Fussball

«Wir haben eine Vorbildfunktion»

Denis Simani hat seinen Vertrag beim FC Rapperswil-Jona bis ins Jahr 2020 verlängert. Mit seinen konstant guten Leistungen hat sich der Innenverteidiger zu einer wichtigen Stütze des Teams entwickelt.

Denis Simani trinkt nicht nur seinen Cappuccino in der Bäckerei Räber, sondern hat auch die Heizungsleitungen für das Gebäude geplant.

Denis Simani trinkt nicht nur seinen Cappuccino in der Bäckerei Räber, sondern hat auch die Heizungsleitungen für das Gebäude geplant. Bild: Manuela Matt

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Sie haben einen Cappuccino bestellt. Was mögen Sie daran?
Denis Simani: Er ist nicht so stark wie andere Kaffees. (lacht)

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Es ist mein Lieblingskaffee. Ansonsten bevorzuge ich aber ein Glas Wasser.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Steak mit Kartoffeln. Dieses Menü esse ich nur an besonderen Tagen wie etwa an meinem Geburtstag. Es soll ja auch in Zukunft etwas Spezielles bleiben.

Können Sie das auch selbst zubereiten?
Nein. Ich selber kann nicht so gut kochen. Ich esse oft zu Hause bei meiner Familie oder auswärts mit Mannschaftskollegen.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Wir Spieler sind selber für unsere Ernährung zuständig, erhalten jedoch Hilfestellungen vom Verein. Ich persönlich trinke viel Wasser und esse oft Teigwaren.

Gibt es sonst Einschränkungen?
Einschränkungen würde ich es nicht nennen, doch es gibt gewisse Regeln. Wir haben gegenüber vielen Kindern eine Vorbildfunktion. Dies bedeutet beispielsweise, dass wir uns anständig benehmen und in der Öffentlichkeit nicht negativ auffallen. Das sind Sachen, die für alle gelten. Zudem haben wir nicht so oft die Möglichkeit, mit Freunden auszugehen, da wir meistens am Wochenende Meisterschaftsbetrieb haben. Doch man ist bereit, darauf zu verzichten, denn die gesteckten Ziele will jeder erreichen. Das gehört zu einer Profikarriere im Sport dazu.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Ich arbeite neben dem Fussball 50 Prozent als Haustechnikplaner bei der Edwin Keller + Partner AG. Dort plane ich Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärleitungen in Gebäuden. Ich arbeite seit 2008 in demselben Betrieb und habe meine Lehre dort gemacht.

«Der Familienzusammenhalt hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert.»
Denis Simani

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Weniger einen Sportanlass, mehr einen Fussballspieler: Ronal­dinho hat mich mit seiner Lockerheit und brasilianischen Art fasziniert.

Wie sind Sie zum Fussball gekommen?
Mein Vater hat mich als Fünfjährigen zum FC Gossau geschickt, obwohl er gar kein Fussballfan war. Sein Hauptanliegen bestand darin, dass ich nach der Schule nicht einfach nur herumhänge.

Welches war Ihr schönsterMoment im Sport?
Der Aufstieg letztes Jahr mit Rapperswil-Jona von der Promotion in die Challenge League.

Und welches war die grössteEnttäuschung?
Als ich die Aufstiegsspiele in der Saison 2013/14 verpasste.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie die letzten beiden Meisterschaftsspiele in Angriff?
Wir wollen sowohl die Partie zu Hause gegen Xamax als auch auswärts in Servette gewinnen.

Wie beurteilen Sie Ihre persönliche Leistung?
Im Grossen und Ganzen bin ich zufrieden. Ich zeigte konstante Leistungen und wir haben uns in der Abwehr nochmals gesteigert.

Wo sehen Sie Ihr Verbesserungspotenzial?
In Zukunft kann ich sicherlich noch torgefährlicher werden und mich vermehrt in die Angriffe einschalten.

Was ist ihr Traum?
Einmal in der Super League zu spielen, das wäre mein Traum.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Etwa zehn Minuten.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit Cristiano Ronaldo. Ich frage mich, wie er einerseits als Mensch, andererseits als Profi ist. Wie man so hört, arbeitet er unglaublich hart für seinen Erfolg. Wie ein solcher Arbeitstag von ihm aussehen würde, wäre sehr spannend mitzuerleben.

Welche Person bewundern Sie?
Meine Eltern. Sie sind 1989 aus Kosovo in die Schweiz gekommen, bevor der Jugoslawienkrieg begann. Sie haben es geschafft, sich eine Existenz aufzubauen, ohne zunächst die Sprache zu können. Ich und meine zwei jüngeren Brüder konnten in der Schweiz in einem guten Umfeld aufwachsen.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Am Samstag gewinnen wir den Match und am Sonntag verbringe ich gemütlich ein wenig Zeit mit meiner Familie.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Ich gehe zwei Wochen mit Kollegen auf Mallorca, um zu entspannen und Energie zu tanken.

Ihr Lieblingssong?
«Freaky Friday» von Cris Brown.

Ihr Lieblingsfilm?
«96 Hours».

Ihr Lieblingsbuch?
Kürzlich habe ich die Biografie von Zlatan Ibrahimovic gelesen. Mich beeindruckt, wie er trotz schlechten Verhältnissen in der Kindheit zum Weltstar geworden ist.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Ich rege mich bei Kleinigkeiten zu schnell auf. Danach kann ich mich oft nicht mehr zurückhalten. Beispielsweise beende ich dann eine Übung im Training nicht richtig. Doch im Vergleich zu früher ist es schon viel besser geworden. (schmunzelt)

Und welches ist Ihre besteEigenschaft?
Meine Hilfsbereitschaft. Ich helfe gerne, wenn ich kann.

Was macht Sie glücklich?
Gesundheit für mich, meine Familie und meine Freunde.

Was ärgert Sie?
Egoistische Menschen, die nur auf sich schauen, kann ich nicht ausstehen. Ich und solche Personen in einem Raum – das passt einfach nicht.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Neben der Gesundheit ist es mir wichtig, dass mein Verhältnis zu meiner Familie und zu meinen Mitmenschen stimmt. Meiner Familie soll es gut gehen. Ich will meine Eltern unterstützen, wenn sie Hilfe benötigen. Der Familienzusammenhalt hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Dann arbeite ich hoffentlich nach wie vor auf meinem gelernten Beruf. Eventuell vertiefe ich mich in eine Richtung oder ich besuche einzelne Weiterbildungen. Ich kann mir auch vorstellen, dass ich später dem Fussball verbunden bleibe, indem ich in den Trainerberuf einsteige. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 16:41 Uhr

Worum gehts?

Im letzten Heimspiel der ersten Saison in der Challenge League empfängt Rapperswil-Jona heute Freitag das schon länger als Aufsteiger in die Super League feststehende Xamax. Der FCRJ wird die Meisterschaft mindestens auf dem 5. Rang abschliessen. Verteidiger Denis Simani und seine Teamkollegen wollen in den verbleibenden Partien gegen Xamax und Servette nochmals alle Kraftreserven mobilisieren, um die Saison siegreich zu beenden.

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