Rapperswil-Jona

Der FCRJ verliert zwei Routiniers

Captain Carlos Da Silva und Kim Jaggy, die beiden Mittelfeldspieler des FC Rapperswil-Jona, beenden nach dieser Saison ihre langen Karrieren.

Nach einer langen Profikarriere hängen Carlos Da Silva (links) und Kim Jaggy ihre Fussballschuhe an den berühmten Nagel.

Nach einer langen Profikarriere hängen Carlos Da Silva (links) und Kim Jaggy ihre Fussballschuhe an den berühmten Nagel. Bild: Franz Feldmann

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«Im Fussball gilt vor allem eines: Bis du es geschafft hast, musst du sehr hart arbeiten und den nötigen Willen zeigen.» Sowohl der 34-jährige Carlos Da Silva als auch der gut ein Jahr ältere Kim Jaggy haben in ihrer langen Profikarriere vieles erlebt und würden jungen Spielern raten, die einleitende Aussage zu Herzen zu nehmen. «Viele sehen nur Cristiano Ronaldo mit seinen teuren Autos. Aber das ist alles hart erarbeitet», sagt Da Silva. Nicht ganz so weit wie CR 7 haben es die beiden Mittelfeldspieler gebracht, blicken aber auf viele Höhepunkte zurück.

So schwärmt Jaggy noch heute von der Copa America, die er mit dem Nationalteam von Haiti 2016 bestritt. «Wenn du es als Fussballer geschafft hast, dann erlebst du viel mehr als deine Kollegen, die in einem Büro arbeiten und kommst an Orte, von denen andere nur träumen können», sagt Jaggy weiter.

Der legendäre Cup-Halbfinal

Das persönliche Highlight von Carlos Da Silva ist der Cup-Halbfinal 2004 mit GC gegen Stadtrivale FCZ. Der damals 20-Jährige wurde in der 76. Minute beim Stand von 2:5 für den sechs Tage älteren Stephan Lichtsteiner eingewechselt und erlebte die verrückte Wende im Hardturm zum 6:5 nach Verlängerung hautnah mit. «Davon kann man eigentlich nur träumen.»

Verpflichtet wurden die beiden Mittelfeldspieler vom FCRJ zwar zu verschiedenen Zeitpunkten, aber unter den gleichen Vorzeichen. Beide wollten ihr Profikarriere ausklingen lassen und wurden vom Klub kontaktiert. «Präsident Rocco Delli Colli ist ein positiv Verrückter, der am Obersee fussballerisch etwas bewirken wollte. Das hat mich mehr überzeugt als andere Angebote», erklärt Da Silva, der 2013 von Lugano ins Grünfeld gewechselt hatte. Jaggy hätte in Aarau 2016 zwar noch eine Saison anhängen können, sah aber mehr Perspektiven in Rapperswil-Jona.

Am Freitag letztmals zuhause

Nun ist für die beide der Moment gekommen, im Alter von 35, respektive 34 Jahren mehr mit der Familie unternehmen zu können. Sie freuen sich darauf, nach vielen Jahren endlich wieder einmal unbeschwert in die Sommerferien fahren zu können. «Darauf mussten wir 20 Jahre lang verzichten», meinen sie unisono.

«Auf Sommerferien mussten wir 20 Jahre lang verzichten.»Carlos Da Silva und Kim Jaggy

Dass sie nun ausgerechnet morgen Freitag gegen Aufsteiger Xamax beim letzten Heimspiel ihren Abschied vom Grünfeld geben können, mache die Sache umso spezieller. «Das wird ein weiteres Highlight», sind sich die Abtretenden sicher. «Und dies nach einer Saison mit Rapperswil-Jona, die nach dem Aufstieg in die Challenge League fast nicht besser hätte verlaufen können.» Letztmals schnüren sie die Fussballschuhe für den FCRJ am Pfingstmontag in Genf gegen Servette.

Neue Wortführer gesucht

Zusammen bringen die Routiniers die Erfahrung von mehr als 800 Spielen in den höchsten Ligen – Jaggy spielte auch im Ausland für Sparta Rotterdam in Holland und den griechischen Verein Xanthi – auf die Waage. Auf die Frage, wer denn nun die Rolle als erfahrene Ansprechperson für die jungen Spieler im Team von Urs Meier übernehmen werde, weisen beide auf Jonas Elmer, Stéphane Nater oder auch Denis Simani. So meint Da Silva: «Unser Abgang ist auch eine Chance, dass nun andere Spieler an unsere Stelle treten werden.»

Beide Spieler kennen sich schon sehr lange, auch aus gemeinsamen Zeiten beim Grasshopper Club. «An Kim schätze ich seine bodenständige, ehrliche Art. Auf ihn kann man sich zu 100 Prozent verlassen», schwärmt Da Silva. Jaggy bezeichnet Da Silva als einen, der immer Vollgas gebe. «Aber neben dem Platz ist er ein angenehmer Familienmensch.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.05.2018, 16:06 Uhr

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