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Bayerns Kampf nicht belohnt

In einem epischen Halbfinal scheitern die Bayern an sich und dem überragenden Real-Keeper Navas.

Real Madrid steht zum dritten Mal in Folge im Final der Champions League. Video: SRF

Die Bayern lebten bis gestern mit dieser einen Frage: Gelingt es Jupp Heynckes zum Abschluss seiner Karriere nochmals, sie wie 2013 zum Triple zu führen? Die Antwort bekommen sie am Ende eines langen Abends im Bernabéu von Madrid. Das 2:2 im Rückspiel reicht ­ihnen nicht, um am 26. Mai in Kiew den Final der Champions League bestreiten zu können.

Es ist ein grossartiger, mitreissender Halbfinal von zwei Mannschaften, die mit aller Leidenschaft um den Erfolg kämpfen. Von Real, das alle Kräfte aufbieten muss, um den Traum vom Titel-Hattrick in der Königsklasse am Leben zu halten. Von Bayern, die mit allem, was sie haben, das 1:2 aus dem Hinspiel wettmachen wollen.

Der Match beginnt mit dem Tor von Kimmich nach 100 Sekunden. Er ist mit dem 1:0 für den Gast lanciert und kommt nie zur Ruhe, keinen Moment, er lebt von seiner Intensität und Spannung, von seinen Chancen, Toren und Wendungen.

Ulreichs Flop zu Beginn der zweiten Halbzeit. Video: SRF

Als Real gleich nach der Pause 2:1 in Führung geht, hat es alle Vorteile auf seiner Seite. Das Tor fällt nach einem unmotivierten Rückpass von Tolisso und dem Fehler von Ulreich, der am Ball vorbeirutscht und Benzema so den Weg zu seinem zweiten Tor des Abends freimacht. Die Bayern brauchen wieder zwei Tore, um weiterzukommen.

Aber das heisst nicht, dass sie deshalb verzweifeln. Sie lassen nicht nach, sie stürmen weiter. Alaba scheitert an Navas, Sergio Ramos hat Glück, dass seine Intervention gegen Lewandowski nicht mit Elfmeter geahndet wird, und nach 63 Minuten setzt James Rodriguez, der Leihspieler von Real, einem Abpraller nach und erzielt das 2:2.

Penalty oder nicht? Video: SRF

Zentimeter fehlen

Die Bayern haben, was ihr Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge vor dem Spiel gefordert hat: Sie haben Mut und Leidenschaft, sie liefern einen grossen Kampf. Und sie kommen zu weiteren Möglichkeiten. Kimmich scheitert an Navas, der einmal mehr glänzend reagiert, Müller sieht seinen Abschluss vom Costaricaner in der tiefen Ecke abgewehrt.

Die Minuten verstreichen. Die Kräfte schwinden. Asensio bleibt mit Krämpfen liegen. Real versucht, Sekunden zu schinden. In der 92. Minute fliegt ein Kopfball von Hummels knapp am Tor vorbei. Nach 96 Minuten ist Schluss.

Am Schluss jubeln wieder die Königlichen: Real Madrid gewinnt gegen die Bayern zwar nicht, dank dem 2:1-Sieg im Hinspiel reicht im Rückspiel aber ein 2:2. Cristiano Ronaldo war einer der schlechteren Spieler auf dem Platz.
Am Schluss jubeln wieder die Königlichen: Real Madrid gewinnt gegen die Bayern zwar nicht, dank dem 2:1-Sieg im Hinspiel reicht im Rückspiel aber ein 2:2. Cristiano Ronaldo war einer der schlechteren Spieler auf dem Platz.
Francisco Seco, Keystone
Noch unsichtbarer als Ronaldo war wohl nur er: Robert Lewandowski bestätigte, dass er in dieser Champions-Leauge-Saison seiner Form hinterher läuft. Der Pole fand wie schon im Hinspiel nicht statt.
Noch unsichtbarer als Ronaldo war wohl nur er: Robert Lewandowski bestätigte, dass er in dieser Champions-Leauge-Saison seiner Form hinterher läuft. Der Pole fand wie schon im Hinspiel nicht statt.
Paul White, Keystone
Da reichte auch das 2:2 von James Rodriguez nach gut einer Stunde nicht mehr. Der Kolumbianer ist übrigens der siebte Spieler, der in der Champions League für und gegen Real Madrid traf. Sonderlich zu freuen schien ihn das nicht, er verzichtete aus Respekt gegenüber seinem früheren Arbeitgeber auf einen Jubel.
Da reichte auch das 2:2 von James Rodriguez nach gut einer Stunde nicht mehr. Der Kolumbianer ist übrigens der siebte Spieler, der in der Champions League für und gegen Real Madrid traf. Sonderlich zu freuen schien ihn das nicht, er verzichtete aus Respekt gegenüber seinem früheren Arbeitgeber auf einen Jubel.
Emilio Naranjo, Keystone
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Schliesslich müssen die Münchner erkennen, dass ihnen immer wieder Zentimeter fehlen, beim letzten Pass, beim Torschuss. Ihr Problem ist, dass sie keinen Lewandowski in Topform haben, dass Müller erneut nicht trifft und Ribéry ebensowenig. Der verletzte Robben fehlt spürbar. Als Bilanz bleibt, dass Bayern zum fünften Mal in Folge gegen eine Mannschaft aus Spanien ausscheidet, zum dritten Mal nach 2014 und 2017 allein gegen Real.

Die Madrilenen sind in diesem Halbfinal nicht die bessere Mannschaft. Was sie allerdings auszeichnet, ist eine eindrucksvolle Effizienz. Beim Hinspiel genügten ihnen zwei Chancen und zwei Schüsse zu den zwei Toren. Im Rückspiel profitieren sie wieder von einem Aussetzer in der Münchner Abwehr: Vor einer Woche war es Rafinha, der ihnen ein Tor schenkte, diesmal ist es Torhüter Ulreich.

Heynckes: Wir waren die bessere Mannschaft

Real kann es verschmerzen, dass Cristiano Ronaldo erneut nicht erfolgreich ist und seine beiden grossen Chancen vergibt. Real feiert ausgelassen. Und kann in aller Ruhe nach Italien schauen, wo die AS Roma und der FC Liverpool den zweiten Finalisten für Kiew ausmachen.

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