Fussball

Adliswiler träumen vom dritten Streich

Gleich mit vier Stürmern in der Startaufstellung streben die Sihltaler als Aufsteiger den Ligaerhalt in der 2. Liga interregional an. Eine Rückrunden-Vorschau.

Volle Kraft voraus. Die Adliswiler wollen während der Rückrunde vermehrt den Ball nach vorne bringen, so wie hier Libero Tobias Bosbach im Heimspiel gegen Muri. Im Adliswiler Sturm sollen gleich vier Angreifer für Gefahr beim Gegner sorgen.

Volle Kraft voraus. Die Adliswiler wollen während der Rückrunde vermehrt den Ball nach vorne bringen, so wie hier Libero Tobias Bosbach im Heimspiel gegen Muri. Im Adliswiler Sturm sollen gleich vier Angreifer für Gefahr beim Gegner sorgen. Bild: Andre Springer

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Eingefleischte Fans pflegen, an Weihnachten die Rangliste ihres Klubs an den geschmückten Tannenbaum zu hängen. Aber nur, wenn der Tabellenrang ihres Teams ein erfreulicher ist. Das konnten die FC-Adliswil-Anhänger in Weihnachten 2017 und 2018 genüsslich tun. Ihre Equipe zierte die Tabellenspitze. Vor drei Monaten indes war es anders. Die Sihltaler sind am anderen Extrem der Rangliste zu finden. Letzte in der Gruppe 5 der 2. Liga interregional.

Deswegen brauchen sich die Adliswiler allerdings nicht zu schämen. Denn von der Saison 2000/01 bis 2015/16 kämpften sie 16 Jahre lang in der 3. Liga um Meisterschaftspunkte. Dann folgten unter Trainer Mario Giovanni Pischedda zwei Aufstiege hintereinander – was für eine bemerkenswerte Leistung. Dass nun in der 2. Liga interregional die Früchte viel höher hängen als in der 3. Liga, ist klar.

Neu mit gleich vier Stürmern

Pischedda und seine Akteure wollen aber in der Erfolgsspur bleiben. Heisst: Nach den beiden Aufstiegen streben sie nun mit aller Macht den Ligaerhalt an, was einem dritten Streich gleichkäme. Dafür ändert der Erfolgstrainer sein Spielsystem. «Wir werden mit einem 4 - 2 - 4 statt mit einem 4 - 3 - 3 agieren», hält er fest.

Das sind vier statt drei Angreifer. Ist die Ausrichtung seiner Truppe damit nicht zu offensiv, zu gefährlich? «Nein», entgegnet der 38-Jährige. «Unsere vier Stürmer müssen defensiver arbeiten. Der Stürmer ist der erste Verteidiger. Elf Spieler agieren offensiv und elf defensiv», begründet er.

Während Vorrunde gelernt

Trotz seines grossen Kaders verpflichtete Adliswil während der Winterpause mit Adriano Sodano (von Thalwil), Cédric Ribaut (Thalwil) und Lukikenga Koko (Blue Stars) drei neue Akteure. Während Leistungsträger Sodano in Thalwil während der Vorrunde dieser Saison als Verteidiger für viel defensive Stabilität gesorgt hat, wird er in Adliswil als Stürmer eingesetzt.

Mittlerweile umfasst der Adliswiler Kader 27 Spieler. Daniele Pau, der Trainer der 2. Mannschaft, die in der 4. Liga um Punkte kämpft, gesteht ein, dass der Kader relativ gross sei. Dieses Problem lösen die Adliswiler damit, dass Akteure, die im Fanionteam nicht eingesetzt werden, in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln. Klare Regeln gibt es ebenso: «Wer trainiert, hat Priorität. Wer nicht regelmässig trainiert, schafft es beim Fanionteam nicht auf die 18-er Liste», sagt Mario Giovanni Pischedda. Die Sihltaler profitieren insgesamt von der guten und intensiven Zusammenarbeit ihrer Trainer, die Aktivmannschaften vorstehen.

«Unsere vier Stürmer müssen defensiver arbeiten. Der Stürmer ist der erste Verteidiger. Elf Spieler agieren offensiv und elf defensiv.»Mario Giovanni Pischedda, Trainer vom FC Adliswil

Trotz der momentan ungemütlichen Tabellensituation ist das Selbstvertrauen dem Aufsteiger nicht abhanden gekommen. Durch Unannehmlichkeiten lassen sich die Adliswiler nicht beunruhigen. Die Ausnahmespieler Luis Muino Fraga und Alessandro Esposito sind momentan angeschlagen und werden am Samstag um 18 Uhr beim Rückrundenauftakt zu Hause gegen den starken Tabellendritten Eagles Aarau nicht mittun können. Trotzdem fordert Pischedda einen Sieg. «Unsere durchschnittlich junge Mannschaft ist nun erfahrener als während der Vorrunde und sie hat in den vergangenen Wochen gut trainiert. Da ist es doch klar, dass man die Heimspiele gewinnen will», meint der Coach.

Vereinspräsident Bruno Stäubli sah bereits nach der Vorrunde, nach 13 Meisterschaftspartien, einem Sieg, vier Remis und acht Niederlagen, in der fehlenden Abgeklärtheit ein Adliswiler Manko. Ansonsten nahm Stäubli auch Erfreuliches war: «Bei mehreren Partien waren wir spielerisch ebenbürtig oder sogar bes­ser als der Gegner», meinte er damals. Sportchef und Vizepräsident Johannes Laseroms sagt vor dem Rückrundenstart: «Wir haben mit Mario Giovanni Pischedda einen guten Trainer.»

Intensiv Deutsch lernen

Der Coach ist übrigens intensiv daran, seine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. «Bald möchte ich in Deutsch sagen, was ich denke und vermittlen will», verspricht er. Und mit seinem neuen Spielsystem will er für die nötigen Punkte für den Ligaerhalt sorgen.

Erstellt: 13.03.2019, 17:23 Uhr

FC Adliswil

Zuzüge während der Winterpause: Adriano Sodano (90/von Thalwil), Cédric Ribaut (00/Thalwil), Lukikenga Koko (97/Blue Stars). – Abgänge: Meo Dalgic (00/zu Wollishofen), Burak Zecirovci (96/Adliswil 2), Ardian Ftaqi (?). – Trainingslager: Valencia vom 3. - 10. März.

Aktuelle Rangliste 2. Liga interregional. Gruppe 5 (je 13 Spiele): 1. Dietikon 28. 2. Pajde 27. 3. Eagles Aarau 26. 4. Wettingen 25. 5. Freienbach 25. 6. Muri 21. 7. Schöftland 20. 8. Wohlen 14. 9. Aegeri 13. 10. Einsiedeln 13. 11. Olten 11. 12. Dulliken 10. 13. Wangen b.O. 9. 14. Adliswil 7. Die drei letztplatzierten Teams steigen Ende Saison in die 2. Liga regional ab.

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