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Baufirma in Katar zahlte monatelang keinen Lohn

Die ausländischen Arbeiter werden laut Amnesty International auf den Baustellen für die Fussball-WM 2022 in Katar weiterhin ausgebeutet.

Die Ausbeutung für die Fussball-WM in Katar ist laut Amnesty International nach wie vor skandalös: Arbeiter auf einer Baustelle. (Archivbild)
Die Ausbeutung für die Fussball-WM in Katar ist laut Amnesty International nach wie vor skandalös: Arbeiter auf einer Baustelle. (Archivbild)
Karim Jaafar, AFP
Arbeiter aus Indien, Nepal und den Philippinen hätten monatelang keinen Lohn bekommen.
Arbeiter aus Indien, Nepal und den Philippinen hätten monatelang keinen Lohn bekommen.
Marwan Naamani, AFP
Den 2,1 Millionen ausländischen Arbeitskräften wurden Verträge und Mindestlohn versprochen.
Den 2,1 Millionen ausländischen Arbeitskräften wurden Verträge und Mindestlohn versprochen.
Karim Jaafar, AFP
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Die Ausbeutung von Arbeitern auf Baustellen für die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist nach Recherchen von Amnesty International nach wie vor skandalös. Zahlreiche Arbeitsmigranten seien bei den Bauarbeiten für das Vorzeigeprojekt Future City Lusail ausgebeutet worden, an denen die Baufirma Mercury Mena beteiligt war, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch in Berlin.

Die Firma habe das berüchtigte Sponsorensystem Kafala ausgenutzt. 78 ehemalige Arbeiter aus Indien, Nepal und den Philippinen hätten berichtet, dass es seit 2016 immer wieder zu Verzögerungen der Lohnauszahlungen kam, bis diese 2017 ganz ausblieben, erklärte Amnesty. Demnach schuldet die Firma ihnen bis zu 2470 US-Dollar, ihre Schicksale seien kein Einzelfälle.

Die Katar-Expertin von Amnesty, Regina Spöttl, verwies darauf, dass viele Befragte in ihren Heimatländern hochverzinste Darlehen aufgenommen hätten, um die Vermittlungsgebühren für einen Arbeitsplatz in Katar bezahlen zu können. Als ihre Löhne ausblieben, konnten sie kein Geld nach Hause schicken und die Kreditraten nicht mehr zahlen.

«Einige Familien waren gezwungen, Grundbesitz zu verkaufen oder ihre Kinder aus der Schule zu nehmen», erklärte Spöttl. Eine Vielzahl der Arbeitsmigranten sei «mittellos in Katar gestrandet, lebe in heruntergekommenen Quartieren ohne Gewissheit über ihre finanzielle Zukunft und ohne die Möglichkeit, wieder zu ihren Familien zurückzukehren». Da Mercury Mena für sie keine gültigen Aufenthaltsgenehmigungen beantragt habe, seien sie Repressionen der Behörden ausgesetzt.

Laut Amnesty gab der Geschäftsführer von Mercury Mena zu, dass Löhne angeblich aufgrund von unzuverlässigen Geschäftspartnern zu spät gezahlt worden seien, wies aber die Vorwürfe der Ausbeutung zurück.

Nach Berichten über die sklavenähnlichen Zustände auf den Grossbaustellen für die Fussball-WM 2022 hatte die Internationale Arbeitsorganisation ILO 2014 Untersuchungen eingeleitet. Auf internationalen Druck verkündete der Golfstaat später ein Ende seines umstrittenen «Kafala»-Systems, das ausländische Arbeitskräfte schutzlos ihren Vorgesetzten ausliefert.

Den 2,1 Millionen ausländischen Arbeitskräften im Land wurden Verträge und Mindestlohn versprochen. Amnesty forderte Katar nun auf, dringend Verbesserungen vorzunehmen.

SDA/chk

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