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Bayern entlässt Trainer Carlo Ancelotti

Nach dem 0:3 in Paris trennen sich die Münchner von ihrem italienischen Coach. Noch nie in einer Saison hat sich Bayern so früh von einem Trainer getrennt.

Betretene Mine: Carlo Ancelotti während des Spiels gegen PSG am Mittwochabend. (27. September 2017)
Betretene Mine: Carlo Ancelotti während des Spiels gegen PSG am Mittwochabend. (27. September 2017)
Yeon Volat, Keystone
Die Bayern-Führungsetage reagiert: Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeness suchen ab Donnerstag einen neuen Trainer.
Die Bayern-Führungsetage reagiert: Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Uli Hoeness suchen ab Donnerstag einen neuen Trainer.
Alexander Hassenstein/Getty
Per Penalty: Antoine Griezmann netzt gegen Chelsea zum 1:0 ein.
Per Penalty: Antoine Griezmann netzt gegen Chelsea zum 1:0 ein.
Christophe Ena, Keystone
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Paukenschlag in München: Carlo Ancelotti ist nicht mehr Trainer der Bayern. Die Trennung des prominenten Bundesligisten vom 58-jährigen Italiener erfolgte unmittelbar nach der Rückkehr aus Paris, wo es am Mittwochabend eine 0:3-Niederlage bei Paris Saint-Germain abgesetzt hatte. Interimistisch übernimmt der ehemalige Co-Trainer Willy Sagnol.

«Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen. Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten. Das haben Sportdirektor Hasan Salihamidzic und ich Carlo heute in einem offenen und seriösen Gespräch erklärt und ihm unsere Entscheidung mitgeteilt», so Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München im Communiqué.

Rummenigges Rede beim Bankett

Ancelotti hatte das Traineramt in München im Sommer 2016 als Nachfolger von Pep Guardiola übernommen. In der vergangenen Saison wurde er mit dem FC Bayern deutscher Meister, derzeit liegen die Münchner in der Bundesliga nach sechs Runden drei Punkte hinter Leader Borussia Dortmund.

Das 0:3 gegen Paris St-Germain war den Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters offenbar eine Pleite zu viel. Schon nach dem missglückten Auftritt in Frankreichs Hauptstadt hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge mögliche Konsequenzen angedeutet. «Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage, über die es zu sprechen gilt, die es zu analysieren gilt und aus der wir auch in Klartextform Konsequenzen ziehen müssen», erklärte Rummenigge beim Bankett. Diese Konsequenzen hat Bayern München nun in Form eines Trainerwechsels gezogen.

Video: Nigerianer hatte die richtige Frage

Vor der Champions-League-Partie in Paris wollte ein nigerianischer Reporter von Carlo Ancelotti wissen, wie sehr er um seinen Job fürchtet. Der Italiener lachte und konterte gelassen. Zu unrecht, wie sich nun zeigt.

Zwist mit den Stars

Ancelottis Bilanz bei den Münchnern ist nicht überragend. Zwar wurde der Italiener in der letzten Saison Meister, im DFB-Pokal (im Halbfinal gegen Borussia Dortmund ) und in der Champions League (Viertelfilnal gegen Real Madrid) scheiterte er aber. Zuletzt stimmte auch das Innenleben in der von vielen Stars gespickten Mannschaft nicht mehr. Auch wurde der Trainer für seine Aufstellung in Paris heftig kritisiert.

Noch nie in seiner ruhmreichen Bundesliga-Geschichte hat der FC Bayern früher in der Saison einen Trainerwechsel vollzogen. Ähnlich früh hatte der Rekordmeister vor 26 Jahren eine Kurskorrektur auf der Trainerbank vorgenommen. Damals, am 8. Oktober 1991, musste Jupp Heynckes seinen Stuhl für Sören Lerby räumen. Für den Dänen wiederum folgte schliesslich nur ein halbes Jahr später die Entlassung.

Video: Die fatale Klatsche

Die Bayern verlieren in Paris 0:3. (Video: Reuters)

Die Trainingsleitung übernimmt bis auf weiteres Assistenz-Coach Sagnol. Der 40-jährige Franzose, 2001 mit Bayern München Champions-League-Sieger, wird am Sonntag beim Spiel bei Hertha Berlin auf der Bank sitzen. In deutschen Medien wird bereits Thomas Tuchel als neuer Cheftrainer gehandelt.

(SDA)

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