Mutig sein in Kopenhagen

Für das wegweisende EM-Qualifikationsspiel in Dänemark fordert Nationaltrainer Vladimir Petkovic eine konzentrierte Leistung – bis zum Schlusspfiff.

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Das Dach im Parken ist am Freitagmittag geschlossen, als die Schweizer Nationalmannschaft ihr Abschlusstraining vor dem EM-Qualifikationsspiel tags darauf gegen Dänemark bestreitet. Es ist eine Schutzmassnahme für den Rasen, weil es in Kopenhagen am Morgen geregnet hat.

Das prächtige Stadion wird am Samstag ausverkauft sein und das Dach geöffnet, das Parken bildet einen angemessen Rahmen für das wegweisende Treffen der beiden WM-Achtelfinalisten. Und für die Schweizer wäre ein Remis ein ordentliches Ergebnis, weil es ihnen alle Möglichkeiten offen lassen würde, sich direkt für die Euro 2020 zu qualifizieren.

Petkovics Forderung

An der Pressekonferenz nach dem Training hinterlassen die drei Schweizer Protagonisten einen zuversichtlichen Eindruck. «Wir müssen unsere Leistung diesmal über die gesamte Spielzeit durchziehen», sagt Verteidiger Manuel Akanji, «dann sind wir in der Lage, drei Punkte mitzunehmen.»

Captain Stephan Lichtsteiner meint, es bringe nichts, an das 3:3 im Hinspiel vor einem halben Jahr in Basel zu denken und an die drei späten Gegentore damals. «Das ist vorbei. Ich bin sicher, dass wir die richtigen Lehren daraus gezogen haben.» Lichtsteiner erwartet ein interessantes Spiel zweier Topmannschaften. «Auch die Dänen sind individuell stark besetzt und überzeugen als Team. Aber wir sind in Form und müssen uns nicht verstecken.»

Trainer Vladimir Petkovic schliesslich betont, es sei entscheidend, bis zur allerletzten Minute konzentriert zu bleiben. «Wir haben in letzter Zeit mehrmals späte Gegentore erhalten. Das müssen wir abstellen, stets konkret und mutig bleiben und auch in der Schlussphase unseren Spielplan durchziehen. Aber es passiert im Fussball oft, dass ein Treffer in der Nachspielzeit alles auf den Kopf stellt.» Petkovic erinnert sich jedenfalls stärker an die überzeugenden 80 Minuten gegen Dänemark im März als an die fatale Schlussphase. «Wir haben gezeigt, dass wir die Dänen vor Probleme stellen können.»

Warten auf den Coup

Dänemark wird am Samstag stärker unter Druck stehen, weil es sich zuletzt im September ein 0:0 in Georgien leistete. Und die Erwartungen in der Heimat sind hoch, schliesslich hat diese begabte Fussballergeneration ihre bemerkenswerte Qualität auch an der WM im letzten Jahr unter Beweis gestellt. In der Vorrunde gab es ein 0:0 gegen den späteren Weltmeister Frankreich, das Aus im Achtelfinal gegen die Kroaten, die danach den Final erreichten, kam erst im Penaltyschiessen.

Seit knapp drei Jahren haben die Dänen kein Pflichtspiel mehr nach 90 Minuten verloren. Es ist eine respektable Bilanz, und wenn man möchte, könnte man die Schweiz und Dänemark genau gleich einordnen. Beide Nationalteams sind schwer zu bezwingen, haben es aber in den letzten Jahren nicht geschafft, an grossen Turnieren einen Coup zu landen – trotz reizvoller Aussichten.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden aber beide Auswahlen im nächsten Sommer an der EM eine weitere Gelegenheit erhalten, die eigenen Ansprüche zu erfüllen und endlich einen Achtelfinal zu überstehen.

Akanjis Wette

Vorerst geht es für die Schweizer in Kopenhagen jedoch darum, die gute Ausgangslage in der Qualifikation nicht zu verspielen. Trainer Petkovic sagt, er habe die Aufstellung zu 99 Prozent im Kopf, und genau dort werde sie auch bleiben. Er verrät also nicht, ob beispielsweise Lichtsteiner in der Startformation stehen wird. Oder ob er mit einer Dreierkette in der Abwehr beginnen wird, was naheliegend ist.

Ganz sicher spielen wird Manuel Akanji. Er ist mit Dänemarks Thomas Delaney, seinem Dortmunder Teamkollegen, bestimmt wieder eine Wette eingegangen. «Nach dem Hinspiel musste keiner von uns zahlen», sagt er schmunzelnd. «Aber natürlich war er zufriedener mit dem Ergebnis als ich.» Diesmal wäre es Akanji, der ein Unentschieden kaum ablehnen würde.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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Erstellt: 11.10.2019, 20:00 Uhr

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