Zürich

Der nächste Pflichtsieg

Der FCZ erledigte auch im Duell mit dem punktgleichen Gast Neuchâtel-Xamax seine Aufgabe. Das 1:0 war im sechsten Pflichtspiel der fünfte Sieg ohne Gegentor. Danach fährt er wieder als ­alleiniger Leader nach Schaffhausen.

Gespannte Blicke Richtung Xamax-Tor, doch der Ball fliegt am Gehäuse vorbei.

Gespannte Blicke Richtung Xamax-Tor, doch der Ball fliegt am Gehäuse vorbei. Bild: Keystone

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Es war, wie bisher eigentlich immer in dieser Challenge-League-Saison des FCZ, keine rauschende Vorstellung. Aber die Zürcher boten auch gegen Neuchâtel-Xamax eine seriöse Leistung. Das heisst: Sie spielten defensiv wieder sehr sicher, sie gestanden den Neuenburgern mit Ausnahme einer Szene in der 88. Minute keine Torchance, ja kaum eine An­näherung an ihr Tor. Und sie erspielten sich zwar auch nicht sehr viele, aber doch genügend Chancen, um irgendwann den Treffer zu erzwingen, der den Match dann auch entscheiden sollte.

Relativ früh hatte der FCZ schon zwei klare Chancen. Das Tor fiel nach einer Stunde durch eine starke Aktion des Duos ­Cédric Brunner/Roberto Rodriguez. Aussenverteidiger Brunner flankte von weit her, Rodriguez köpfelte den Ball aus vollem Lauf und rund elf Metern in die rechte hohe Ecke. Es war bereits das dritte Meisterschaftstor des linken Flügelspielers, der einer der wichtigsten Garanten ist, dass den Zürchern neben guter Defensivarbeit auch die für Siege nötigen Tore gelingen.

Decastel und der Unterschied

Später verstärkte Trainer Uli Forte seine Offensive um Dzengis ­Cavusevic als zweite Sturmspitze, ein weiteres Tor fiel aber nicht. Die Neuenburger zeigten nach dem Gegentreffer zwar wenigstens Ansätze des Willens, noch auszugleichen. Aber es passierte auch nach der Einwechslung des altgedienten Skorers Dante Sen­ger nichts Entscheidendes – bis auf jene Szene, «in der wir noch einmal zittern mussten, nach einem Missverständnis zwischen Andris Vanins und Alain Nef»,wie es Forte hinterher beschrieb. Weder der Torhüter noch der Abwehrchef bemächtigte sich des Balls; es war Glück, dass auch Senger ihn knapp verpasste.

Hätten die Neuenburger da noch einen Punkt geholt und ihre Ungeschlagenheit gewahrt, es wäre im Verhältnis zu ihrer Darbietung doch zu generös gewesen. Es war, wie auch ihr Trainer Michel Decastel sagte, doch zu of­fensichtlich, «dass meine Mannschaft in der ersten Halbzeit zu viel Respekt zeigte. Vor allem im Mittelfeld machten wir nicht un­ser wahres Spiel.» Obwohl sich das in der zweiten Halbzeit etwas gebessert habe, sei «der Sieg des FCZ übers Ganze gesehen verdient.» Und grundsätzlich formulierte er so: «Man hat heute die Differenz gesehen zwischen einer Mannschaft, die in der Super League spielen könnte, und einer guten Challenge-League-Mannschaft.» Dass Xamax das ist, haben die Monate unter Decastel ja gezeigt: Dieses 0:1 war erst die fünfte Niederlage in 28 Meisterschaftsspielen unter ihm; es war die erste Niederlage im 13. Pflichtspiel seit Mitte April.

Für den FCZ war Xamax der eine Gegner, der bisher als Herausforderer auftrat, der andere wird der FC Aarau sein. Noch nicht so weit ist offensichtlich der FC Wil, dem man das zu Beginn der Saison am ehesten zugetraut hatte. Was ihrer Mannschaft noch fehlt, konnten die drei Wiler Emissäre, Sportchef Roland Koch, Trainer Ugur Tütüneker und Assistent Ercüment Sahin, gestern auf der Tribüne beobachten. Sie sahen einen FCZ, der offensiv schon noch mehr Punch entwickeln muss, vor allem einstellungsmässig aber doch den richtigen Weg eingeschlagen hat. Dass sich die Auftritte der Zürcher ähnlich sind, liegt auch daran, dass Forte noch in jedem Ligaspiel dieselben elf hat beginnen lassen.

Forte: «Ein Geduldspiel»

Er habe seiner Mannschaft nach den verpassten ersten Chancen bei Halbzeit gesagt, «dass das zu einem Geduldspiel wird. Und so ist es dann auch gekommen.» Immerhin war sie fähig auch den ersten Match zu gewinnen, in dem sie nicht schon früh oder doch zumindest vor der Pause in Führung ging. «Wir werden uns», sagte Forte noch, «auch daran gewöhnen müssen, dass sich die Gegner hinten hineinstellen und nur auf Konter lauern.»

Womöglich hat sich auch ein anderer Tribünengast, der Schaffhauser Trainer Axel Thoma, für den Samstag auf der heimischen Breite diese Marschroute zurechtgelegt. Bis dahin haben die Zürcher allerdings noch einen für einen Klub der Challenge League ungewöhnlichen Termin: Am Freitag erfahren sie, wer ihnen für die Gruppenphase der Challenge League zugelost wird.

Erstellt: 23.08.2016, 08:40 Uhr

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