«Diesen Titel lasse ich mir von niemandem schlecht reden»

Die Basler feiern in Bern den dreizehnten Cupsieg der Clubgeschichte. Und versprechen eine lange Nacht.

Die FCB-Spieler äussern sich zum Sieg im Cupfinal, die Gegner aus Thun sind trotz Niederlage stolz. Video: Fabian Sangines

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Nach dem Abpfiff hüpft er über den Rasen, es muss für ihn eine Erlösung sein: Marco Streller gewinnt mit dem FC Basel den Schweizer Cup. Er kennt das Gefühl bereits, das erste Mal jedoch holt er diesen Titel als Sportchef, im Sommer 2017 hat er diese Stelle angetreten. Der FC Basel gewinnt 2:1 gegen den FC Thun, muss aber am Schluss zittern, nachdem Dejan Sorgic das Anschlusstor für die Berner Oberländer erzielt hatte.

Als erster Basler will Captain Marek Suchy, bereits mit Cupsieger-Shirt ausgerüstet, beim Schweizer Fernsehen Auskunft geben. Das gestaltet sich inmitten seiner Mannschaft als eine eher schwierige Aufgabe. Die Kollegen spritzen den Verteidiger und SRF-Mann Jeff Baltermia mit Bier ab, «sorry Jeff», sagt Suchy, als er sich das Bier aus dem Gesicht wischt. Es ist das erste Mal, das Suchy den Schweizer Cup als Captain gewinnt, er war schon 2017 dabei.

Das macht für den Tschechen keinen Unterschied, «für mich ist es das Gleiche wie vorher», sagt er, an erster Stelle stehe so oder so die Mannschaft. Angesprochen auf das Spiel sagt Suchy: «Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gezeigt, das wissen wir.» Aber im Final gehe es schlussendlich nur darum, wer gewinne.

«Auch Thun hätte den Sieg verdient»

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Auch Valentin Stocker sagt: «Wir haben alles andere als eine gute Leistung gezeigt.» Er feiert an diesem Wochenende seinen vierten Cuptitel, dies neben sechs Meisterschaften in der Super League. «Das Spiel hätte auf beide Seiten kippen können, auch Thun hätte den Sieg verdient.» Als er das sagt, steht er mit seinen Teamkollegen in einer Reihe, um dem Unterlegenen auf dem Weg zur Medaillenvergabe Spalier zu stehen.

Ein Stück von Stocker entfernt steht auch Trainer Marcel Koller. Der Zürcher gewann in seiner Karriere schon einiges, der Cupsieg ist aber eine Premiere als Trainer. Auch Koller zollt den Thunern Respekt, sagt aber auch, dass sein Team einige Konter nicht ausgespielt habe, in der Schlussphase scheiterte zum Beispiel Albian Ajeti mit einem Schuss ins Aussennetz.

«Mit viel Alkohol, bis zum Morgen»

Nicht nur für Streller und Koller ist der Cupsieg der erste Titel mit dem FC Basel. Auch Präsident Bernhard Burgener feiert eine Premiere. Er freue sich für die Mannschaft und den Trainer, «sie haben das mehr als verdient». Spieler und Staff hätten das geliefert, was man sich in Basel gewünscht habe. Auch Sportchef Streller spricht von einem sehr wichtigen Tag. «Den Titel lasse ich mir von niemandem schlecht reden», sagt er, der sei so wertvoll für das Team.

Und wie geht es weiter beim FCB? Es wird gefeiert. «Mit viel Alkohol», sagt Suchy, «bis zum Morgen». Und Streller fügt an: «Die Kaderplanungen für nächste Saison stehen an, aber die können bis morgen Nachmittag warten.» Oder wie es Torschütze Fabian Frei nach einer etwas gar nüchternen Analyse von Kollege Luca Zuffi sagt: «Mit ein bisschen Alkohol verändert sich jeder Mensch.» (mro)

Erstellt: 19.05.2019, 16:50 Uhr

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