Fussball

Der Nutzen zweier Teams in der 3. Liga

Das Fanionteam des FC Herrliberg setzt sich mit dem 1:0-Sieg über Mönchaltorf in der Spitzengruppe fest. Um längerfristig mit dem eigenen Nachwuchs erfolgreich zu sein, sollen die Reserven den Ligaerhalt schaffen.

Herrlibergs Kevin Vizner (rechts) behauptet sich gegen den Mönchaltorfer Gilles Aebischer.

Herrlibergs Kevin Vizner (rechts) behauptet sich gegen den Mönchaltorfer Gilles Aebischer. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Am Wochenende kam es in Herrliberg zu einem etwas ungleichen Duell. Während die Gastgeber des FC Herrliberg seit nun fünf Spielen ungeschlagen sind, geht beim FC Mönchaltorf definitiv das Abstiegsgespenst um. Die Oberländer konnten lediglich in einem Spiel der Rückrunde punkten. Dieses Kräfteverhältnis spiegelt sich auch im Torverhältnis wider. Herrliberg hat bisher doppelt so viele Tore geschossen und nur halb so viele hinnehmen müssen wie die Zürcher Oberländer.

Prompt starteten die Hausherren auch besser in die Partie. Das Spiel war nur wenige Minuten alt, als der Torhüter der Gäste eine Glanzparade zeigen musste, um den von Flavio Oertig getretene Freistoss mirakulös zu entschärfen. Danach flachte das Spiel deutlich ab. Der starke Regen schien keinen belebenden Einfluss auf das Geschehen zu haben. Herrliberg war klar spielbestimmend, wobei es den Akteuren allerdings nicht gelang, Profit daraus zu ziehen. Zu ungenau und wenig zwingend war das Zusammenspiel in den eigenen Reihen. Ohne dass es zu weiteren nennenswerten Aktionen kam, ging die Teams in die Pause.

Wegweisende Wechsel

Auch in der zweiten Halbzeit dauerte es einige Minuten, bis so etwas wie Torgefahr aufkam. Der junge Herrliberger Kevin Vizner sah seinen Abschluss knapp am Tor vorbeifliegen. Aufgrund des schleppenden Spielverlaufs, versuchte Herrlibergs Trainer Kurt Kobel frischen Wind in die Partie zu bringen und brachte bereits früh neue Kräfte. Diese Einwechslungen sollten sich auszahlen. So war es in der 67. Minute der schnelle Lukas Dangel, welcher sich auf der Aussenseite durchsetzen und den Ball zur Mitte flanken konnte. Dort stand der junge Simon Jud bereit und vollstreckte die Hereingabe zur vielumjubelten und verdienten Führung. Das Tor war eine Kombination zweier kurz zuvor eingewechselter Spieler.

Doch der Treffer gab den Herrlibergern nicht das nötige Selbstvertrauen und die Gelb-Schwarzen waren weiter nicht in der Lage, Ruhe ins Spiel zu bringen. So kam Mönchaltorf nach einem kleinen Patzer von Torhüter Lichtin beinahe zum Ausgleich. Das knappe Resultat schien die Gastgeber etwas nervös zu machen und reihten Fehlpass an Fehlpass. Der FC Mönchaltorf machte nun mehr für die Partie und scheiterte in der 84. Minute gleich zweimal. Während zuerst der Pfosten für Herrliberg rettete, segelte der zweite Abschlussversuch über das Tor. Bis zum Schlusspfiff mussten die Seebuben noch einige heikle Momente überstehen, doch sie konnten schlussendlich den knappen Sieg über die Runden retten. «Wenn wir die ersten 60 Minuten zu 80 Prozent in Ballbesitz sind, müssten wir daraus mehrere klare Torchancen kreieren. Dies ist uns leider nicht gelungen», zeigte sich Trainer Kurt Kobel etwas enttäuscht. Angesichts der gewonnenen drei Punkte bewies er vor allem mit den Einwechslungen ein glückliches Händchen: «Unsere Ergänzungsspieler machten den Unterschied. Sie setzten neue Impulse und verwerteten die erste klare Torchance zum Game-Winning-Goal».

Reserven als Sprungbrett

Beim FC Herrliberg ist man mit dem bisherigen Verlauf der Rückrunde zufrieden. Nach der ärgerlichen Startniederlage gegen Pfäffikon hat sich das junge Team gefangen und konnte durch die seither andauernde Ungeschlagenheit wieder in die Spitzengruppe vorstossen. Der Aufstieg des FC Wetzikon scheint eine klare Sache zu sein. Herrliberg seinerseits ist auf gutem Weg, das Saisonziel Top 3 zu erreichen. «Wir sind bestrebt, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen und auch zukünftig in der Aktivabteilung mit eigenen Junioren zu arbeiten», sagt Tobias Freitag, Leiter Aktive des FC Herrliberg. Der Verein will jedes Jahr die besten Spieler aus der Juniorenabteilung in die 1. Mannschaft integrieren.

Aus Sicht der Verantwortlichen auf dem Langacker ist es wichtig, dass auch die 2. Mannschaft in der 3. Liga spielt. So können Spieler, die den direkten Sprung ins Fanionteam verpassen, ebenfalls auf höherem Niveau Erfahrungen bei den Aktiven sammeln. Der FC Herrliberg setzt weiterhin auf Kontinuität, weshalb die Verträge mit allen Aktivtrainern vorzeitig um ein Jahr verlängert wurden. Der Seeklub will auch in der nächsten Saison vorne in der 3. Liga mitspielen. «In den letzten beiden Jahren konnte man viele junge Spieler in der 1. Mannschaft einbauen. Es macht grosse Freude diesem Team zuzuschauen im Wissen darum, dass die Spieler alle beim FC Herrliberg gross geworden sind.», bilanziert Tobias Freitag zufrieden. (red)

Erstellt: 13.05.2019, 17:28 Uhr

Telegramm

Herrliberg - Mönchaltorf 1:0 (0:0)

Tor: 67. Jud 1:0. – Herrliberg: Lichtin; Daull, F. Schaller, Schuhmacher, Haussmann; Jeriha (80. Dimitrovski); F. Oertig (66. Dangel), Bajrami (58. S. Schaller), Vizner (80. Bajrami), Dimitrovski (63. Graffunder); Linder (45. Jud).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben