Grasshoppers, das ist jetzt eure Welt

Eine Tour de Suisse durch die Challenge League – mit neuen Orten, bunten Figuren und Namen, die keiner erwartet.

Idylle im Zentrum der Schweiz: Das Stadion in Kriens.

Idylle im Zentrum der Schweiz: Das Stadion in Kriens. Bild: Keystone

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Gruss vom Major

Das Brügglifeld, mitten im Villenquartier. Und er ist da. Zweimeterzwei gross. Um die hundert Kilogramm schwer. Schuhgrösse: 48 2/3. Fünftagebart. Und dann vor allem: dieser Hut! Ja: «Major», sein Übername, mit rotem Faden eingenäht in die Bande­role, der passt in allen Belangen.

Stefan Maierhofers Stimme passt zur Postur. Er ist unübersehbar, unüberhörbar, «ich war immer schon ein Sprachrohr», so sagt er selbst – und das gerade jetzt in Aarau: «Ich bin im Kader der Älteste und habe die grösste Erfahrung. Es wäre falsch, würde ich keine Verantwortung übernehmen.»

Eigentlich ist Maierhofer zu gross für diese Liga. Profi wurde er bei Bayern München, und auch wenn er meistens in der zweiten Mannschaft als deren Captain spielte, so lernte er sie doch kennen: die Welt des Rekordmeisters, einmal gar die Champions League. Später stürmte er in der Premier League, bei Wolverhampton, er wurde Meister und Cupsieger in Österreich, war ­Nationalspieler und hätte es fast an die EM 2008 geschafft.

Stürmen statt kochen

Maierhofer war immer auch ein Wandervogel. Mehr als 49 Spiele machte er in keinem Verein, für Rapid Wien war das, vor mehr als einem Jahrzehnt. Der Niederösterreicher geht in seine 15. Saison, bei seinem insgesamt 14. Verein. Einen Monat vor seinem 37. Geburtstag bilanziert er: «Ich wollte als Profi immer einmal nach England. Das habe ich geschafft. Ich bestritt Länderspiele und gewann Trophäen. Ich bin zufrieden.»

Im vergangenen September kam er zum FC Aarau, der eben einen monumental schlechten Saisonstart hingelegt hatte. Nach einem Essen mit Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Burki sagte er zu, denn: «Ich liebe Herausforderungen.» Mit elf Toren trug er massgeblich zum wundersamen Comeback der Aarauer bei, das sie bis in die Barrage führte. Was sich allerdings da gegen Xamax zutrug, «das fühlt sich bis heute sehr bitter an». Aarau verspielte das 4:0 aus dem Hinspiel, verlor daheim 0:4 und vergab den Aufstieg im Penaltyschiessen.

Obwohl es Alternativen gegeben hätte, Angebote von Vereinen in noch exotischeren Gegenden als dem Aargau, verlängerte er in Aarau um ein Jahr, «hungrig und motiviert, es besser zu machen». Das Team erlebte einige Rochaden und ist nicht mehr so stark und breit besetzt wie letzte Saison. Dies, obschon das Budget für die erste Mannschaft sogar leicht angehoben wurde, auf 4,2 Millionen Franken.

Stefan Maierhofer hatte Angebote aus noch exotischeren Gegenden als dem Aargau. Doch er blieb. Bild: Urs Jaudas

Ob für Maierhofer heute die letzte Saison seiner Karriere anbricht, ist offen. Vorgesorgt hat der «Major» längst. Bevor er Profi wurde, schloss er eine Lehre als Koch und Restaurantfachmann ab. Die Eltern hätten sich gewünscht, dass er ihren Betrieb in Gablitz übernimmt, «aber ich wollte lieber Fussball spielen». Er fuhr kurzerhand nach München, spielte bei den Bayern vor und erhielt seinen ersten Profivertrag.

2014 schloss er ein Studium in Sport- und Eventmanagement ab, schon vor einem Jahr wollte ihn der österreichische Erstligist Mattersburg als Sportchef verpflichten. Maierhofer sagte ab: «Der Drang, den Ball in die Maschen zu hauen, ist noch viel zu gross. Das macht einfach so viel Spass.» Sowieso sieht er sich künftig eher als Trainer, und als solcher wäre er dann gerne so authentisch wie Jürgen Klopp. Vom Fussball besessen wie der Liverpool-Trainer ist Maierhofer ohnehin. Er sagt: «Eine perfekte Woche ist, wenn ich jeden Abend Fussball schauen kann.»

Wer macht es sonst?

Der Chef meldet: «Stau, es wird etwas später.» Als er in Hemd und Shorts auftaucht, hat er Hunger, holt einen Hotdog und stellt sich in die zweite Zuschauerreihe. Im idyllischen Stade Juan Antonio Samaranch spielt Stade Lausanne-Ouchy gegen Nantes, es ist ein wunderbarer Abend am Genfersee. Vartan Sirmakes, so heisst der Chef, schaut nicht vorbei, um möglichst viele Hände zu schütteln, sondern um Fussball zu schauen. Ihn fasziniert das Spiel.

Der 63-Jährige ist ursprünglich Armenier, geboren und aufgewachsen in Istanbul. 1974 folgt er seinem Onkel in die Schweiz, besucht regelmässig Spiele von Servette und hat Spass, wenn er auf der Charmilles gut unterhalten wird. 35 Jahre später ist er Präsident von zwei Vereinen der Romandie: Stade Nyonnais und Stade Lausanne-Ouchy, kurz SLO. Er sagt: «Ich muss nicht überall präsent sein, um alles unter Kontrolle zu haben.»

Die Verbindung zu SLO entsteht vor dem Start in die Rückrunde 2018/19, als dem souveränen Leader der Promotion League das Ende droht. Der alte Präsident träumt von Grossem, überbordet und wird abgesetzt. Bloss: Wer ist bereit, nun Geld einzuschiessen?

Sirmakes bekommt einen Anruf, ausgerechnet er, der Präsident von Liga-Konkurrent Nyon. Der Mitbegründer der Luxus-­Uhrenmanufaktur Franck Muller und CEO der Firma mit 700 Angestellten hört sich alles an. Und legt dann seinen Plan vor. Der Mann mit einem geschätzten Vermögen von über 350 Millionen Franken verlangt eine Kürzung der Löhne um 20 bis 25 Prozent und versichert, dass die monatliche Salärsumme von 42'000 Franken bezahlt wird.

Vartan Sirmakes zwischen den Spielern von Stade Lausanne. Bild: Sébastien Agnetti

Der Mäzen ist seit ein paar Wochen offiziell Präsident. Jetzt ist die Frage: Wieso führt jemand zwei Clubs? Welche Absichten stecken dahinter? Die Antwort ist eine Gegenfrage: «Wer macht es sonst?»

Sirmakes will nicht, dass sein Geld versickert; er wünscht Kreativität. SLO hat ein Budget von 1,6 Millionen Franken. «Entscheidend ist die Leidenschaft», sagt Sirmakes, «und der Trainer, den wir haben, ist intelligent.» Andrea Binotto heisst er, ist der Bruder von Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, und bis jetzt war er Mathematiklehrer am Gymnasium. Das Pensum reduziert er nun auf 30 Prozent, erwirbt daneben die Uefa-Pro-Lizenz und sagt sich: «Erzielt SLO gute Resultate, ist das auch Werbung für mich.»

Mit seiner Mannschaft muss er künftig alle Partien auswärts bestreiten, weil die Heimspiele ins 40 km entfernte Nyon verlegt worden sind. Im Stade Samaranch ist die Lichtanlage unzureichend, eine Anpassung wäre teuer geworden. Die Lausanner Pontaise kam als ernsthafte Option nicht infrage. Der Präsident scherzt: «Wenn wir hier unten Frühling haben, ist da oben immer noch Winter.»


Contini unter Druck

Da oben, da ist immer noch Giorgio Contini der Trainer, eigentlich lautete der Auftrag vor einem Jahr: Aufstieg. Aber Lausanne scheiterte. 15 Remis. Platz 3. Enttäuschung.

Der Club wird von der englischen Ineos-Gruppe gesteuert, von einem Chemieriesen, der kein Interesse an Zweitklassigkeit haben kann. 11 Millionen Franken, heisst es, seien vergangenes Jahr investiert worden. Wie viel auch immer: Den Angestellten ging es ziemlich gut. Inzwischen ist CEO David Thompson nicht mehr im Amt, Contini hat eines Morgens davon erfahren. Die Gründe? Achselzucken. Jetzt ist Bob Ratcliffe der Chef. Aber ob Thompson oder Ratcliffe: Es ändert nichts an der Erwartung, dass Lausanne aufsteigen muss.

45 ist Contini, braun gebrannt, locker – und doch spürt er den Druck. 2020 bezieht der Club seine neue Heimat, ein Stadion mit 12'000 Plätzen. Er zieht das Handy aus der Hosentasche und zeigt Bilder von einer Baustelle, die bald keine Baustelle mehr sein wird: «Nur schon wegen des ­Stadions sollten wir aufsteigen.»

Leben. Nicht sterben.

Die Reise führt in den südlichsten Zipfel des Landes, ans berühmte Nadelöhr zu Italien. Am Grenzübergang Chiasso-Brogeda stauen sich die Autos. Der Ort mit den rund 8000 Einwohnern steht nicht im Ruf, eine Schönheit zu sein, und sein Fussballclub kämpft manchmal gegen die ­Vergessenheit. Er ist im ­Stadion mit dem klangvollen ­Namen Riva IV daheim, im Bauch der Tribüne hängen Dutzende Wimpel an der Wand und Mannschaftsbilder von früher. Das Riva IV versprüht den Charme ­alter Tage.

Hinter der Tribüne fährt ein Alfa Romeo vor. Der Mann, der aussteigt, hat Chiasso von 2002 bis 2005 trainiert – und ist heute aufmerksamer Beobachter: Paul Schönwetter. In seinem Auto hat er einen Schal von OGC Nice ausgebreitet. Die Geschichte seiner Liebe zum Club muss kurz erzählt sein: Anfang der Neunzigerjahre reiste er an die Côte d’Azur, besuchte in Nizza ein Spiel, das er darum nicht vergisst, weil er nie ein schlechteres sah. «Trotzdem sangen die Fans pausenlos. Das imponierte mir, und seither bin ich Nice-Fan», sagt er.

Schönwetter ist Südfrankreich-Fan, aber im Tessin zu Hause. An einem kalten Dezembertag 1984 fuhr er los aus München, und als der damalige Spieler von 1860 in Locarno ankam, schien die Sonne, es fühlte sich an wie Ferien. Er blieb. Und war eine prägende Figur des FC Locarno in der Nationalliga A. Nach der Karriere wurde er ­Trainer, mehrmals bei Locarno, bei ­Bellinzona, Chiasso, Lugano, bei Arbedo. Schönwetter und das Tessin – es passt.

Paul Schönwetter fährt auch ältere Leute zum Arzt oder zum Einkaufen. Bild: Claudio Bader

Der 60-Jährige hat gesundheitliche Probleme überwunden, er sagt: «Mir geht es gut.» So sieht er auch aus. Er hat zwar nicht mehr das Wettkampf­gewicht von früher, aber auf ­Genuss total verzichten – lieber nicht: «Es heisst ja: leben. Und nicht: sterben.» Schönwetter hat beim Tessiner Verband ein Mandat in der Juniorenausbildung, und für die Organisation «Cuore Rosso» ist er ehrenamtlich im Einsatz. Er fährt ältere Leute zum Arzt oder mit ihnen zum Einkaufen. Als er nun das Stadio Riva IV betritt, berichtet er, wie er 2002 ein Plakat an die Gangtür hängte: «Wer nicht in die National­liga B will, darf diese Klinke nie mehr anfassen.» Darüber zeichnete er einen wuchtigen Blick. Ende Saison stieg Chiasso auf.

Der Verein entfremdet sich für ihn zusehends. Er ist in italienischer Hand, Spieler kommen und gehen rasch wieder. «So kann keine Identifikation entstehen», sagt er, «früher kamen noch ein paar Zuschauer, weil sie die Spieler kannten und sich die auch einmal in einer Kneipe zeigten.» Trotzdem: Der FCC ist immer noch die kantonale Nummer 2. Bellinzona tastet sich wieder an die Challenge League heran, Locarno ging voriges Jahr in Konkurs.

Für Schönwetter müsste Bellinzona die Position von Chiasso übernehmen, «die ACB ist populär», sagt er, «das Ambri des Fussballs». Was hält er von der Idee eines FC Ticino? Das funktioniere nicht, glaubt er, «die verschiedenen Mentalitäten passen nicht zusammen». Hat Chiasso auf Dauer eine Zukunft in der Challenge League? «Nein, erst recht nicht, wenn Bellinzona aufsteigen sollte.»

Kleins neue Liebe

Als die Grasshoppers letztmals in Schaffhausen ein Wettbewerbsspiel bestritten, Ende 2012 im Cup, mussten sie hoch auf die Breite fahren. Die hatte noch ihren eigenen Charme. Jetzt heisst das Stadion Lipo Park und liegt draussen im Gewerbegebiet von Herblingen. Es ist ein schmuckes kleines Stadion mit 8000 Plätzen, Logen und Logensaal. Aniello Fontana baute es in einer Gegend ohne Atmosphäre. Es ist das Vermächtnis seiner 28 Jahre als Präsident, im Februar ist er gestorben.

Roland Klein heisst nun der neue Gastgeber im Lipo Park. Klein hat 100 Prozent an der FC Schaffhausen AG und 92 Prozent an der Stadion Schaffhausen AG übernommen, «mit meinem Geld», sagt er, er schweigt sich bloss aus, wie viel das ist. Ins ­Stadion ist er eingemietet. Die gesamte Anlage zu kaufen, ­hätte über 35 Millionen Franken gekostet.

Murat Yakin ist der Trainer, sein Bruder Hakan der Assistent. Bild: Keystone

Klein, 59, Enkel eines Schaffhausers, spielte in den 80er-Jahren selbst Fussball für den FCS. Jetzt ist er zurück nach langen Aufenthalten in Asien und Katar, wo er sein Geld in der Fussball-Vermarktung verdiente – und nach einem kurzen, aber ereignisreichen Gastspiel als Vizepräsident bei GC. «Die Liebe zum Fussball» ist es, die ihn antreibt, Schaffhausen zu helfen. Er will den Club auf «gesunde Beine stellen» und wenn möglich selbsttragend machen: «Dann haben wir schon viel erreicht.»

Murat Yakin hilft ihm dabei als Trainer. Er ist der grosse Name hier und sein Bruder ­Hakan Assistent. Klein sagt: «Wir alle, Murat, Hakan und ich, ­haben einen gewaltigen Ehrgeiz. Wir wollen, dass die Mannschaft frech auftritt. Dann kann es lustig werden.» Das Kader ist, abgesehen von alten Bekannten wie Adrian Nikci oder Paulinho, voll von Jungen. Die drei Torhüter zum Beispiel haben alle Jahrgang 2000. Darum ist lustig relativ. Klein wäre schon einmal froh, wenn die Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun hätte.

Gute Gastgeber sein

Wir sind in Kriens, im Zentrum der Schweiz. Hier herrscht Bescheidenheit. 1,5 Millionen Franken darf die erste Mannschaft kosten, alles inklusive. Bruno Galliker jammert deswegen nicht. «Wir gehören zu einer Liga, die sportlich so toll ist wie noch nie», sagt er, «ich rechne mit Aarau, GC, Lausanne und Winterthur in der Spitzengruppe, dahinter folgen die anderen – mit leichten Vorteilen für ­Vaduz und Schaffhausen.» Die Zentralschweizer trainieren neu nicht mehr erst um 18.30 Uhr, sondern um 17 Uhr. Galliker glaubt: ­«Insgesamt sind wir gut aufgestellt.»

In Kriens herrscht Bescheidenheit. Bild: pmb

Aber etwas bereitete zuletzt Sorgen: Im Gästeblock wurden wiederholt sanitäre Anlagen mutwillig zerstört. Es nervt die Krienser vor allem, dass sie Rechnungen begleichen müssen für Schäden, die von anderen ver­ursacht werden. Wie sagt Galliker: «Wir wollen nicht alles ­kommentarlos hinnehmen. Das Problem darf nicht verharmlost werden.» Als GC-Chaoten im Mai den Spielabbruch in Luzern provozierten, erklärte Kriens-Präsident Werner Baumgartner: «Solche Fans werden wir in unserem Stadion nicht dulden.» Nun sagt er: «Wir wollen ein guter Gastgeber sein und hoffen, dass es auch gegen GC ein friedliches Fussballfest gibt.»

Saisonziel: Top 5

Der Osten beginnt im Ausland, im Fürstentum Liechtenstein, 160 Quadratkilometer klein, noch immer 27'000 Briefkastenfirmen schwer. Hier ist der FC Vaduz ­daheim, 47-facher Cupsieger und immerhin während total vier Saisons in der Super League, zuletzt 2016/17. Am Donnerstag quali­fizieren sich die Vaduzer mit einem 2:1 gegen Breidablik für die 2. Qualifikationsrunde der Europa League.

Am Sonntag beginnen sie die Challenge League mit einem Budget, das wegen fehlender Sponsorengelder um 700'000 Franken reduziert ist. Die Top 5 sind das Saisonziel. Im September tritt Ruth Ospelt als Präsidentin zurück. Sie tut das mit der Erkenntnis: «Der Fussball ist eine Machowelt.»

Sforzas Jucken

Vom Rheinpark geht es in die Wiler IGP-Arena. Arena tönt gross –dabei fasst das frühere Bergholz nur 6000 Zuschauer. Hier sitzt Ciriaco Sforza im Sponsorenraum und sagt: «Es hat mich gejuckt. Der Fussballplatz hat gerufen. Darum arbeite ich hier.»

Dreieinhalb Jahre war er nicht mehr im Fussball, bevor er im April Wil zusagte. Thun war zuvor seine letzte Station gewesen, «das hätte ich nicht machen ­dürfen», sagt er. Er war psychisch nicht bereit für die Aufgabe.

Sforza ist der grosse Name in der kleinen Welt. Sforza heisst: GC (das grosse GC), Bayern, ­Inter, Meistertitel, Champions League, 79 Länderspiele. Trotzdem ist er sich nicht zu schade, in Wil zu arbeiten. «Ich habe hier doch ­alles», sagt er, «der Verein ist gut organisiert, die Infrastruktur ist gut.»

Ciriaco Sforza ist der grosse Name in der kleinen Welt. Bild: Keystone

Wil steht für illustre Episoden im Schweizer Fussball (Stichworte: Hafen, Belanow, das türkische Intermezzo). Maurice Weber ist der Präsident, der seit eineinhalb Jahren um jene Seriosität bemüht ist, die unter dem Türken Günal verloren ging. Sforza steht morgens um 5 Uhr in Wohlen auf, um zwei Stunden später in Wil die Arbeit mit einem runderneuerten Kader vorzubereiten. Die Jugend ist sein Thema, weil sich Wil nichts anderes leisten kann. «Ich bin hungrig, sie ist hungrig», sagt er. Als er das sagt, kommen vier Spieler in den Sponsorenraum und fragen, ob sie den Tischtennis-Tisch benützen dürften. Einer von ihnen ist Bledian Krasniqi, 18-jährig, vom FCZ ausgeliehen. «Er ist richtig gut», sagt Sforza. Keiner weiss besser als er, was es braucht, um nach oben zu ­kommen. Er war 16, als er bei GC debütierte.

Die Marke FCW

Winterthur ist die letzte Adresse im Osten. Hier ist der Club, der von GC kopiert wird und nur einen Vizepräsidenten hat, aber keinen Präsidenten. Es läuft trotzdem gut, Mike Keller vertritt als Vize die Besitzerfamilie, die bei einem 4-Millionen-Budget für finanzielle Stabilität sorgt.

3600 Zuschauer kamen letzte Saison im Schnitt, 2000 Saisonkarten sind bereits wieder verkauft. Das steht für die Attraktivität des FCW, der nicht zuletzt dank Geschäftsführer Andreas Mösli zu einer Marke geworden ist. Vierter war der FCW letzte Saison, «und wenn wir die ­Grossen ärgern können, GC, Lausanne, Aarau, und wieder Vierter werden», sagt Mösli, «ist das eine gute Leistung».

Erstellt: 20.07.2019, 07:30 Uhr

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