Fussball

Die Adliswiler sind selbst überrascht

Die 2. Liga, Gruppe 1 (FVRZ), wird klar von Aufsteiger Adliswil dominiert. Vereinspräsident Bruno Stäubli spricht von einer «unheimlich guten Vorrunde». Der Vorstand befasst sich im Winter mit einer möglichen Zukunft in der 2. Liga interregional.

Angeführt von Captain und Assistenzcoach Gianluca Cavaliere (links) sowie Goalgetter Blerton Avdyli (2. von links) blieben die Adliswiler in den 13 Vorrunden-Partien unbezwungen und feierten 9 Siege.

Angeführt von Captain und Assistenzcoach Gianluca Cavaliere (links) sowie Goalgetter Blerton Avdyli (2. von links) blieben die Adliswiler in den 13 Vorrunden-Partien unbezwungen und feierten 9 Siege. Bild: David Baer

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«Bei Weitem hätte ich nicht erwartet, dass wir als Leader überwintern», sagt Bruno Stäubli. Der Präsident des FC Adliswil hatte nach dem Aufstieg der Mannschaft im Frühjahr damit gerechnet, dass sie sich in der 2. Liga, Gruppe 1, im Mittelfeld der Tabelle einreihen würde. Nun führen sie die Sihltaler ungeschlagen (neun Siege, vier Unentschieden) mit 31 Punkten an – sieben Zähler vor den Verfolgern Red Star ZH 2 und Lachen/Altendorf. «In dieser Deutlichkeit ist das absolut überraschend», ergänzt Stäubli.

Extrem imponiert hat dem Vereinsoberhaupt der letzte Auftritt. «Das war der beste Match der Vorrunde.» Adliswil geriet am Samstag daheim gegen Lachen/Altendorf 0:1 in Rückstand. Danach drückte das von Mario Pischedda trainierte Team aufs Tempo und kehrte die Partie. Aus «herrlich vorgetragenen Spielzügen» (Zitat Stäubli) resultierten vier Treffer und letztlich ein 4:2-Erfolg. Moral hatte der Liganeuling vier Runden zuvor auch im Derby in Horgen bewiesen, als er nach einem 0:2 zur Pause noch einen Punkt (2:2) holte.

Mit Stabilität zum Ligaerhalt

«In der Vorrunde waren 24 Punkte unser Ziel», verrät der spielende Assistenzcoach Gianluca Cavaliere. Auch ihn hat überrascht, dass und wie dieses übertroffen wurde. Das erklärte Saisonziel ist und bleibt der Klassenerhalt. «Dazu fehlt uns rechnerisch noch ein Sieg», meint der 28-jährige Captain. Die Sihltaler nahmen die Aufstiegseuphorie in die laufende Saison mit. «Wir zeigten aber auch in jedem Spiel eine top Teamleistung», hebt Cavaliere hervor.

«Die Mannschaft hat sogar das Potenzial, sich noch zu verbessern», ist Präsident Stäubli überzeugt. Denn teilweise sei sie etwas passiv aufgetreten und habe sich so das Leben selber schwer gemacht. «Ihre riesige Stabilität» sieht Stäubli als grösstes Plus. Das Niveau bleibe nach Aus-/Einwechslungen jeweils hoch. «Und trotz einigen Verletzten wurden die Lücken gefüllt.» Beeindruckend ist das Torverhältnis von 39:13.

Aufstiegsszenario vorbereiten

Reiten die Sihltaler in der Rückrunde weiter auf ihrer Erfolgswelle, muss, respektive darf sich die Klubführung mit einem allfälligen Aufstieg in die 2. Liga interregional befassen. «Es ist etwas unheimlich – aber ja, der Aufstieg geistert schon umher», verrät das FCA-Oberhaupt. Laut Stäubli setzt sich der Vorstand mit einem möglichen Aufstiegsszenario auseinander. Auch mit der Mannschaft werde diskutiert, was wäre, wenn sie im Frühjahr durchmarschieren sollte.

«Sportlich wäre ein Aufstieg toll, ob wir ihn als Verein stemmen könnten, ist aber offen», gibt Stäubli zu bedenken. Derzeit bereinige der FCA Altlasten, um finanziell gesund zu werden. «Sollten wir ab Sommer 2018 tatsächlich eine Liga höher spielen, stellen sich auch strukturelle Fragen.»

Auf Augenhöhe mit Gegnern

Durchzogen fällt die Vorrunden-Bilanz von Wädenswils Spielertrainer Roberto Dominguez aus, der die 1. Mannschaft mit Christian Meier coacht. Mit 21 Punkten überwintert sie auf Rang 4. «Wir starteten hervorragend», blickt er auf die vier Siege und 20:2 Tore der ersten Runden zurück. «Dann hörten wir aber auf zu arbeiten», bemängelt Dominguez. Seefeld habe am Sonntag aufgezeigt, was mit Kampf und Wille möglich sei (in Zürich unterlag der FCW 2:3).

Auf Rang 7 liegen die Horgner. Ihrem Trainer Marcello Stellato ist bewusst: «Wir spielten zu viel unentschieden.» Sechs ihrer 18 Zähler holten sie mit Remis. «Mit etwas mehr Glück lägen wir weiter vorne», sagt der Coach, welcher sein Amt im Sommer antrat und in kurzer Zeit eine Mannschaft geformt hat, «die in jedem Spiel auf Augenhöhe mit dem Gegner war».

FCK wie erwartet unter Druck

20 Punkte hat das fünftplatzierte Stäfa auf dem Konto. «Rangmässig stehen wir gut da», sagt Coach Luigi Caracciolo. Nachdem seine Equipe nur sechs Zähler in den ersten fünf Runden geholt hatte, blieb sie in den letzten acht ungeschlagen. «Oft fehlte uns etwas das Durchsetzungsvermögen», meint Caracciolo, den das Cup-Aus gegen Drittligist Wiedikon stört.

Aufsteiger Männedorf ist auf Ligaerhalt-Kurs (Rang 8, 17 Pkt.) und Trainer Mike Koller «mit der Vorrunde durchaus zufrieden». Wie vorgenommen habe seine Mannschaft regelmässig gepunktet. Punktuelle Kaderanpassungen sollen nun die Offensive (nur 16 erzielte Tore) verbessern.

Unter dem Strich (12./12 Pkt.) ist Küsnacht klassiert. «Dass es nach dem grossen Umbruch im Sommer eine schwierige Vorrunde geben wird, wussten wir», sagt Spielertrainer Rainer Bieli. Sein enorm verjüngtes Team startete gut, «aber unser Ziel verpassten wir um vier Punkte.» Der FCK muss diese nun in der Rückrunde sammeln. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.11.2017, 14:03 Uhr

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