Fussball

Ein ganz besonderes Duell

Die Affiche Rapperswil-Jona gegen United Zürich hat es in sich. Denn die Rosenstädter kämpfen um den Aufstieg, die Gäste brauchen Punkte für den Ligaerhalt. Und die Trainer beider Teams sind mehr als Geschäftspartner.

Gewappnet für ein aussergewöhnliches Duell: FCRJ-Coach Stefan Flühmann (rechts) und Jérôme Oswald, der United Zürich trainiert, treffen heute nach drei Jahren wieder an der Seitenlinie aufeinander.

Gewappnet für ein aussergewöhnliches Duell: FCRJ-Coach Stefan Flühmann (rechts) und Jérôme Oswald, der United Zürich trainiert, treffen heute nach drei Jahren wieder an der Seitenlinie aufeinander. Bild: Dominic Duss

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29 Punkte trennen den FCRJ und seinen heutigen Gegner United Zürich in der Promotion League. Viel näher sind sich hingegen die Coaches – sowohl beruflich als auch privat. Stefan Flühmann und Jérôme Oswald führen seit 2008 zusammen die F & O Partner Vermögensverwaltungs AG in Thalwil.

Beide schätzen die Loyalität aneinander. «Als Geschäftspartner zeichnet sich Jérôme zudem durch seine Fachkompetenz aus», hebt der FCRJ-Trainer hervor. «Und Stef, wie er alles unter einen Hut bringt», fügt Oswald an. Nicht nur der Alltag im Büro, sondern auch eine enge Freundschaft verbindet sie. Diese hält bald 20 Jahre an. 1997 lernten sich die beiden kennen. «Als Freund überzeugt er mit seiner Herzlichkeit und Aufmerksamkeit», sagt Oswald über Flühmann. Der in Schindellegi wohnhafte Horgner lacht: «Und ich nehme ihn, so wie er ist. Entweder man liebt ihn oder nicht.»

Den Freund wieder als Gegner

Auch in ihrer Trainerfunktion zollen sie sich gegenseitig viel Respekt. Oswalds Mannschaften seien immer sehr diszipliniert und gut organisiert, weiss Flühmann. «Er holt aus bescheidenem Potenzial stets das Maximum heraus», ergänzt der 45-Jährige. «Stef überzeugt mit seiner hohen Punktequote», anerkennt der drei Jahre jüngere Oswald. Laufend unterstützen sie sich mit Ratschlägen. «Aber nicht nur auf unser Finanzbusiness oder den Fussball bezogen, sondern in allen Lebenslagen», verrät Flühmann. Bei ihnen gebe es kein Tabu. «Höchstens, wenn wir uns anlügen würden», gibt der FCRJ-Coach zu bedenken.

«Er holt aus bescheidenem Potenzial stets das Maximum heraus.»FCRJ-Coach Stefan Flühmann

Heute Nachmittag stehen sich die beiden Freunde im Joner Grünfeld wieder einmal an der Seitenlinie gegenüber. Das letzte Duell liegt fast drei Jahre zurück. Am 17. Mai 2014 empfing Flühmann mit Rapperswil-Jona in der 1. Liga den FC Thalwil, welcher damals noch von Oswald trainiert wurde. Den Linksufrigen misslang am Obersee die Revanche für die 0:1-Heimniederlage in der Vorrunde, die Partie endete torlos.

Ganz heisse Ausgangslage

«Ein 0:0 wäre für uns nun absolut unbefriedigend», sagt Flühmann. Im Fernduell mit Kriens um den Aufstieg in die Challenge League muss der FCRJ drei Punkte holen. «Aber United ist kein einfacher Gegner», mahnt er. Oswald, der im Winter vom Zweitligisten Horgen zu den bereits vor der zweiten Saisonphase abstiegsgefährdeten Stadtzürchern gewechselt hatte, würde ein Remis hingegen als Erfolg verbuchen. Sein Team liegt zwei Punkte vor den Old Boys direkt über dem rettenden Strich.

«Als Freund überzeugt er mit Herzlichkeit und Aufmerksamkeit.»Jérôme Oswald

«Sportlich ist das für uns schon ein ganz besonderes Duell, schliesslich geht es um sehr viel», meint Oswald mit Verweis darauf, dass nur noch drei Meisterschaftsrunden zu spielen seien. Flühmann stimmt seinem Freund zu. «Aber letztlich muss heute jeder einfach seine Aufgabe wahrnehmen», ergänzt der FCRJ-Coach. Besonders ist die Affiche auch, da beide nur noch bis Saisonende in der Promotion League als Trainer amten. Flühmann bleibt dem FC Rapperswil-Jona als Sportdirektor erhalten und Oswald coacht ab Sommer Wettswil-Bonstetten in der 1. Liga. Es könnten wieder Jahre vergehen, bis sie das nächste Mal sportlich gegeneinander antreten.

Taktiksche Vorahnung

Rapperswil-Jona strebt heute als klarer Favorit im zweitletzten Heimspiel der Saison den fünften Sieg in Serie an. United Zürich unterlag nach dem 1:0 über YF Juventus zuletzt dem FC Zürich 2 (2:3). Zuvor hatte Oswalds Team einem Erfolg gegen Cham drei Unentschieden folgen lassen. Die Gäste sind daher nicht zu unterschätzen.

«United wird wohl in der eigenen Zone stehen und versuchen, mit schnellem Umschalten zu Vorstössen zu kommen», mutmasst Flühmann. Er gönnte seinen Spielern zu Wochenbeginn einen trainingsfreien Tag und am Dienstagmorgen einen Besuch im Thermalbad. Der FCRJ-Coach muss heute auf Manuel Kubli (gesperrt) verzichten, während Oswald keiner seiner Akteure fehlt. Klar ist bereits jetzt, dass der Ausgang des Duells ihre Freundschaft keinesfalls gefährdet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.05.2017, 14:28 Uhr

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