Oberrieden

Oberrieden lässt sich nicht unterkriegen

Trotz Relegation in die 4. Liga spielt der Absteiger weiter keck offensiv. Im Seederby gegen Wädenswil 2 setzte es für die junge Mannschaft eine zu hohe 0:3-Niederlage ab. Die Oberriedner hoffen zudem auf eine Verbreiterung ihres Fussballplatzes.

FC Oberrieden (blau) gegen FC Wädenswil 2 (gelb). Oberriedens Nr. 5 Christian Deuber und Wädenswils Nr. 8 Marlin Egartner springen hoch zum Kopfball.

FC Oberrieden (blau) gegen FC Wädenswil 2 (gelb). Oberriedens Nr. 5 Christian Deuber und Wädenswils Nr. 8 Marlin Egartner springen hoch zum Kopfball. Bild: Sabine Rock

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Die Fakten sprechen momentan nicht unbedingt für den FC Oberrieden. Abstieg Ende dieser Saison in drei Wochen aus der Gruppe 1 der 3. Liga in die 4. Liga und die ungewisse Situation, was ihren Fussballplatz Cholenmoos betrifft. Wird der Platz in den nächsten Jahren nicht verbreitert, könnte das Bestehen des 1978 gegründeten Vereins gefährdet sein. Und damit könnten viele Jugendliche der insgesamt 170 Junioren nicht mehr ihrem Hobby nachgehen, was sozialpolitisch verheerende Folgen und immense Kosten für die Öffentlichkeit nach sich ziehen könnte. Die Probleme, die momentan auf den Schultern der Oberriedner Fussballschultern lasten, sind gewichtig und gewaltig.

Davon liessen sich die Drittligafussballer am Sonntag in der Partie gegen Wädenswil 2 allerdings nichts anmerken. Leichtfüssig ging die enorm junge Mannschafts ins Spiel und liess sich auch durch die Wädenswiler 1:0-Führung durch Simon Meier in der 6. Minute nicht irritieren. Der erst 17-jährige Mats Haase konnte in der 28. Minute aus fünf Metern frei aufs Tor schiessen, doch Goalie Robin Herzog spedierte mit seinen hochschnellenden Schuhen den Ball von der Linie weg. Sekunden später schoss Haase knapp am Gehäuse vorbei. Die routinierteren, abgeklärteren Wädenswiler erhöhten in der 35. Minute durch Daniel Gehri und in der 48. Minute durch Alessandro Giansiracusa auf 3:0. Vor und nach diesen Toren kamen auch die Gastgeber zu Möglichkeiten. Doch in der 43., 59. und 64. Minute zum Beispiel verpasste der 17-jährige Sermet Yücel den Anschlusstreffer. Es blieb beim Wädenswiler 3:0-Sieg – ein verdienter, aber zu hoch ausgefallener Erfolg.

Dass die Wädenswiler Fussball spielen können, haben sie gegen Aufsteiger Wollishofen gezeigt. Das Team der Trainer Daniel Gurt und Thomas Krauer war in dieser Saison eine von zwei Mannschaften in der Gruppe 1, die die Stadtzürcher schlagen konnten. Bei Oberrieden war die Stimmung trotz der Niederlage nicht allzu betrübt. «Mit Wädenswil hat die Mannschaft mit der besseren Chancenverwertung gewonnen», analysierte Trainer Adrian Frare, der das Team auch in der 4. Liga mit Patrick Chmilewski und Carlos Queiros führen wird.

Vertrauen in die Gemeinde

Vereinspräsident Mirco Baumann war vom Auftritt seiner Truppe ebenso angetan und äusserte sich noch zur allfälligen Renovation des Fussballplatzes Cholenmoos, über die in Oberrieden wohl im Herbst befunden wird. «Wir sind zuversichtlich. Wir glauben, die Leute hier wissen, was der Verein zum Gemeinwohl beiträgt.»

Die top 3

Der grossgewachsene, und dennoch bewegliche Wädenswiler Mittelfeldakteur Joel Pfeiffer lenkte das Spiel des Siegerteams. Der 23-Jährige kann so auch in Wädenswils Zweitligateam eine Verstärkung sein. Oberriedens 27-jähriger «Routinier» Christian Deuber führte das junge Oberriedner Team mit Können und immensem Einsatz. Der erst 17-jährige Sermet Yücel dribbelte sich an den Wädenswilern vorbei wie Ski-Slalomstar Marcel Hirscher an den Stangen.

Erstellt: 26.05.2019, 22:41 Uhr

Infobox

Oberrieden - Wädenswil 2 0:3 (0:1)

Etzliberg, Thalwil. 60 Zuschauer. – SR Mehmet Akif Atalay. – Tore: 6. Meier 0:1. 35. Gehri 0:2. 48. Giansiracusa 0:3. – Oberrieden: Giger; Zobrist, Klaus, Broki, Leuthold; Johnson, Terzic, Yücel, Deuber; Haag (16. Haase, 67. Jeger), Pimienta (64. Okubagebriel). – Wädenswil 2: Herzog; Brueren (55. Martic), Saqipi, Egarter, Müller (46. Mühlemann, 80. Pfeiffer); Meier, Streuli, Pfeiffer (67. Brueren), Fluri; Brügger (46. Giansiracusa), Gehri.

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