So könnte der Super-League-Modus mit 12 Teams aussehen

Eine Liga nach schottischem Vorbild brächte den Teams zwei Partien mehr. Einige befürchten aber, dass sie Geld verlieren könnten.

10 oder 12 Teams? In der Super League könnte es zu einer Aufstockung kommen.

10 oder 12 Teams? In der Super League könnte es zu einer Aufstockung kommen.

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Es ist oft spannend, wie viel Menschen sagen, die nicht reden wollen. Während gestern im Berner Kursaal der grüne Teppich für den Gala-Abend der Swiss Football League ausgerollt wurde, trafen sich die Vertreter der 20 Schweizer Proficlubs, um wieder einmal über die Zukunft der höchsten Schweizer Liga zu diskutieren. Danach sollte eigentlich keiner sprechen – und doch taten es dann inoffiziell fast alle.

Es ging dabei um all die Nöte und Sorgen, die die Clubs umtreiben. Als gemeinsamer Nenner bleibt das Grundgefühl, dass der Schweizer Profifussball Probleme hat. Und dass es also eine Änderung braucht. Bloss welche, darüber gibt es Differenzen. Wenn der Vertreter eines Grossclubs erklärte, es habe «endlich mal wieder eine konstruktive Gesprächskultur geherrscht», sagt das einiges darüber aus, wie weit auseinander die Welten und Ziele der einzelnen Vereine liegen.

Als gemeinsamer Nenner bleibt das Grundgefühl, dass der Schweizer Profifussball Probleme hat.

Gestern waren sich die 20 Vertreter immerhin so weit einig, dass sie dafür sind, die Super League auf die Saison 2021/22 hin auf zwölf Teams aufzustocken und die Challenge League bei zehn zu belassen. Nur waren sie das schon mehrfach, bevor sie einen Rückzieher machten. Neuerdings hofft die Liga darauf, ihr Glück in Schottland zu finden. Dort spielen zwölf Teams dreimal gegeneinander (33 Runden), ehe die Meisterschaft in zwei Sechsergruppen aufgeteilt wird, innerhalb derer jeder noch einmal gegen jeden spielt (5 Runden). Oben geht es um den Titel, unten gegen den Abstieg.

Der Modus hat den Vorteil, dass je 38 Partien gespielt werden – zwei mehr als im Moment. Und er hat den Nachteil, dass er für den Siebtplatzierten im schlechtesten Fall je ein Heimspiel weniger gegen YB und Basel bedeutet – und im Tausch gegen diese zwei Partien mit hohen Zuschauereinnahmen erhielte er fünf unattraktive Spiele, in denen es für ihn um nichts mehr geht, weil sein Abstand zu den Abstiegsplätzen zu gross ist. Kommt dazu, dass die TV-Gelder neu unter 22 statt 20 Clubs aufgeteilt würden.

Die Zeit drängt, weil im Sommer der neue TV-Vertrag ausgeschrieben wird, der ab 2021/22 gilt.

Es sind solche Rechenspiele, die jene Vereine hinter Basel und YB beschäftigen, die jeden Rappen zweimal umdrehen müssen. Am liebsten hätten diese Clubs eine Garantie, dass sie nach einer Saison mit dem neuen Modus mehr Geld in der Kasse haben als bisher. Die aber kann niemand geben.

Auch darum wird die Diskussion eng bleiben, ehe am Freitag, dem 13. März, die Entscheidung fällt. Die Zeit drängt, weil im Sommer der neue TV-Vertrag ausgeschrieben wird, der ab 2021/22 gilt. Vorher muss feststehen, wie der Modus aussehen wird. Möglich, dass sich am Ende gar nichts ändert. Einen spannenderen Wettbewerb hat der Modus Schottland jedenfalls nicht beschert. Seit 2012 heisst der Meister ununterbrochen Celtic Glasgow.

Erstellt: 21.01.2020, 07:42 Uhr

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