Keine Werbung für den Schweizer Cup

Der Fussballverband hat noch viel Arbeit vor sich, wenn der Wettbewerb wieder attraktiver werden soll.

Zuschauer verfolgen dichtgedrängt die Partie zwischen Seefeld und GC. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Zuschauer verfolgen dichtgedrängt die Partie zwischen Seefeld und GC. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

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Am Samstag spielten im Schweizer Cup der FC Seefeld und die Grasshoppers gegeneinander. Es war ein netter Nachmittag, 1700 Zuschauer sorgten für eine friedliche Atmosphäre. Eine Woche zuvor hatte es im Norden Deutschlands ein vergleichbares Spiel zum Auftakt des DFB-Pokals gegeben, Delmenhorst gegen Werder Bremen, 42'000 sorgten für ein ausverkauftes Stadion.

Delmenhorst kam live beim Bezahlsender Sky, zur Prime Time. Wer sich auf der Homepage des Schweizer Fussballverbandes über Seefeld - GC informieren wollte, der hatte das Nachsehen. Der erfuhr während des Spiels gar nichts, nicht einmal den Zwischenstand. Und bis er dann endlich informiert wurde, dass GC 9:1 gewonnen hatte, dauerte es 65 Minuten.

Falsche Informationen während den Partien

Der SFV ist in dieser Sache nicht irgendwer, er ist der Veranstalter des Cups. Ihm müsste daran gelegen sein, sein Produkt so gut wie möglich zu präsentieren. Das Wochenende hat wieder einmal gezeigt, dass er trotz ein paar Spielen, die er auf seinem Stream live überträgt, noch viel Arbeit vor sich hat.

Die Clubs müssen selbst die Informationen zu den Spielen melden und sie in eine App eintragen, und dann kann es eben vorkommen, dass Black Stars gegen den FC Zürich nach 21 Minuten 2:2 steht, auch wenn das Spiel 1:2 endet. Oder dass bei YF Juventus gegen Winterthur zur Pause ein 1:3 gemeldet wird, Torschützen unter anderem Nicola Zuffi für YF und Enrique Wild für Winterthur. Dumm nur, dass weder der eine noch der andere ein Tor erzielte. Am Ende stand es 0:3.

Tiefere Finalprämie als deutsches Antrittsgeld

Natürlich, es mögen Kleinigkeiten sein, Details. Sie zeigen aber, wie ernst es der Verband mit der Präsentation seines Wettbewerbs nimmt. Und wie typisch sie für seine Schwierigkeiten sind, ihn angemessen zu vermarkten. Für die Teilnahme an der 1. Runde zahlt er einem Club 3000 Franken, und die Prämien für die Finalisten sind über die Jahre von 300'000 auf 100'000 Franken geschrumpft, in Deutschland erhält ein Club bereits zum Start 190'000 Franken.

Die Schweiz ist nicht Deutschland, schon gar nicht im Fussball, ja. Aber ein bisschen weniger Dilettantismus auf der verbandseigenen Seite sollte trotzdem möglich sein.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

Die Sendung ist zu hören auf Spotify, bei Apple Podcasts oder direkt hier:

Erstellt: 19.08.2019, 18:10 Uhr

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