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Der FCRJ siegt in Winterthur

Das 1:0 in Winterthur war Rapperswil-Jonas fünftes Spiel in Folge ohne Niederlage, das vierte ohne Gegentor. Er ist als Aufsteiger schon Vierter der Challenge League, neun Punkte vor dem kriselnden FCW. Der sammelte am Montagabend keine Punkte, sondern nur Platzverweise. Gleich drei.

Mit vereinten Kräften halten die FCRJ-Innenverteidiger Denis Simani (links) und Egzon Shabani den Winterthurer Carlos Silvio in Schach.
Mit vereinten Kräften halten die FCRJ-Innenverteidiger Denis Simani (links) und Egzon Shabani den Winterthurer Carlos Silvio in Schach.
Heinz Diener
Das 1:0 in Winterthur war Rapperswil-Jonas fünftes Spiel in Folge ohne Niederlage, das vierte ohne Gegentor.
Das 1:0 in Winterthur war Rapperswil-Jonas fünftes Spiel in Folge ohne Niederlage, das vierte ohne Gegentor.
Heinz Diener
Das Team von Trainer Umberto Romano liegt mit sechs Punkte auf dem zweitletzten Platz der Challenge League.
Das Team von Trainer Umberto Romano liegt mit sechs Punkte auf dem zweitletzten Platz der Challenge League.
Heinz Diener
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Kalt liess keinen dieses Duell des FC Winterthur gegen den Aufsteiger vom Obersee, der ihn schon in der 2. Runde im heimischen Grünfeld unangenehm überrascht hatte. Am Schluss ärgerten sich manche der immerhin 3300 auf den Tribünen der Schützenwiese mehr über den Schiedsrichter, der in der 73. Minute den Winterthurer Innenverteidiger Jordi Lopez und in der 89. Minute den Rechtsverteidiger Nicolas Stettler wegen wiederholten Foulspiels nach einer zweiten Verwarnung vom Platz gestellt hatte. Und der schliesslich in der Nachspielzeit auch noch Dario Ulrich direkt vom Platz schickte, weil er dessen Aktion gegen Mychell Da Silva Chagas als Notbremse taxierte.

Über die dritte Rote Karte könnte man diskutieren, aber relevant war sie nicht mehr. Nicht zu diskutieren braucht man über die beiden ersten, denn sie waren gerechtfertigt. Lopez war von Anfang an schlecht im Spiel, musste zu oft zu Fouls greifen – womöglich wäre gescheiter gewesen, ihn deshalb auszuwechseln. Und Stettler trafs, als der FCW in der Endphase in Unterzahl zwar mit sehr viel Eifer, aber auch schon fast Verzweiflung den Ausgleich anstrebte.

Der Gegner macht die Tore nicht

Spielentscheidend aber waren nicht diese Roten Karten, wonach der FCW in dieser noch ziemlich jungen Saison schon sechs auf dem (Negativ-)Konto hat. Spielentscheidend war, was auch Trainer Umberto Romano als erstes feststellte: «Wir machen einfach die Tore nicht.» So wars, nicht zum ersten Mal, aber so extrem wie noch kaum einmal. Wer eine erste halbe Stunde hinlegt wie der FCW an diesem Abend, mit viel Einsatz, mit gutem Tempospiel in neuer Aufstellung und – eben – mit glasklaren Chancen und dann nicht führt, der bekommt zwangsläufig ein Problem. Ein grösseres Problem.

Und das hatten die Winterthurer, nachdem sich zu ihren Mängeln im Abschluss ein erster grober Patzer im Abwehrverhalten eingeschlichen hatte: Auf einen Ballverlust Kwadwo Duahs im Mittelfeld reagierten die Rosenstädter mit einem starken Konter. Egzon Shabani kam vom neu verpflichteten Stephané Nater lanciert alleine vor Torhüter Minder zu stehen – 0:1 nach 35 Minuten und so gut wie alle taktischen Vorteile beim Gast. Der konnte nun mit noch besserem Gewissen vor allem mal defensiv dicht stehen und auf Konter warten. Die kamen wiederholt. Aus Sicht der St. Galler «hätten wir den Sack früher zumachen können», wie es ihr Trainer Urs Meier formulierte. Aber ihr Topskorer Da Silva Chagas vergab drei beste Möglichkeiten. Hätte der Aufsteiger noch Punkte eingebüsst, hätte er sich darüber sehr ärgern müssen.

So gesehen war nicht mal unverdient, dass der FCRJ schliesslich auch sein zweites Spiel als Aussenseiter gegen die favorisierten Winterthurer gewann, die nun sage und schreibe neun Punkte hinter ihm liegen. «Wer ein solches Spiel gegen einen starken FCW auswärts gewinnt, der hat vieles richtig gemacht», durfte Meier zu Recht feststellten. Auch wenn er eingestand, dass Winterthur sehr gut begonnen hatte, «in der zweiten Halbzeit viel Druck machte, Chancen und auch Pech hatte.»

Latte, Pfosten, Unvermögen

Massgeblicher Fakt blieb eben, dass die Rapperswiler ihre Konterchancen zwar auch sehr mangelhaft nutzten, aber wenigstens eine eben doch. Und dass die Winterthurer aus ihren Möglichkeiten zu wenig, ja einfach nichts machten. Natürlich war Pech, dass Karim Gazzetta unmittelbar nach dem Gegentor mit einem guten Schuss die Latte traf, dass nach einer guten Stunde ein flacher Ball Duahs an den Pfosten abgelenkt wurde.

Aber es war einfach fatal, welche Chancen beispielsweise Silvio in der 13. Minute der ersten und Manuel Sutter in der 13. der zweiten Halbzeit vergaben. Silvio, eigentlich der Topskorer dieser Mannschaft, ihre wichtigste Stütze, schob den Ball aus kürzester Distanz dem FCRJ-Torhüter Diego Yanz in die Arme; Sutter konnte nach guter Vorarbeit Silvios mausbeinallein auf Yanz zulaufen – und schob den Ball am weiteren Pfosten vorbei. Deshalb jubelte am Ende die Gäste vom Obersee, die sich in drei Challenge-League-Monaten zu einer bemerkenswert stabilen Einheit entwickelt haben.

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