FCZ und GC verlieren klar, Xamax in der Barrage

Der FC Zürich hat den Anschluss an die Europa-League-Plätze verpasst. Xamax kommt gegen Lugano nicht über ein Remis hinaus.

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Der FC Zürich spielt nächste Saison wohl nicht europäisch. Er verliert beim FCL 0:3 und nimmt den letzten Spieltag am Samstag von Position 8 aus in Angriff. Befreit von den letzten Barrage-Ängsten und mit den Europacup-Plätzen in Reichweite präsentierte sich der zuvor zweimal in Folge siegreiche FCZ wieder von seiner schwachen Seite. Beim FC Luzern, der dank zwölf Punkten aus den letzten fünf Spielen und dem Punktverlust von Lugano bei Xamax auf den 3. Platz sprang, brachte er 90 Minuten lang wenig Zusammenhängendes zustande und verlor auch wegen defensiver Unzulänglichkeiten in dieser Höhe verdient. Ruben Vargas traf doppelt für die Luzerner, dazu lenkte der wiederholt indisponierte und früh ausgewechselte Mirlind Kryeziu eine Flanke von Blessing Eleke ins eigene Tor ab.

Vargas erzielt den frühen Führungstreffer für Luzern (Quelle: SRF)

Vor dem letzten Spieltag ist die direkte Qualifikation (Platz 3) für den FCZ nur noch theoretisch zu erreichen. Auch die Wahrscheinlichkeit, sich noch auf Platz 4 oder 5 zu hieven, ist nicht mehr gross. Die Zürcher brauchen am Samstag zuhause gegen St. Gallen einen Sieg und gleichzeitig Mithilfe der Konkurrenz. Sion und Thun müssten Unentschieden spielen oder GC in Lugano gewinnen.

Luzern gnadenlos effizient

Bei der diskussionslosen Auswärtsniederlage in der Zentralschweiz boten die Zürcher wenig Anschauliches. Ehe sich Trainer Ludovic Magnin nach 37 Minuten genötigt sah, seinen Matchplan über den Haufen zu werfen, hatten sie sich einen frühen Rückstand eingehandelt und noch in der ersten halben Stunde den zweiten Gegentreffer zugelassen. Dazu mussten sie noch in der ersten Viertelstunde den verletzten Stürmer Assan Ceesay auswechseln. Zur Halbzeit lag der FCZ 0:2 hinten, hatte er zweimal gewechselt und einmal das System gewechselt.

Kryeziu fälscht eine Hereingabe von Eleke unhaltbar ab (Quelle: SRF)

Besserung brachte die Herausnahme des beim 0:2 zu passiven Innenverteidigers Kryeziu höchstens marginal. Sechs Minuten nur dauerte es in der zweiten Halbzeit bis zum dritten Gegentreffer, bei dem Passgeber Marvin Schulz auf der rechten Seite und Doppeltorschütze Ruben Vargas in der Mitte jede Menge Freiheiten genossen. Möglicherweise spielten bei den Schwierigkeiten Abstimmungsprobleme der neu formierten Innenverteidigung eine Rolle. Andererseits brachte sich der Gegner mit guter Effizienz in seine günstige Position. Das 1:0 nach einem Effort von Tsiy Ndenge war die erste Torchance, das 2:0 die dritte. Das klare Ergebnis erlaubte es Luzerns Trainer Thomas Häberli, dem abtretenden langjährigen Captain Claudio Lustenberger mit einer Einwechslung einen würdigen Abschied zu geben.

Vargas erzielt seinen zweiten Treffer des Tages (Quelle: SRF)

Klarer Sieger im Geisterspiel

Nicht unerwartet treten die absteigenden Grasshoppers in dem für Gegner Sion wichtigen Spiel von Anfang an so harmlos auf, dass Sions Sieg nie in Frage steht. 3:0 heisst es am Schluss. Nur die Sittener taten etwas dafür, dass das Geisterspiel im Letzigrund recht ansehnlich war. Bis auf Schwächen in der Chancenauswertung musste sich die Mannschaft von Interimstrainer Christian Zermatten nichts vorwerfen lassen. Der 20-jährige brasilianische Stürmer Itaitinga, der in dieser Saison selten eingesetzt worden war, erzielte die Tore in der ersten Halbzeit mit einem Abstauber und eine Drehschuss unter die Latte nach schöner Vorarbeit von Pajtim Kasami. Kurz vor Schluss besorgte er auch das 3:0. Ein deutlich höherer Sieg wäre logisch gewesen.

Trainer Uli Forte ist in den vorderhand letzten Spielen des Grasshopper Clubs in der höchsten Liga nicht zu beneiden. Er plant nach eigenen Aussage bereits die Saison in der Challenge League, aber mit dem zur Verfügung stehenden Leuten hat er kaum Möglichkeiten. Für den Match gegen Sion fiel die gesamte Verteidigung, die in Bern sechs Tore kassiert hatte, verletzungsbedingt oder krankheitshalber aus. Auf diese Weise kam Mateo Matic im Tor zu seinem Debüt. Er ist der vierzigste Spieler, welcher von GC in dieser Saison eingesetzt wird.

Xamax muss in die Barrage

Die 35. Runde brachte Klarheit nach Neuenburg. Nach dem 1:1-Remis daheim gegen Lugano muss Neuchâtel Xamax mit der Planung für das bevorstehende Barrage-Duell mit Aarau oder Lausanne beginnen. Als Schiedsrichter Pascal Erlachner der Partie in Neuenburg nach 94 Minuten ein Ende setzte, waren ausschliesslich enttäuschte Gesichter zu sehen. Den Neuenburgern nützt das Unentschieden nichts, da es sie nicht vor dem Barrage-Duell gegen Aarau oder Lausanne bewahren wird, für die Tessiner bedeutet die Punkteteilung das Abrutschen vom dritten, der die Teilnahme an der Europa-League-Gruppenphase und einen damit verbundenen Geldsegen bedeuten würde, auf den 4. Platz.

Immerhin besteht für beide Teams weiter Hoffnung. Lugano liegt vor dem abschliessenden Saisonspiel gegen die Grasshoppers nur einen Punkt hinter Luzern, das noch bei Meister YB antreten muss. Und Xamax, das als moralischer Sieger aus dem Kräftemessen mit den Tessinern hervorging, darf mit viel Selbstvertrauen in der Barrage antreten.

Denn im Spiel zwischen dem Anwärter auf den Europa-League-Startplatz und dem möglichen Absteiger aus der Super League war ein Klassenunterschied nicht auszumachen. Die Tessiner beanspruchten Glück, diesen einen Punkt aus Neuenburg zu entführen. Vor dem Tessiner Führungstreffer durch Balint Vecsei (36.), dessen Schuss von einem Neuenburger Verteidiger unhaltbar abgefälscht worden war, hatte Xamax-Topskorer Raphaël Nuzzolo nur den Pfosten getroffen (8.), neun Minuten vor dem Ausgleich durch Charles Pickel (67.) scheiterte der 35-Jährige zudem vom Penaltypunkt aus an der Latte.

Telegramme:

Luzern - Zürich 3:0 (2:0) 9616 Zuschauer. - SR Tschudi.

Tore: 8. Vargas (Ndenge) 1:0. 29. Mirlind Kryeziu (Eigentor) 2:0. 51. Vargas (Schulz) 3:0.

Luzern: Zibung; Schwegler, Lucas, Custodio, Sidler; Voca, Ndenge; Vargas (71. Schneuwly), Schulz, Eleke (87. Lustenberger); Demhasaj (63. Schürpf).

Zürich: Brecher; Maxsö, Bangura, Mirlind Kryeziu (37. Charabadse); Schönbächler, Rüegg (77. Omeragic), Sertic, Kololli; Marchesano; Odey, Ceesay (14. Kasai).

Grasshoppers - Sion 0:3 (0:2) Keine Zuschauer (Geisterspiel). - SR Dudic.

Tore: 13. Itaitinga (Toma) 0:1. 43. Itaitinga (Kasami) 0:2. 84. Itaitinga (Kasami) 0:3.

Grasshoppers: Matic; Asllani (67. Cabral), Basic, Diani, Lika; Pusic, Nedim Bajrami , Sigurjonsson, Ngoy (83. Mallé); Rustemoski, Djuricin.

Sion: Fayulu; Maçeiras, Ndoye, Neitzke, Lenjani; Zock, Kouassi, Toma (77. Song); Fortune (74. Djitté), Kasami, Itaitinga (87. Carlitos).

Neuchâtel Xamax - Lugano 1:1 (0:1) 6882 Zuschauer. - SR Erlachner.

Tore: 36. Vecsei (Bottani) 0:1. 67. Pickel (Huyghebaert) 1:1.

Neuchâtel Xamax: Walthert; Gomes, Sejmenovic, Oss, Djuric (63. Pickel), Huyghebaert; Doudin, Veloso (82. Tréand), Ramizi (59. Ademi); Nuzzolo, Pululu.

Lugano: Baumann; Yao, Sulmoni (74. Mihajlovic), Maric, Daprelà; Lavanchy, Vecsei, Sabbatini, Brlek; Bottani (78. Fazliu), Sadiku.

(SDA)

Erstellt: 22.05.2019, 19:51 Uhr

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