Horgen

Horgen ringt Wädenswil nieder

Das Team von Trainer Giuseppe Iaquinta feierte zu Hause im Kampf gegen den Abstieg einen wichtigen 1:0-Derbyerfolg. Der Sieger konnte den Verlierer in der Tabelle überholen.

orgens Siegtorschütze Valton Arifi (im blauen Dress, Zweiter von links) arbeitete auch defensiv. Hier köpfte er einen Wädenswiler Cornerball vor dem Wädenswiler Mittelverteidiger Jonas Frick weg. Die Horgner Tsering Sangatsang (ganz links) und Goalie Georgios Marinis sind erleichert.

orgens Siegtorschütze Valton Arifi (im blauen Dress, Zweiter von links) arbeitete auch defensiv. Hier köpfte er einen Wädenswiler Cornerball vor dem Wädenswiler Mittelverteidiger Jonas Frick weg. Die Horgner Tsering Sangatsang (ganz links) und Goalie Georgios Marinis sind erleichert. Bild: André Springer

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Die Duelle zwischen Horgen und Wädenswil sind speziell. Die Fussballplätze Waldegg und Beichlen liegen nur sieben Kilometer voneinander entfernt. Beide Clubs waren früher einmal stolze Erstligisten. Meist spielen sie aber in der 2. Liga um Punkte. Die Partie in der Vorrunde dieser Saison endete 3:1 für Wädenswil.

Momentan sind beide Fanionteams in der Gruppe 1 der 2. Liga regional im hinteren Mittelfeld klassiert. Weil in dieser Saison jedoch im schlimmsten Fall fünf statt zwei Teams aus dem Gebiet des Fussballverbandes der Region Zürich (FVRZ) aus der 2. Liga interregional in die 2. Liga regional absteigen, könnten in der Gruppe 1 – statt wie gewohnt drei – vier oder im schlimmsten Fall sogar fünf Teams Ende Saison absteigen müssen. Deshalb bestand vor dem neuesten Derby Horgen gegen Wädenswil für beide Equipen noch eine geringe Abstiegsgefahr. Dies feuerte den Derbycharakter zusätzlich an. Gast Wädenswil ging mit drei Siegen in Serie ins Nachbarschaftsduell, Horgen holte in dieser Zeitspanne nur drei Punkte.

Entsprechend verlief die erste Viertelstunde. Kein Team gewährte dem Gegner Raum. Ein verbissener Zweikampf folgte dem nächsten. Danach taten die Mannschaften, was sie am besten können. Horgen, das auf seinen gesperrten Spielmacher Nemanja Miskovic verzichten musste, spielte weite Bälle auf seine gefährlichen Stürmer Mirco Coduti und Shams Artiq. Wädenswil versuchte den Ball nach vorne laufen zu lassen. Beiden Mannschaften misslang jedoch vieles. Sie waren müde von der intensiven Startviertelstunde. In der 36. Minute verwertete jedoch Valton Arifi eine Freistossflanke mit dem Fuss zum 1:0 für Horgen.

Viele Zweikämpfe

In der zweiten Halbzeit war Wädenswil gefordert. Das Team von Trainer Rainer Bieli hatte zwar mehr Ballbesitz, aber nicht mehr Torchancen. In der 49. Minute schoss Horgens Coduti einen Freistoss an die Lattenoberkante. Die Wädenswiler suchten danach immer wieder die Lücke im Horgner Abwehrriegel, fanden aber selten eine. Die grösste Chance hatte in der Nachspielzeit Coduti, der alleine auf Wädenswils Goalie Reto Mühlemann losziehen konnte, aber schlussendlich am Schlussmann hängen blieb. «In der Nachspielzeit bin ich zu müde, um solche Chancen noch zu verwerten», flachste der 24-Jährige, dem in zwei von drei Partien zuvor noch ein Hattrick gelungen war. In der 96. Minute konnte Wädenswil noch einen Freistoss von der Seite treten. Aber auch daraus entstand keine Möglichkeit zum Ausgleich und es blieb beim 1:0-Sieg der Horgner.

Es war eine Partie mit wenigen Torchancen, dafür vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. «Nachdem das spielstarke Wädenswil mit drei Siegen in Serie zu uns gekommen ist, war für uns klar, dass wir sie nicht ins Spiel kommen lassen dürfen. Deshalb haben wir sie in viele Zweikämpfe verstrickt», beschrieb nach dem Schlusspfiff Horgens Trainer Giuseppe Iaquinta sein Spielsystem. Seine Truppe setzte seine Forderungen mit Erfolg um. Wädenswils Trainer Rainer Bieli meinte nach der Partie: «Uns ist es in der zweiten Halbzeit zu wenig gelungen, den Gegner in Bedrängnis zu bringen. Insgesamt haben wir einen schlechten Tag erwischt.» Der Coach ärgerte sich auch über die Tatsache, gegen einen Gegner verloren zu haben, gegen den mehr möglich gewesen wäre. Auch eine Nebensächlichkeit brachte den Wädenswiler auf die Palme: «In der ersten Halbzeit ist ein Horgner Zuschauer auf den Rasen gerannt und hat dort Spieler gestört, ohne dass die Unparteiischen eingegriffen haben. Das darf nicht sein. Aber wir haben natürlich nicht deshalb verloren.»

Iaquinta studierte Gegner

Iaquintas Team hat nun vier Runden vor Schluss 29 Punkte. «Wir sind dank dem Derbysieg dem Ligaerhalt näher gekommen», stellte der Coach erfreut fest. Bielis Team hat 28 Zähler, was ebenfalls nicht so schlecht ist. Aber für den ehemaligen GC-Profi hat etwas anderes Vorrang. «Wir schauen von Spiel zu Spiel. In jeder Partie wollen wir drei Punkte holen. Und am liebsten dabei dem Gegner unser Spiel aufzwingen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 18.05.2019, 23:23 Uhr

Die Top 3

Horgens Sturmspitze Mirco Coduti traf einmal die Latte und war für die Wädenswiler ein steter Unruheherd.

Wädenswils Mittelverteidiger Sven Frick harmonierte gut mit seinen Abwehrkollegen und setzte seine Vorderleute mehrmals gut ein.

Tsering Sangatsang stopfte im defensiven Horgner Mittelfeld so fleissig die Löcher, dass er mit Krampferscheinungen ausgewechselt werden musste. Er schlug den Freistoss, der zum Siegestor führte.

Infobox

Horgen - Wädenswil 1:0 (1:0)

Waldegg. 250 Zuschauer. – Tor: 36. Arifi 1:0. – Horgen: Marinis; Bertschinger, Picuccio, Golubevs, Graner; Pfanner (78. Zamlha), Sangatsang (59. Ferreira), Arifi (89. De Ieso); Artiq, Gurgurovc (70. Napoli); Codudi. – Wädenswil: Mühlemann; Geiger, Sven Frick; Marcello, Sacconi; Feusi (86. Van Acker), Jonas Frick, Pereira, Trazza, Conte (69. Zogejani); Wenger (59. Betschart). – Bemerkungen: 49. Coduti (H) schiesst Freistoss an Lattenoberkante. 75. Gelbrote Karte Artiq (H/Foul und Ballwegschlagen). 84. Gelbrote Karte Sacconi (W/zweimal Foul).

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