Thalwil

Sensationelle Aufholjagd nicht belohnt

Erstligist Thalwil holte in der Gruppe 3 bei Aufstiegsanwärter Tuggen zwischen der 84. und der 91. Minute einen 0:3-Rückstand auf! Die Linksufrigen verloren am Schluss aber noch 3:4.

Einen vierminütigen Höhenflug erlebte Thalwils Eldin Omerovic in Tuggen. Zwischen der 91. und der 95. Minute stand es 3:3, ehe den Schwyzern noch der Siegtreffer gelang.

Einen vierminütigen Höhenflug erlebte Thalwils Eldin Omerovic in Tuggen. Zwischen der 91. und der 95. Minute stand es 3:3, ehe den Schwyzern noch der Siegtreffer gelang. Bild: Andre Springer

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Gleich zu Meisterschaftsbeginn musste Thalwil bei Aufstiegsanwärter Tuggen antreten. Eine schwierige Aufgabe. Für die Gäste hiess die Devise, möglichst lange einen Gegentreffer zu vermeiden. Die Schwyzer beherrschten die Partie dann über weite Strecken und kamen zu vielen Torchancen, schnitzerten aber im Abschluss. Ausser in drei Szenen: Genc Krasniqi brachte die Gastgeber in der 35. Minute in Führung, Jakup Jakupov erhöhte in der 52. Minute mit einem Penalty, und Petar Ugljesic gelang in der 83. Minute mit einer satten Direktabnahme das 3:0. Normalerweise bedeutet dieses Resultat eine Vorentscheidung. Da hatten die aufopfernd kämpfenden Thalwiler aber etwas einzuwenden.

Was ab der 83. Minute folgte, war an Dramatik nicht zu toppen. Innerhalb von sieben Minuten gab Tuggen wegen drei Thalwiler Goals durch Noah Weiler in der 84. Minute, Tim Cerjak (89.) und Alessio D’Angelo (90.+1.) die Führung aus der Hand und hatte Glück, dass der Schiedsrichter lange nachspielen liess und ihnen in der 5. Minute der Nachspielzeit doch noch der Siegtreffer gelang.

Thalwil verpasst die Führung

Die letzten vier Tore der Partie unter der Lupe: Beim 1:3 verschätzte sich der Tuggener Caine Keller bei einer weiten Vorlage auf Noah Weiler, und dieser verkürzte kaltblütig auf 3:1. Jetzt sah das Resultat nicht mehr so brutal aus, dachte man beim Thalwiler Anhang. Aber es kam noch besser. Die verunsicherte Hintermannschaft der Gastgeber wusste nicht, wie ihr geschah. Da donnerte der Ball zuerst an die Latte, dann an den Pfosten, bevor Neuzuzug Tim Cerjak das Leder im Tor zum 2:3 unterbrachte. Die Nachspielzeit lief bereits, als Alessio D’Angelo Tuggens Goalie Alessandro Merlo, dem sonst sicheren Wert im Tor der Schwyzer, den Ball abluchste und zum 3:3 einschoss. Die Verlängerung dauerte unendlich lange, auch wenn es Mitte der 2. Halbzeit zu einem Unterbruch für die Pflege von Salim Benziar gekommen war. Hatten die Thalwiler beim 3:3 gejubelt, so waren es die Tuggener, die in der 5. Minute der Nachspielzeit das 4:3 durch Dardan Morina überschwänglich feiern konnten.

Natürlich war der Sieg des Favoriten verdient. Aber die Linksufrigen kämpften vorbildlich und beherzt. Es hätte zwar nicht dem Spielverlauf entsprochen, aber in der 33. Spielminute wäre die Führung für den Aussenseiter möglich gewesen. Statt aus einer guten Position abzuziehen, wollte sich Luca Ardito den Ball noch auf den stärkeren Fuss legen, und weg war die Chance.

«Wir sollten cleverer sein»

Der Thalwiler Trainer Marco Bolli meinte nach der Partie, dass es nicht leicht sei, ein solches Spiel zu verdauen. Auch wenn der Punkt glücklich gewesen wäre, «so sollten wir cleverer sein und das Unentschieden über die Runden bringen».

Adrian Allenspach, der Tuggener Coach, sah starkes Verbesserungspotenzial für seine Mannschaft bei der Chancenauswertung. Die drei Gegentreffer für seine Mannschaft waren schwierig zu erklären. «Auf alle Fälle kamen die Zuschauer bei diesem Spiel auf ihre Kosten», meinte der Trainer lakonisch.

Am kommenden Samstag empfängt Thalwil um 16 Uhr Linth 04. Die Glarner haben ihre Startpartie 3:0 bei Eschen/Mauren gewonnen.

Erstellt: 04.08.2019, 19:36 Uhr

Infobox

Noah Weiler, Sohn von Erfolgstrainer René Weiler, trifft in seinem ersten Spiel für Thalwil

Das erste Thalwiler Saisontor gelang Neuzuzug Noah Weiler. Der Aussenläufer wurde in Tuggen in der 53. Minute eingewechselt und schoss in der 84. Minute den Anschlusstreffer zum 1:3. Der 20-Jährige ist der Sohn von René Weiler, der als Trainer Aarau in die Super League und Anderlecht zum belgischen Meistertitel geführt hat. Über Winterthur, Seuzach und zuletzt Zug 94 kam Noah Weiler zu Thalwil, wo er sich zum Ziel gesetzt hat, «eine gute Saison zu spielen». Neben dem Fussball sind auch seine weiteren Hobbys Tennis und Gym sportlich.
Ebenfalls neu bei Thalwil ist Aljaz Kavcic. Der 25-jährige Verteidiger hat vorgestern Samstag in Tuggen durchgespielt. Seine Wurzeln hat der Defensivspieler in Slowenien. In der Schweiz stand er bei Chur 97 und dem USV Eschen-Mauren unter Vertrag. Sein Beruf als Sanitärinstallateur führte ihn in die Region Zürich, und so kam er zu Thalwil. Neben Fussball interessieren ihn Basketball, Musik und Film.
Aus der Region stammt Tim Cerjak, der in Tuggen das zwischenzeitliche 2:3 erzielte. Der 19-Jährige kam vor drei Jahren vom Nachbarn Kilchberg-Rüschlikon zu Thalwil. Nachdem er den Verein zusammen mit Manuel Jordi für die Saison 2018/19 in Richtung Luzern U-21 verliess, ist er auf die neue Saison zusammen mit Manuel Jordi zurückgekehrt. Cerjak hat eine Stelle als Praktikant und möchte neben dem Fussball auch Zeit für Gym und Freunde haben. (azi)

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