Kaum ist Tempomat Xhaka raus, gibt Eriksen Gas

Die beiden Zehner prägen die Partie Schweiz - Dänemark, wobei nur einer von beiden 94 Minuten durchspielt.

Drücken dem Spiel ihren Stempel auf: Der Schweizer Captain Granit Xhaka und Dänemarks Ausnahmekönner Christian Eriksen duellieren sich auf Augenhöhe.

Drücken dem Spiel ihren Stempel auf: Der Schweizer Captain Granit Xhaka und Dänemarks Ausnahmekönner Christian Eriksen duellieren sich auf Augenhöhe. Bild: Freshfocus/Andy Müller

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Es wirkt wie ein Moment der Freude. Aber es ist in Wahrheit der Moment, an dem dieser Abend aus Schweizer Sicht kippt. Der Moment, an dem die Party ansatzlos in den Kater danach kippt. Von aussen wirkt es, als ob Vladimir Petkovic einen schönen Abend seines Hauptprotagonisten noch etwas verschönern will, als er Granit Xhaka in der 79. Minute vom Feld nimmt und ihm so eine Standing Ovation beschert. Später berichtet der Nationaltrainer, Xhaka habe um eine Auswechslung gebeten. Er spürt seine Adduktoren.

Die Schweizer Mannschaft verliert damit ihren wichtigsten Spieler, ihr Rückgrat, ihren Tempomat, ihren Ankerpunkt. Kann ein quietschgelber Bändel Flügel verleihen? Fast scheint es so im St.-Jakob-Park. Da sieht ein zumeist andächtig staunendes Publikum, wie ­Granit Xhaka spielt, als habe er vor ein paar Tagen einen notorisch demotivierten Doppelgänger nach Georgien geschickt, der entsprechend lustlos über den Tifliser Rasen wandelte. Aber jetzt, da es gegen Dänemark geht, jetzt, da er statt Stephan Lichtsteiner dieses Captain-Zeichen am linken Arm tragen darf, ist der richtige Xhaka angetreten.

Video: Granit Xhaka trifft zum 2:0

Mit voller Wucht: Der Schweizer Captain drischt den Ball aus 18 Metern unter die Latte. (Video: SRF)

Natürlich ist er auch der Xhaka, der den Ball in der 66. Minute aus 18 Metern mit der ganzen Wucht seines rechten Fusses unter die Latte drischt. Aber er ist vor allem der motivierte, der engagierte Xhaka, der jeden Ball fordert und danach nicht einfach einen Alibi-Pass spielt.

Zuerst der eine, dann der andere

In der englischen Premier League ist Xhaka derzeit hinter Chelseas Jorginho der Spieler mit den zweitmeisten vorwärts gespielten Pässen. Warum, das zeigt er gegen Dänen, die ihm allerdings auch erstaunlich viel Freiraum lassen. Xhaka löst mit einem weiten Ball auf Steven ­Zuber das 1:0 aus. Er trifft selbst zum 2:0. Er scheint ganz alleine ausgleichen zu können, dass der Schweiz Shaqiri und Schär fehlen und ­Seferovic auch.

Aber er kann das natürlich nicht mehr tun, als er von der Bank aus tatenlos zuschauen muss, wie in den letzten 15 Minuten der andere Zehner übernimmt. Es sind Fantasiezahlen, die zu Christian Eriksen derzeit verbreitet werden. 250 Millionen Euro soll Tottenham für den Mittelfeldspieler verlangen.

Video: Das 1:3 der Dänen

Christian Eriksen ist der Ausgangspunkt: Per Freistoss bereitet er den Treffer vor und leitet später das 2:3 ein. (Video: SRF)

Ein paar Momente reichen ihm, um die Basler Nacht komplett zu drehen. 0:3 liegt sein Team hinten, als er erst die Flanke zum 1:3 tritt, dann das 2:3 einleitet, das seinem Team den Glauben zurückgibt. Jetzt sehen alle, warum Real Madrid grosses Interesse an ihm haben soll.

Es sind zwei verdammt starke Zehner, die an diesem Abend in Basel auftreten. Aus Schweizer Sicht spielt leider bloss einer die ganzen 94 Minuten durch.

Erstellt: 27.03.2019, 11:34 Uhr

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