97/Affoltern am Albis), Luca Ardito (94). – Sturm: Alessio D’Angelo (94/Kosova), Marko Marjanovic (92/Freienbach). – Abgänge: Armand Loué (Zug 94), Etienne Manca (Pause), Simon Mesonero (Seefeld), Joe Mukunisa (YF Juventus), Alec Dogan, Olivier Maurer, Kevin Egger, Leutrim Ismajlaj, Jan Solak, Birante Cissé, Aleksandar Radovic, Luca Moscatiello (alle ?).

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Wieder viele Mutationen

Gleich 18 neue Spieler haben Thalwils Trainer Marco Bolli und Sportchef Dimitris Demiros im Sommer 2018 aus mehrheitlich unteren Ligen für ihr Erstligateam holen müssen. Die beiden bewiesen ein gutes Händchen. Von Experten vor der Saison als Abstiegskandidat eingestuft, schaffte der Seeclub schlussendlich relativ sicher den Klassenerhalt. In der heute Samstag beginnenden Spielzeit 2019/20 soll eine weitere Steigerung her. Der Staff wurde zum einen durch Aykut Ugras ergänzt. Und diesmal sind es 13 neue Akteure, die die Qualität des Kaders verbessern sollen. Ein Mittelfeldplatz in der Gruppe 3 der 1. Liga ist das Saisonziel. (mw)

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