Rapperswil-Jona

Eben kein «ganz normales Derby»

Rapperswil-Jona empfängt heute Lokalrivale Tuggen. FCRJ-Spieler Roman Güntensperger trifft im Derby auf seinen Heimat- und Ex-Verein, den er im Zwist verlassen hatte. Nun brennt der 24-Jährige auf diese Begegnung – ausser auf jene mit FCT-Trainer Adrian Allenspach.

Im heutigen Derby gegen seinen Ex-Verein will sich der Tuggner FCRJ-Spieler Roman Güntensperger voll aufs Spiel fokussieren und alle unschönen Erlebnisse vom Frühjahr ausblenden.

Im heutigen Derby gegen seinen Ex-Verein will sich der Tuggner FCRJ-Spieler Roman Güntensperger voll aufs Spiel fokussieren und alle unschönen Erlebnisse vom Frühjahr ausblenden. Bild: Franz Feldmann

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Brisant waren und sind Derbys zwischen Rapperswil-Jona und Tuggen immer. Doch die heutige Partie erhält aufgrund der Ereignisse beim FC Tuggen im Frühling eine besondere Dimension. Denn Coach Adrian Allenspach und Roman Güntensperger gerieten arg aneinander. Die Differenzen führten gar zum sofortigen Rücktritt von Präsident Erich Güntensperger.

27 Jahre lang hatte der Vater des 24-jährigen Fussballers den Verein geführt. Er betont, dass sein Sohn keinesfalls der Hauptgrund für seine Demission gewesen sei. «Schon bevor Roman bei Tuggen spielte, bekundete ich Schwierigkeiten mit Allenspachs Art», hält Güntensperger Senior fest. Dabei habe es sich um «unakzeptable, vorwiegend private Angelegenheiten» gehandelt, weshalb er sich nicht weiter dazu äussern wolle. «Blicken wir lieber vorwärts statt zurück!»

«Chemie stimmte nicht mehr»

Auch Roman Güntensperger mag nicht vertieft auf den Eklat eingehen. «Die Chemie zwischen Allenspach und mir stimmte nicht mehr», sagt er knapp und fügt lediglich noch an: «Alle Beteiligten wissen genau, was vorgefallen ist. Viele Gerüchte von Aussenstehenden waren an den Haaren herbeigezogen und das Ganze wurde medial unnötig aufgebauscht.»

Keinen Hehl macht der defensiv und im Mittelfeld einsetzbare Spieler daraus, dass er schon letzten Winter habe zum FCRJ wechseln wollen. «Doch für Allenspach kam dies nicht in Frage», verrät er. Auch Kassier Felix Huber – notabene Güntenspergers Onkel – habe den Transfer verhindert. Mit der Begründung, dass das Team in der Rückrunde im Kampf gegen den Abstieg seine Hilfe brauche.

Als Junior schon beim FCRJ

Nach der Trennung von Tuggen stand Güntenspergers Gang zum FCRJ nichts mehr im Weg. «Schon vor Saisonende unterschrieb ich meinen Vertag», sagt der 24-Jährige. Bereits als Junior hatte er eine Saison bei den Rosenstädtern gespielt, bevor er dann ins U14-Team des FC Zürich wechselte und dort die Sportschule absolvierte. Fast wie ein verlorener Sohn wurde der Märchler mit Wohnsitz in Tuggen – «das ist und bleibt meine Heimat» – im Grünfeld aufgenommen. Güntensperger schwärmt von der positiven Stimmung, die beim FCRJ «von der Mannschaft über die Betreuer bis hin zum Staff» herrsche. «Es war der richtige Entscheid, hierher zu kommen», ergänzt er.

Besonders angetan ist der gelernte Kaufmann von Trainer Stefan Flühmann: «Er ist ein absoluter Fachmann und pflegt mit allen einen guten Umgang.» Das hat Güntensperger nach seinen jüngsten Erlebnissen bitter nötig. Denn bevor er im Sommer 2014 seine erste Saison bei Tuggen in Angriff nahm, hatte er sein Glück bei Gaziantep Büyüksehir Belediyespor versucht. Doch sein Engagement beim türkischen Erstligisten endete wegen eines Trainerwechsels. «Neben mir wurden sechs weitere Spieler ausgemustert», blickt er auf sein Auslandjahr zurück, das ihm eine grosse Lehre gewesen sei und viel Lebenserfahrung eingebracht habe.

Wieder Freude am Fussball

«Nun bereitet mir das Fussballspielen wieder Spass», sagt Güntensperger, der inzwischen nicht mehr auf eine Profikarriere setzt, sondern vollberuflich als Versicherungs-Kundenberater tätig ist. Zumal er im Februar Vater einer Tochter wurde. «Da setzt man sich neue, andere Ziele im Leben.»

Vor dem heutigen Derby gegen seine ehemaligen Teamkollegen sagt der Tuggner: «Ich kam mit allen immer gut aus und bin mit einigen sogar befreundet.» Er freue sich aufs Wiedersehen mit allen – «mit einer Ausnahme». Für ihn sei es – im Gegensatz zu Aussenstehenden – «ein ganz normales Derby». Letzte Saison verpasste Güntensperger das Duell im Grünfeld (1:1) wegen einer Sperre. Das Hinspiel hatte er mit Tuggen an der Linthstrasse 0:1 verloren. Diesmal will er mit dem FCRJ als Derby-Sieger vom Platz. «Ungeschlagen bleiben ist unser Minimalziel.» Sein Vater lässt sich die Affiche – wie jedes andere FCRJ-Heimspiel – nicht entgehen. Ihm ist aber weniger wichtig, wer heute Nachmittag gewinnt. «Ich will, dass Roman gut spielt und wieder Freude am Fussball hat», sagt Erich Güntensperger. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.09.2015, 13:16 Uhr

Fussball

Von Tuggen zum FCRJ

Beim FC Tuggen spielte Roman Güntensperger schon als kleiner Bub. Im Juniorenalter wechselte er auf die Saison 2001/02 hin zum FC Rapperswil-Jona. Im Sommer 2003 wurde der Tuggner ins U14-Team des FC Zürich berufen. Beim FCZ durchlief er alle Stufen bis in die 2. Mannschaft. Der FC St. Gallen 2 (2010/11), Kriens (11/12) und Bellinzona (12/13) waren weitere Stationen. Nach einem Abstecher in die Türkei kehrte Güntensperger 2014 zu Tuggen zurück. Seit diesem Sommer gehört er wieder dem FCRJ an. (ddu)

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