Adliswil

Adliswiler erzwingen einen Heimsieg

Die Sihlttaler schlugen im Abstiegsduell der Gruppe 5 der 2. Liga interregional das ebenbürtige Grenchen 15 mit 3:1. Sie konnten nach dem Ausgleich in der 65. Minute noch eine Schippe drauflegen.

Adliswils Offensivspieler Gilles Steiger war gegen Grenchen 15 der beste Akteur auf dem Platz.

Adliswils Offensivspieler Gilles Steiger war gegen Grenchen 15 der beste Akteur auf dem Platz. Bild: Archiv: Andre Springer

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Die aktuelle sportliche Situation des Adliswiler Fanionteams war nicht eben die beste. Der Vorsprung auf den Tabellenletzten der Gruppe 5, Einsiedeln, betrug vor dem Match gegen Grenchen 15 trotz einer Partie mehr nur gerade zwei Punkte. Und drei Teams müssen Ende Saison in die 2. Liga regional absteigen. Von den neun Adliswilern Meisterschaftsspielen in dieser Saison endeten fünf remis. «Die Unentschieden bringen einem in der Tabelle nicht allzu viel», meinte dazu Adliswils Vereinspräsident Bruno Stäubli. Das Erfreuliche in dieser Saison war hingegen, dass die Mannschaft spielerisch einen besseren Eindruck hinterliess als es die Tabelle aussagt. Auch die Stimmung im Fanionteam war nicht im Keller. Der Hauptgrund dafür ist, dass es die Sihltaler relativ locker nehmen. «Wir trainieren nur zweimal in der Woche, was in der 2. Liga interregional wohl äusserst selten ist», klärt Leistungsträger Gilles Steiger auf. Der 28-Jährige fügte an: «Weil wir vom Verein kein Geld bekommen, sind wir auch nicht verpflichtet, jedes Wochenende für den Verein da zu sein. Natürlich lassen wir unsere Kollegen wegen banalen Abwesenheitsgründen nicht im Stich. Aber wenn ein Spieler am Wochenende etwas wichtiges Privates vorhat, dann fehlt er halt.»

«Das 1:1 war ein Genickschlag für uns. Aber wir sind  nicht eingebrochen. Unsere Kollegialität untereinander, unser Wille und unsere Leidenschaft haben uns sofort wieder aufstehen lassen.»Matchanalyse des Adliswiler Offensivspielers Gilles Steiger, des besten Spielers auf dem Platz.

Kein Wunder, standen Adliswils Trainer Gianmario Pischedda gegen Grenchen 15 über ein halbes Dutzend Spieler nicht zur Verfügung. Auch wegen Verletzungen. Dafür war Gilles Steiger in dieser Saison erstmals dabei. Der Jurist musste bisher wegen einer Prellung passen. Dazu kamen Abwesenheiten wegen privaten Gründen.

Coach Gianmario Pischedda kann damit umgehen. Vor acht Tagen, beim Spiel in Zofingen, konnte er nur gerade auf elf Spieler der ersten Mannschaft zurückgreifen. Auf der Bank nahmen A-Junioren Platz. Die Youngsters Stefan Jovanovic und Dennis Boakye gaben dann auch in Zofingen ihr Debüt in der 2. Liga interregional. Pischedda, der das Team von der 3. Liga direkt in die 2. Liga interregional geführt und dort in der vergangenen Saison den Klassenerhalt geschafft hat, ist ein Trainerfuchs. Sein System passt er seinem vorhandenen Personal und der Spielweise des Gegners an. Dies macht er meistens mit Erfolg. Auch gegen Grenchen 15. Obwohl die Solothurner wie die Adliswiler abstiegsgefährdet sind, standen sich zwei Teams mit Qualität auf Augenhöhe gegenüber. Bei Grenchen ragten die Offensivspieler Samuel Zayas und Semir Ressil aus ihrem Ensemble heraus. Adliswil agierte defensiv gut und solid und schaltete jeweils blitzschnell um. Und vorne war die Passquote überdurchschnittlich gut. Zudem betrieben die Offensivspieler ein intensives Pressing. Beide Teams praktizierten einen kräfteraubenden Stil.

Nach einer schönen Einzelaktion von Alec Dogan gingen die Sihltaler in der 24. Minute in Führung. Der ehemalige Thalwiler lief mit dem Ball am Fuss durchs Mittelfeld und drückte 19 m vor dem Tor ab. Das Leder flog scharf getreten ins Grenchner Netz.

Pischedda hörte auf Tellici

Nach dem Führungstreffer sahen die Zuschauer weiterhin ein munteres Hin und Her. Beide Teams erarbeiteten sich gute Torchancen. Das 2:0 wie das 1:1 lagen in der Luft. Realität wurde das 1:1. Die Gäste erzielten den Ausgleich in der 65. Minute. Und auch danach wogte das Geschehen weiter hin und her. Die Adliswiler unter der Regie von Gilles Steiger waren aber noch siegeshungriger als die Gäste. Und es war Antreiber Steiger vorbehalten, in der 87. Minute eine Flanke von Isaac Escobar einzuköpfeln. In der Nachspielzeit erhöhte der erst 19-jährige Robin Oberholzer, der bereits bei Spiebeginn auf dem Platz stand, auf 3:1. Für die Tatsache, dass die Adliswiler nur zweimal in der Woche trainieren, konnten sie in der Schlussphase der Partie erstaunlich viel Energie freimachen.

«Der Sieg war enorm wichtig heute», sagte nach der Partie Luca Schmid, der in der 73. Minute eingewechselt wurde und der danach sehr viele gute Szenen hatte. «Das 1:1 war ein Genickschlag für uns. Aber wir sind nicht eingebrochen. Unsere Kollegialität untereinander, unser Wille und unsere Leidenschaft haben uns sofort wieder aufstehen lassen», analysierte Steiger. Zudem gingen die Adliswiler, einmal mehr hervorragend vorbereitet durch Coach Pischedda, in diese wichtige Sechspunktespiel. Was meinte der Baumeister des Erfolges zum 3:1-Erfolg? «Zum einen hat das Team gegen einen starken Gegner, der ebenso gut als Sieger vom Platz hätte gehen können, hervorragend gekämpft. Zudem war bei uns die Umstellung in der zweiten Halbzeit von vier auf drei Stürmer wichtig. Unser Teammanager Sinan Tellici hatte diese gute Idee.»

Vereinspräsident Stäubli war die Erleichterung nach dem Schlusspfiff ebenso anzusehen. «Gegen Einsiedeln und Schöftland waren wir klar die bessere Mannschaft, es gab aber beide Male nur je einen Punkt. Deshalb sind jetzt die drei Zähler besonders wichtig.» Der Vereinspräsident meinte noch zur Zuschauerzahl von 140. «Die EM-Qualifikationspartie Dänemark gegen die Schweiz fand gleichzeitig statt. Deshalb sind schon einige unserer Fans nicht gekommen.» Dafür gab es wieder einmal drei Punkte.

Erstellt: 13.10.2019, 00:13 Uhr

Infobox

Die top 4 – Adliswil

Gilles Steiger wäre auch ohne sein Kopfballtor zum 2:1 in der 87. Minute der beste Spieler auf dem Platz gewesen. Der 28-Jährige trieb den Ball gut nach vorne, war torgefährlich, spielte brauchbare Pässe, betrieb ein enormes Pressing und motivierte seine Mitspieler mit lauten, aufmunternden Zurufen. Adriano Sodano war wie gewohnt technisch stark und stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Luca Schmid wurde in der 73. Minute eingewechselt. Er lief sich im Mittelfeld unentwegt frei, forderte den Ball und spielte danach einfache, kluge Pässe. Aussenverteidiger Isaac Escobar brachte viel Zug nach vorne und schlug die hohe, genaue Flanke, die zum 2:1 führte. (mw)

Telegramm

Adliswil - Grenchen 15 3:1 (1:0)

Tal. 140 Zuschauer. – SR: Stefan Radevic. – Tore: 24. Dogan 1:0. 65. Zayas 1:1. 87. Steiger 2:1. 90.+6. Oberholzer 3:1. – Adliswil: Giangreco; Partner (66. Boussano), Grand, Bindi, Escobar; Vegezzi, Canazza (69. Bakolli, 73. Schmid); Steiger, Dogan, Sodano, Oberholzer. – Grenchen 15: Leuenberger; Schamberger, Müller, Shaqiri, Ledesma; Nussbauer (46. Hausic), Wolf, Rihs, Ressil; Poljak (86. Laus), Zayas (65. Nastoski, 78. Schläppi).

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