Fussball

Vor schwieriger zweiter Spielzeit

Der FC Rapperswil-Jona blickt seiner zweiten Saison in der Challenge League mit Zuversicht, aber auch einer grossen Portion Respekt entgegen. Das Premieren­jahr zu bestätigen, wird eine Herkulesaufgabe.

FCRJ-Cheftrainer Urs Meier sieht sich mit gestiegenen (vor allem externen) Erwartungen und erstarkter Konkurrenz konfrontiert.

FCRJ-Cheftrainer Urs Meier sieht sich mit gestiegenen (vor allem externen) Erwartungen und erstarkter Konkurrenz konfrontiert. Bild: Moritz Hager

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Das zweite Jahr in einer neuen Liga sei immer das schwierigere, heisst es in Fussballkreisen – hauptsächlich, weil die Aufstiegseuphorie verflogen sei und die Gegner den Neuling nicht mehr unterschätzen würden. Im Fall der Rosenstädter dürften die Hauptgründe dafür, dass von einer schwierigen neuen Spielzeit auszugehen ist, aber zwei andere sein.

Erstens haben sie mit Rang 5 und einer Ausbeute von 56 Punkten aus 36 Partien in ihrem ersten Jahr im Profi­business die Messlatte enorm hochgelegt. Und die vergangene Saison gilt letztlich halt als Referenz – nicht zuletzt beim Publikum. Zweitens hat sich die Konkurrenz im Sommer teilweise massiv verstärkt.

Die Motivation dazu liege auf der Hand, findet Urs Meier: «Dadurch, dass die Barrage wieder eingeführt wurde, wittern viele Vereine eine Aufstiegschance.» Der 57-jährige ehemalige FCZ-Trainer, der in seine zweite Saison beim FCRJ steigt, erwartet deshalb ein «dichtes Gedränge» um die ersten zwei Ränge.

Ziel Klassenerhalt

Dahinter müssten seine Equipe, Aufsteiger Kriens sowie zwei, drei andere Klubs schauen, die für den Ligaerhalt nötigen Punkte einzufahren. Schon das werde eine grosse Herausforderung, betont Meier: «Wir müssen realistisch bleiben, demütig sein. Denn wir sind immer noch relativ neu in dieser Liga, die nochmals enorm an Qualität gewonnen hat, und haben eines der kleinsten Budgets. Um da bestehen zu können, müssen wir Spiel für Spiel eine Topleistung abrufen, alles geben.»

Sportchef Arben Gojani sieht es ähnlich: «Die Leistung der vergangenen Saison zu wiederholen, wird sehr, sehr schwierig.» Das Ziel laute deshalb grundsätzlich, nicht abzusteigen. Man dürfte nicht vergessen, dass es einige gewichtige Abgänge gegeben habe. «Gekommen sind vorwiegend junge, wenn auch sehr talentierte Spieler. Die brauchen sicher noch etwas Zeit, bis sie die Lücken schliessen können», glaubt Gojani.

Weiterhin ein guter Mix

Insgesamt haben im Sommer acht Spieler den FCRJ verlassen (Dominik Schwizer war schon im Winter zu Thun gewechselt). Her­auszuheben gilt es einerseits die beiden Routiniers Carlos Da Silva und Kim Jaggy – Ersterer beendete seine Karriere und ist neu Team-Manager, Zweiter wollte kürzertreten und kickt neu beim Erstligisten Tuggen –, und andererseits die Leistungsträger Dennis Salanovic (zu Thun), Valon Fazliu (Lugano) und Berkay Sülüngöz (Vaduz), die zu Super-League-Klubs beziehungsweise zu einem Aufstiegskandidaten gewechselt sind.

Demgegenüber stehen neun Zuzüge. Der namhafteste ist Diego Ciccone vom FC Vaduz. Der 30-jährige Mittelfeldspieler bringt die Erfahrung aus 133 Partien in der höchsten Schweizer Liga mit und stand mit dem liechtensteinischen Cupsieger auch schon auf internationalem Parkett (Europa-League-Qualifikation) im Einsatz. Ebenfalls schon in der Super League aktiv waren der vom FC St. Gallen ausgelie­hene, 21-jährige Verteidiger Silvan Gönitzer (9 Spiele) sowie der als Back-up von Stammgoalie Diego Yanz verpflichtete Andrea Gua­telli (36 Partien).

«Wir verfügen nach wie vor über einen guten Mix im Team», ist Urs Meier überzeugt. Aber auch der Cheftrainer betont, dass wohl noch etwas­ Geduld gefragt ist, ehe die Mannschaft wieder das von der letzten Saison gewohnte Niveau erreicht. Die Zeit im Sommer sei jeweils relativ kurz. Das reiche gerade, um eine Basis zu legen. «Die Detailarbeit folgt erst. Es muss sowieso unser Ziel sein, uns laufend weiterzuentwickeln», sagt Meier.

Noch nicht abgeschlossen sind laut Sportchef Gojani auch die Transferaktivitäten. Im offen­siven Bereich könnte noch etwas gehen, ein Knipser und ein Flügel hinzukommen. «Das Transferfenster ist ja noch lange offen», sagt Gojani und verweist dar­auf, dass vergangene Saison mit Stéphane Nater (1. August 2017, spielberechtigt ab Mitte Oktober) und Valon Fazliu (ab 26. Oktober 2017 von GC ausgeliehen) zwei Leistungsträger auch erst später zum Team stiessen. Inter­nationale Wechsel sind noch bis 31. August, solche innerhalb der Schweiz bis 30. September erlaubt, während lokal ausgebil­dete Spieler unter 21 Jahren auch danach transferiert werden dürfen.

Natürlich hätte auch Urs Meier nichts gegen weitere Verstärkung, der Trainer ist aber auch mit dem aktuellen Kader nicht unzufrieden: «Die Qualität ist gut und alle Spieler sind mit Herzblut bei der Sache. Wenn wir nun weiter hart arbeiten und Fortschritte erzielen, dann bin ich überzeugt, dass wir auch in dieser Saison wieder eine gute Rolle in dieser Liga spielen können.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.07.2018, 09:13 Uhr

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Kader Saison 2018/19

Staff: Urs Meier (Cheftrainer / seit Juni 2017), Daniel Hasler (Trainer / Juni 17), Carlos Da Silva (Team-Coach), Thomas Szabo (Torhütertrainer), Tom Lehmann (Athletik­trai­ner), Michele Pansini (Physiotherapeut).

Tor (3): Andrea Guatelli (Jahrgang 1984), Tomislav­ Vranjes (00), Diego Yanz (88).

Verteidigung (9): Jonas Elmer (88), Gio­vanni Giallongo (96), Silvan Gönitzer (96), Roman Güntensperger (91), Mike Kleiber (93), Egzon Kllokoqi (93), Pedro Pacheco (97), Simon Rohrbach (96), Denis Simani (91).

Mittelfeld (6): Francesco Amendola (99), Diego Ciccone (87), Manuel Kubli (95), Stéphane Nater (84), Matteo Pasquarelli (98), Julio Teixeira (96).
Sturm (8): Denis Agushi (99), Gabriel Fal­ciano (98), Merlin Hadzi (98), Kemil Festic (96), Genc Krasniqi (94), Egzon Shabani (91), Aldin Turkes (96), Ilir Zenuni (99).

Zuzüge (9): Ciccone (Vaduz/ChL), Festic (Zug 94 / 1.), Gönitzer (St. Gallen / SL), Gua­telli (United Zürich / PL), Hadzi (Young Boys U-21 / 1.), Krasniqi (Kosova / 1. L.), Pasqua­relli (Wohlen/ChL), Agushi, Giallongo (beide 2. Mannschaft/2.).

Abgänge (9): Novem Baumann (FCZ/SL), Carlos Da Silva (Rücktritt), Valon Fazliu (Lugano/SL), Kim Jaggy (Tuggen/1.), Orhan Mustafi (?), Dennis Salanovic (Thun/SL), Domi­nik Schwizer (Thun / SL / in der Winterpause), Berkay Sülüngöz (Vaduz/ChL), ­Célien Wicht (Cham/PL).

Spielplan 1. Viertel

Meisterschaft


  • FCRJ - Schaffhausen Sa, 21. Juli, 18.00 Uhr

  • Kriens - FCRJ Sa, 28. Juli, 17.30 Uhr

  • FCRJ - Winterthur Sa, 4. Aug., 18.00 Uhr

  • Lausanne - FCRJ Sa, 11. Aug., 19.00 Uhr

  • FCRJ - Vaduz So, 28. Aug., 16.00 Uhr

  • FCRJ - Aarau Sa, 1. Sept., 18.00 Uhr

  • Wil - FCRJ Sa, 22. Sept., 17.30 Uhr

  • Chiasso - FCRJ Di, 25. Sept., 20.00 Uhr

  • FCRJ - Servette Sa, 29. Sept., 18.00 Uhr





  • Cup (1. Runde)





    • Frauenfeld (2i) - FCRJ Sa, 18. Aug., 16.00 Uhr



    Die Spieldaten der weiteren drei Viertel der Challenge-League-Meisterschaft sind noch nicht fix. Insgesamt werden 36 Runden ausgetragen.

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