Fussball

Das letzte Duell von der Festplatte abrufen

Gross ist die Vorfreude bei Rapperswil-Jonas Spielern und Staff auf den Cup-Achtelfinal gegen den FC Basel. Respekt und viel Zuversicht schwingen mit. «Meine Mannschaft ist top vorbereitet», betont FCRJ-Trainer Urs Meier.

Rapperswil-Jona versteckt sich auch heute nicht: Bereits im letztjährigen Cupspiel gegen Basel traten die Rosenstädter mutig auf und kamen immer wieder zu Torchancen.

Rapperswil-Jona versteckt sich auch heute nicht: Bereits im letztjährigen Cupspiel gegen Basel traten die Rosenstädter mutig auf und kamen immer wieder zu Torchancen. Bild: David Baer

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Kurz vor dem grossen Cupspiel am Mittwochabend herrscht im Joner Grünfeld Hochbetrieb. Die Infrastruktur im und um das Stadion ist soweit bereit, fleissige Helfer verrichten da und dort noch Detailarbeiten. Gitterzäune werden hochgezogen und Kühlschränke aufgestellt. Auf dem Platz hinter der Sitzplatztribüne, die voll sein wird, trainiert die 1. Mannschaft des FCRJ.

Klubpräsident Rocco Delli Colli schaut vorbei und tauscht sich kurz mit Coach Urs Meier aus. Die Spieler sind auf ihre Übungen fokussiert. Anspannung liegt (noch) nicht in der Luft, alle wirken locker.

Nach der Trainingseinheit stehen Meier und seine Schützlinge für Interviews zur Verfügung. Dass jeder Einzelne auf das Kräftemessen mit dem Serienmeister und Cup-Titelverteidiger brennt, versteht sich von selbst. Einer tut dies besonders: Carlos Da Silva. «Ich freue mich extrem, dabei sein zu dürfen», betont er. Als Rapperswil-Jona am 14. August 2016 den FCB empfing, musste der gebürtige und in Sissach aufgewachsene Baselbieter verletzt zuschauen.

100 Prozent bereit

14 Monate lang fiel der Mittelfeldspieler mit einem Kreuzbandriss aus. «Jetzt bin ich dort, wo ich hingearbeitet habe – bei 100 Prozent», sagt der Cupfinalist von 2004 (als Profi verlor er damals im Basler St.-Jakob-Park mit den Zürcher Grasshoppers gegen Wil 2:3). In der laufenden Saison durfte der Doppelbürger (Schweiz/Portugal) Ende September beim 5:0-Heimsieg über Schaffhausen sein Comeback im Fanitonteam geben. Meier wechselte ihn auch letzten Samstag in Genf für die Schlussphase ein.

Nun hofft Da Silva, gegen Basel ebenfalls zum Einsatz zu kommen. «Ich bin spritzig und da, um der Mannschaft zu helfen.» Sie habe sich seit dem Aufstieg in die Challenge League sehr positiv entwickelt. «Darum gibt es einen ganz anderen Cupmatch als letztes Jahr», ist der 33-Jährige überzeugt.

(K)Ein Match wie jeder andere

Eine zentrale Rolle spielt am Mittwoch bestimmt Diego Yanz. Der FCRJ-Goalie präsentierte sich im letztjährigen Duell von seiner besten Seite und machte mit starken Reflexen manche Torchance der Basler zunichte. «Ich nehme das Positive aus diesem Spiel mit», hebt er hervor. Der Joner hat aber auch traurige Erinnerungen an die knappe 0:1-Niederlage. «Wir hätten Chancen gehabt», begründet Yanz. Doch seit jener Begegnung – damals in der 1. Hauptrunde – habe das ganze Team und auch er selber Fortschritte gemacht.

«Wir müssen auf unsere Stärken schauen.»FCRJ-Trainer Urs Meier

Sowohl der Keeper als auch die Feldspieler haben sich auf die Partie vorbereitet, als wäre es eine ganz normale. «Grundsätzlich ist es ein Match wie jeder andere auch», sagt Yanz dazu. Er hat sich nicht damit auseinander gesetzt, wie die Basler ihre Elfmeter treten. Sollte es tatsächlich zu einem Penaltyschiessen kommen, verlässt sich der Torhüter auf sein «Bauchgefühl». Trainer Meier will «alles in die Waagschale werfen, um Basel zu fordern». Auf die Startelf angesprochen gibt er sich bedeckt: «Beim Zusammenzug am Mittwochnachmittag lasse ich die Katze aus dem Sack.»

«Nicht nur verteidigen»

Die Rosenstädter haben Respekt vor dem Gegner. «Er kommt mit Spielern, die alle Rang und Namen haben», gibt Meier zu bedenken. Zudem sei der Serienmeister in beneidenswerter Form. Seit dem 1:0-Heimsieg über den FC Zürich überzeugte der FCB in der Meisterschaft und überraschte in der Champions League. «Doch wir müssen auf unsere Stärken schauen», betont Meier. Der 56-Jährige weiss, wie Basel zu bezwingen ist. Im April 2014 hatte er als FCZ-Coach die Stadtzürcher mit einem 2:0-Sieg nach Verlängerung gegen die «Bebbi» zum Cuptitel geführt.

Heute ist die Ausgangslage eine ganz andere. Mit dem FCRJ hat Meier nichts zu verlieren. Er will aber, dass Rapperswil-Jona «als einziges noch im Cup verbliebenes Challenge-League-Team die Liga ehrenvoll vertritt.» Einen mutigen Auftritt dürfen die Anhänger der St. Galler erwarten. «Wir werden nicht nur verteidigen, sondern auch offensive Aktionen kreieren», kündigt der Coach an. Und seine Spieler müssten nicht nervös sein. «Sie können sich ans letzte Duell mit Basel erinnern und dieses von ihrer Festplatte abrufen», sagt Meier. Da es erst gut ein Jahr zurückliege, sei es noch bestens in ihren Köpfen präsent. So kann dem FCRJ vielleicht sogar eine Sensation gelingen.

Erstellt: 24.10.2017, 16:35 Uhr

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