Thalwil

Thalwil will sich weiterentwickeln

Der Seeclub kämpft in der 1. Liga ab morgen Samstag um den Klassenerhalt. Das Team wurde im Winter verstärkt, und verletzte Akteure kehren zurück.

Allein auf weiter Flur: Thalwils Sturmspitze Simon Mesonero (im grünen Trikot, im Spiel gegen Gossau) könnte in der morgen Samstag ­beginnenden Rückrunde vorn mehr Unterstützung von Clubkollegen erhalten. Foto: David Baer

Allein auf weiter Flur: Thalwils Sturmspitze Simon Mesonero (im grünen Trikot, im Spiel gegen Gossau) könnte in der morgen Samstag ­beginnenden Rückrunde vorn mehr Unterstützung von Clubkollegen erhalten. Foto: David Baer Bild: David Baer

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Thalwil hat, bezogen auf die ungünstigen Voraussetzungen, eine tolle Vorrunde hinter sich. Und auch eine aufregende. Als in der zweitletzten Hinrundenpartie am 27. Oktober alle einen Heimsieg gegen den Tabellenletzten United Zürich erwartet haben, hat das Team von Trainer Marco Bolli 0:2 verloren. Dafür hat der Seeclub zwei Wochen später Nervenstärke gezeigt, als es in seiner letzten Meisterschaftspartie des Jahres 2018 auswärts das ambitionierte Kosova geschlagen hat. Die Blamage gegen United konnte Thalwil damit eindrücklich ausmerzen.

16 Punkte, resultierend aus vier Siegen und ebenso vielen Unentschieden, bei sechs Niederlagen, haben die Linksufrigen im vergangenen Herbst geholt. Damit überwinterten sie neun Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz. Das ist eine ansehnliche Bilanz für ein Team, das vor Saisonbeginn von den Experten als sicherer Absteiger eingestuft wurde. Gleich 18 Spieler haben im Sommer Thalwil verlassen und mussten danach ersetzt werden. Marco Bolli und Sportchef Dimitris Demiros waren gefordert. Hauptsächlich in der 2. Liga fanden sie Ersatz. Und sie bauten die neuen Akteure erfolgreich in den kleinen bestehenden Kader aus der Vorsaison ein.

Die Thalwiler wollen in der Rückrunde, die morgen Samstag beginnt, etwas riskieren. Sportchef Demiros hebt allerdings gleichzeitig den Warnfinger und weist darauf hin, dass neun Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz bei der Dreipunkteregelung nicht viel seien. Und trotzdem wollen die Verantwortlichen eventuell von ihrem Konterfussball, einer starken Abwehr mit schnellem Umschaltspiel, den sie im vergangenen Herbst erfolgreich praktiziert haben, zuweilen etwas abweichen.

Mehr Möglichkeiten vorne

Trainer Marco Bolli will sich nicht vollumfänglich in die Karten schauen lassen. Sportchef Demiros dagegen äussert: «Durch die neuen offensiven Verstärkungen haben wir jetzt die Möglichkeit, angriffiger zu agieren.» Zum einen stehen Ivan Loué und Nico del Pilato, nach ihren langwierigen Verletzungen im vergangenen Sommer und Herbst, wieder zur Verfügung.

Zum anderen konnten mit Luca Moscatiello (von Mendrisio), Luca Ardito (Red Star), Aleksandar Radovic (Ausland) und Dimitrios Chassanidis (Wädenswil) vier durchschlagskräftige Akteure geholt werden. Marco Bolli zu seinen Neuen: «Moscatiello hat unter anderem in Italiens U-19 gespielt. Er ist technisch und mental stark, hat Spielübersicht und fordert im Spielaufbau gern den Ball.» Auch über Ardito ist der Coach voll des Lobes: «Linksfüsser Luca ist lauffreudig und hat Zug nach vorn, spielt gute Flanken und geht auch gern in den Abschluss. Auch seine stehenden Bälle sind gefährlich.» Mit Chassanidis verpflichteten die Thalwiler einen zweikampfstarken Akteur, der in der Defensive und der Balleroberung seine Vorteile hat. Mit Adriano Sodano und Cédric Ribaut (beide Adliswil), Philipp Allemann (Aegeri), Diego Herrera (zurück nach Chile), Richard Gertsch (United Zürich), Daniel Sardinha (Dietikon), Valentino Giansiracusa und Alessandro Quarta (beide offen) haben dagegen mehrere Spieler Thalwil im Winter verlassen. Sodano sieht Vaterfreuden entgegen, arbeitet häufig am Abend und musste deshalb sein Engagement im Fussball reduzieren.

Start mit Heimspiel

Morgen Samstag, um 16 Uhr, empfängt Thalwil auf dem Sportplatz Im Brand Aufstiegsanwärter Baden. In der Vorrunde verlor Thalwil im Aargau 1:2, nachdem es bis in die zweite Halbzeit geführt hat und in der Schlussphase noch zu einer Ausgleichschance gekommen war. «Wir können Baden wieder ärgern», hält Sportchef Dimitris Demiros fest. Thalwil sollte fast in Bestbesetzung antreten können. In der Hoffnung, dass der 35-jährige Innenverteidiger Luca Ferricchio auflaufen kann. «Es wird immer mehr auf Kunstrasen trainiert, und das verträgt nicht jeder Spieler gleich. Luca bekundete Probleme», klärt Demiros auf. Die Chance sei aber intakt, dass Ferricchio gegen Baden einsatzbereit sei. Sicher abwesend dagegen wird Zuzug Moscatiello sein, der einen Strafsonntag absitzen muss.

Die Rückrunde ist für Thalwil ein äusserst spannendes Abenteuer. Zum einen muss die Equipe wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg gewinnen. Zum anderen könnte sich zuweilen die Spielweise etwas ändern. Wohl mehr Ballbesitz statt schneller Konter? Schafft der Erstligist diesen Spagat? (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.03.2019, 00:19 Uhr

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