Fussball

Eine Halbzeit zum Aufbauen

Als Aussenseiter reiste Rapperswil-Jona gestern nach Neuenburg und kehrte geschlagen zurück. Ursprung des 0:2 war das Gegentor nach nur 41 Sekunden. Xamax wurde der Favoritenrolle gerecht, liess die Rosenstädter nach der Pause aber viele Chancen kreieren – nur nutzten sie diese nicht.

FCRJ-Verteidiger Denis Simani (rechts) rennt Gaëtan Karlen hinterher, der Xamax in der ersten Spielminute in Führung schoss.

FCRJ-Verteidiger Denis Simani (rechts) rennt Gaëtan Karlen hinterher, der Xamax in der ersten Spielminute in Führung schoss. Bild: David Marchon

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Im Nachhinein lässt sich festhalten: Rapperswil-Jonas 0:2 bei Xamax war zu erwarten gewesen. Erstaunt hat allerdings, wie gut sich die St. Galler in der zweiten Halbzeit verkauften. Der Favorit gab sich mit dem Zweitore-Vorsprung zufrieden und spielte mit dem Feuer. Denn dem FCRJ fehlte wenig zum Anschlusstreffer. Manuel Kubli hämmerte den Ball nach einer Stunde an die Latte und kurz vor Schluss (87.) vergab Egzon Shabani die grösste Torchance der Partie. Julio Teixeira lancierte den ebenfalls eingewechselten Stürmer, welcher alleine vor Laurent Walther zum Abschluss kam. Doch der Xamax-Keeper verhinderte mit den Fingerspitzen das erste Auswärtsgoal der Rosenstädter in der Challenge League.

Der FCRJ hatte bis zur Pause unten durch müssen, sich nachher aber gesteigert. Trainer Urs Meier trieb seine Equipe nach vorne. Xamax beschränkte sich aufs Verteidigen und Resultathalten. Nur schlugen die Gäste keinen Profit daraus. «Wir nutzten unsere Chancen nicht, der Gegner schon», hielt FCRJ-Sportdirektor Stefan Flühmann nach Spielende fest.

Null Ertrag trotz viel Aufwand

Etliche Möglichkeiten zum 1:2 erarbeitete Dennis Salanovic. Der Angreifer rackerte und wirbelte, der Lohn für seinen unermüdlichen Aufwand blieb aber aus. In der 77. Minute jubelte der Liechtensteiner vergebens, als Mychell Da Silva Chagas seine Flanke ins Netz köpfelte, allerdings im Offside stand. Salanovic war es nach 50 Minuten gleich ergangen. Nachdem er auf Dominik Schwizer zurückgelegt und dieser abgezogen, Walther abgewehrt und er zum Nachschuss angesetzt hatte. Und nach nur fünf Minuten Spielzeit sah Salanovic sein Geschoss knapp über die Latte segeln.

Auch Goalgetter Da Silva Chagas kam zu einer Topmöglichkeit, verpasste in der Strafraummitte eine Hereingabe Schwizers aber haarscharf (52.). «Mit besserer Effizienz hätten wir sogar einen Punkt holen können», gab Flühmann zu bedenken. Doch die Rosenstädter verloren, weil sie in den ersten 20 Minuten unter die Räder gekommen waren.

Auf falschem Fuss erwischt

Im Vorfeld der Partie war allen FCRJ-Spielern bewusst gewesen, was sie in der Maladière erwarten würde. «Solidarisch verteidigen und die wenigen Chancen knallhart nutzen», hatte Trainer Urs Meier von ihnen verlangt. Sie wollten Xamax auf dem Kunstrasen die Stirn bieten. Das Vorhaben machten die Romands jedoch schon nach 41 Sekunden zunichte. Gaëtan Karlen nutzte die schlechte Zuordnung in der FCRJ-Defensive eiskalt aus und bezwang Goalie Diego Yanz mittels platziertem Schuss.

Zwar versuchten die Gäste postwendend darauf zu reagieren, aber nach ersten Entlastungsvorstössen rollten die nächsten Angriffe des Heimteams über sie hinweg. In der 10. Minute spitzelte Raphaël Nuzzolo den Ball knapp am Gehäuse vorbei, kurz darauf zielte auch Karlen daneben.

Kanterniederlage verhindert

Die Rosenstädter wurden teilweise regelrecht eingeschnürt und Xamax’ 2:0 war nur eine Frage der Zeit. Nach dem vermeintlichen Treffer von Igor Djuric (21.), der aber im Offside nachsetzte, verhinderten Yanz und Denis Simani in extremis das zweite Gegentor (22.). Zumindest vorerst, denn kurz darauf leitete Simani einen Einwurf mit dem Kopf unglücklich auf den völlig freistehenden Geoffrey Tréand weiter, der sich nicht zweimal bitten liess.

Yanz und die Torumrandung – als Egzon Kllokoqi einen Nuzzolo-Schuss auf die Latte ablenkte (31.) – verhinderten ein Déjà-vu, denn vieles deutete auf eine Kanterniederlage wie beim Saisonauftakt in Schaffhausen (0:6) hin. «Die ersten 20 Minuten waren zum Vergessen», betonte Stefan Flühmann. Danach habe sich die Mannschaft aber gut gefangen. «Sie ist einen Schritt weitergekommen», fügte er an. Auf dem im zweiten Durchgang Gezeigten lässt sich jedenfalls aufbauen. Und wer weiss, wie dieser verlaufen wäre, hätte Schiedsrichter Horisberger den Neuenburger Doudin bestraft, als dieser kurz nach der Pause den Ellenbogen gegen Kublis Kopf ausfuhr.

Erstellt: 29.08.2017, 00:01 Uhr

Challenge League

Spieltelegramm

Neuchâtel Xamax – FC Rapperswil-Jona 2:0 (2:0)

Maladière. – 2341 Zuschauer. – SR Horisberger. – Tore: 1. (0:41) Karlen 1:0. 22. Tréand 2:0. – Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Djuric, Kamber (46. Obexer); Veloso, Corbaz, Doudin (88. Mulaj), Tréand (54. Pedro Teixeira); Nuzzolo, Karlen. – Rapperswil-Jona: Yanz; Güntensperger, Kllokoqi, Simani, Elmer; Schwizer (73. Shabani), Pecci, Jaggy (67. Julio Teixeira), Salanovic; Kubli (82. Ramadani); Mychell Da Silva. – Bemerkungen: Xamax ohne Escolano, Qela (verletzt), Kilezi und Nimani (nicht im Aufgebot). – Rapperswil ohne Kleiber, Staubli, Carlos Da Silva, Wicht und Mustafi (alle verletzt); Shabani nach seiner Einwechslung links, Salanovic rechts im Mittelfeld. – 22. Simani schlägt Ball von der eigenen Torlinie. 31. Lattenschuss Doudin. 61. Lattenschuss Kubli. – Verwarnungen: 22. Walthert und Simani (Unsportlichkeiten). 67. Doudin (Foul). 88. Güntensperger (Foul). 93. Pedro Teixeira (Foul).

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