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Weshalb Forte so böse empfangen wird

Von den GC-Fans wird die Nachricht von Uli Forte als neuem Trainer alles andere als gut aufgenommen. Sie nehmen ihm unter anderem seinen stillosen Abgang vor sechs Jahren übel. Ein Rückblick.

Heute Morgen wurde Uli Forte an einer Pressekonferenz als neuer GC-Trainer präsentiert.

Er folgt auf den glücklosen Tomislav Stipic, mit dem die Vereinsleitung gerade einmal 5 Spiele Geduld hatte, obschon mit drei Unentschieden in Serie zuletzt ein klarer Aufwärtstrend ersichtlich war.

Zum Zeitpunkt der Präsentation war die Ernennung Fortes zum Cheftrainer freilich keine Überraschung mehr. Bereits gestern Abend war durchgesickert, dass sich die Vereinsführung rund um den neuen Präsidenten Stephan Rietiker zu diesem Schritt entschlossen hatte.

«Du bisch GC nöd würdig»

Und lange hat es danach nicht gedauert, bis die GC-Fans ihm und dem neuen Trainer unmissverständlich klar machen, was sie von diesem Entscheid halten.

«Du bisch GC nöd würdig» und «Uli du Bastard», lauten etwa die unfreundlichen Botschaften, welche auf verschiedenen Transparenten bereits wenige Stunden nach bekannt werden der News gestern Abend beim GC-Campus in Niederhasli angebracht wurden. Sogar vor Fortes Wohnort machten die aufgebrachten GC-Anhänger nicht halt. «Verpiss di», steht da neben den Briefkästen in grossen blauen Lettern geschrieben.

Die Vorgeschichte

Um zu verstehen, was die GC-Fans noch vor dem ersten Spiel unter Forte derart in Rage bringt, muss man sieben Jahre zurückblicken.

Forte war nämlich im Jahr 2012 schon einmal kurz vor Ende Saison als GC-Trainer vorgestellt worden. Und hatte nach einem schwierigen Start dann in der darauffolgenden Spielzeit 2012/13 soviel Erfolg, wie lange keiner mehr vor ihm. GC wurde nur knapp hinter dem FC Basel Meisterschaftszweiter und konnte mit dem Cupsieg den ersten Titel nach 10 Jahren feiern.

Was danach folgte nehmen ihm die Fans bis heute übel. Forte wurde von den Young Boys abgeworben, obwohl diese zum damaligen Zeitpunkt sportlich schlechter dastanden als die Grasshoppers.

In Bern lockte ein hochdotierter Dreijahresvertrag. Doch der Erfolgstrainer wollte diesen nicht als Begründung gelten lassen. Er rechtfertigte seinen Wechsel, indem er gegen seinen alten Club nachtrat. «Die Wertschätzung» habe ihm bei den Grasshoppers gefehlt, wiederholte er gegenüber jedem, der es hören wollte. Und: GC sei eine «ausgepresste Zitrone», bei der man unmöglich noch mehr herausholen könne.

All dies bloss wenige Tage nachdem er in einem Interview von einer rosigen GC-Zukunft geschwärmt hatte und sich selber mit einem Hirten verglich, dessen vordringliche Aufgabe es sei, seine Schafe - sprich die Spieler - im Verein zu halten.

Von da an, war Forte bei den GC-Fans untendurch. Beim ersten Aufeinandertreffen liessen sie ihn ihre Meinung wissen. Mit Transparenten wie «Uli rüeft s'Geld?» oder «Uli-Charakterlose Lump!».

Und der Ex-Trainer machte sich ein paar Monate später weiter unbeliebt. Er wilderte bei seinem alten Verein und lockte den damaligen GC-Abwehrchef Milan Vilotic nach Bern - was in der Rückrunde eine klare Schwäche der GC-Defensive zur Folge hatte.

Dazu kamen weitere unglückliche Aussagen an die Adresse des Rekordmeisters via Medien. So wurde Forte beispielsweise im YB-Fanradio zu den Anhängern seiner Ex-Clubs befragt. Und das tönte dann so: «GC ist klar der Klub, der abfällt, wenn ich die drei Klubs anschaue, die ich trainiert habe. Die Fans sind total unter dem Niveau, das GC verdienen würde.» Klar, dass diese Worte bei den GC-Fans nicht gut ankamen.

Engagement beim Stadtrivalen

Endgültig zur Persona non grata, wurde Uli Forte in den Augen der GC-Fans dann 2016, als er sich nach seinem Scheitern bei den Young Boys anschickte den FC Zürich übernehmen.

Vor allem, dass er von seinem Engagement beim verhassten Stadtrivalen als Herzensangelegenheit sprach und sich wiederholt bei dessen Fans anbiederte, verstärkte die Abneigung der GC-Anhänger gegenüber ihrem einstigen Erfolgstrainer weiter. Mit dem FCZ schaffte Forte den Wiederaufstieg und wurde 2016 Cupsieger, bevor er dann vor rund einem Jahr einigermassen überraschend entlassen wurde..

Trotz alledem steht nun also der 44-Jährige knapp sechs Jahre nach seinem unschönen Abgang bei den Grasshoppers erneut als Verantwortlicher für GC an der Seitenlinie. Am Samstag debütiert Forte beim Gastspiel in Basel. Auf die Reaktionen der Fans darf man gespannt sein.

Uli Forte über seine Motivation, nach sechs Jahren zum Grasshopper Club zurückzukehren. Video: Keystone/SDA

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