Thalwil

Nach der Saison ist vor der Saison

Heute Samstag um 16 Uhr empfängt Thalwil Red Star zum letzten Saisonspiel. Für beide Equipen geht es um nichts mehr. Beim Seeclub laufen indes die Vorbereitungen für die Spielzeit 2019/20 auf Hochtouren.

FC-Thalwil-Trainer Marco Bolli.

FC-Thalwil-Trainer Marco Bolli. Bild: André Springer

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Einhellig sagen die beiden Teamverantwortlichen, Trainer Marco Bolli und Sportchef Dimitris Demiros, dass sie mit der zu Ende gehenden Saison zufrieden sind. Sie schieben jedoch ein «aber» nach. «Wir hatten eine nicht so tolle Rückrunde», hält Demiros fest. Bolli äussert das Gleiche, formuliert es aber anders. «Wir waren mit der Ausbeute der Vorrunde sehr zufrieden.»

Die Genugtuung in Thalwil ist berechtigt. Im Frühling 2018 gab der damalige Trainer Ergün Dogru seinen Rücktritt als Trainer und Sportchef bekannt. Dies ging sehr schnell über die Bühne. Dogru verliess den Seeclub noch während der Rückrunde. Und die meisten Spieler taten sofort kund, den Verein auf Ende Saison ebenfalls zu verlassen. Hals über Kopf mussten die Verantwortlichen des FC Thalwil handeln. Sie verpflichteten als Trainer Bolli und als Sportchef Demiros. Der Trainer sprang kurzfristig kurz vor Saisonende ein, der Sportchef folgte drei Wochen später. Die Zeit, die Saison 2018/19 zu planen, hatten sie praktisch nicht. Für die kurzfristig abgewanderten Spieler holten Bolli/Demiros hauptsächlich Akteure aus der 2., ja sogar aus der 3. Liga. So stiegen die Thalwiler in die aktuelle Saison. Kein Wunder, wurde der Seeclub in der Gruppe 3 der 1. Liga von den Experten zu Saisonbeginn als Absteiger Nummer 1 gehandelt.

Wertvolle Experimente

Trainer Marco Bolli verpasste seinem neuen Team sofort ein Defensivkonzept. Mit blitzschnellen Kontern sollten jeweils gar drei Punkte eingefahren werden. Das klappte recht gut. In der Vorrunde holten die Thalwiler 13 Punkte. Sie hatten damals fünf Zähler mehr als das Team auf dem ersten Abstiegsplatz. Einen Dämpfer mussten die Linksufrigen am vorletzten Spieltag am 27. Oktober hinnehmen, als sie zu Hause dem Ranglistenletzten United Zürich 0:2 unterlagen. Diese Schmach machten sie allerdings bereits am 11. November, am ersten Spieltag der Rückrunde, wieder wett. Sie gewannen beim starken Kosova 2:0. Die gute Stimmung bei der Thalwiler Vereinsweihnachtsfeier war damit gerettet – der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz betrug während der Winterpause acht Zähler.

Zweite Saison ist schwieriger Dieses Punktepolster veranlasste Coach Marco Bolli, im Frühling sein Team weiterzuentwickeln und auch einmal ein neues Spielsystem, offensiver ausgerichtet, zu probieren. Die Resultate waren dabei mässig. Mit ein Grund war, dass der einzige Stossstürmer im Team, Simon Mesonero, wegen eines Muskelfaserrisses länger ausfiel. «Danach mussten wir auch improvisieren», berichtet Bolli. Thalwil hatte aber auch das Glück, dass die Teams auf den Abstiegsrängen, Mendrisio und United Zürich, kaum gewannen.

«Die Kriterien für einen Wechsel sind 
fussballerisches Können und der Faktor, ob einer charakterlich zu uns passt.»
Dimitris Demiros?
Sportchef des FC Thalwil

Zudem lag Gossau deutlich hinter Thalwil zurück. In der Rückrunde gab es für die Seebuben, ohne das heute Samstag ausstehende Heimspiel gegen Red Star, noch elf Punkte. Die Thalwiler haben mit dem Ligaerhalt – dies mit grossem Punktepolster – die Experten Lügen gestraft. Auf diesem Erfolg wollen sich Bolli und Demiros aber nicht ausruhen. Schon lange beobachten sie Akteure und sind mit wenigen sogar im Kontakt. «Man muss wissen, ob es für uns interessante Spieler gibt, die weite Wege zu ihren Erstligaclubs zurücklegen. Die würden sich vielleicht bei uns in Thalwil wohler fühlen», klärt Marco Bolli auf.

Zweite Saison ist schwieriger

«Wir haben jetzt Zeit gehabt, uns gezielt – die Kriterien sind fussballerisches Können und der Faktor, ob einer charakterlich zu uns passt – nach neuen Spielern umzuschauen», meint Dimitris Demiros zu diesem wichtigen Thema. Der Sportchef schiebt nach: «Es wird bei uns auf die neue Saison hin Wechsel geben. Wir werden diese dann zu gegebener Zeit kommunzieren.» Das Ziel des 36-jährigen Trainers Bolli für die nächste Saison: «Wir wollen unsere Mannschaft und jeden einzelnen Spieler besser machen.»

Die Ambitionen von Trainer-Staff und Sportchef für die Spielzeit 2019/20 sind hochgesteckt. Sie gehen jetzt beim Erstligisten als Hauptverantwortliche in ihre zweite Saison. Und sie wissen, dass die zweite Saison meist schwieriger ist als die erste. Zwei Pluspunkte aber haben sie bereits auf ihrer Seite. Die Tatsache, dass sie diese ihre zweite Spielzeit viel besser vorbereiten konnten als die erste. Dazu ist die zweite Thalwiler Mannschaft von der 4. in die 3. Liga aufgestiegen. «Das tut dem Fanionteam gut», urteilen Bolli und Demiros einstimmig.

Trainer als Schwerarbeiter

Hauptsächlich werden in der nächsten Saison aber wieder die beiden als Trainer und Sportchef gefordert sein. Bolli, der als Sportreisefachmann arbeitet, investiert dafür jede Woche zusätzlich 30 bis 40 Stunden in seine Fussballpassion. Vorerst aber hat er wie sein Kumpel Demiros es sich verdient, ein paar fussballfreie Tage zu geniessen. Die neue Saison beginnt am Wochenende des 3./4. August. Der Trainingsstart für die Spielzeit 2019/20 erfolgt natürlich viel früher.

Erstellt: 24.05.2019, 21:14 Uhr

FC-Thalwil-Sportchef Dimitris Demiros (hier auf dem Bild noch als Trainer des FC Wädenswil). (Bild: David Baer)

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