Adliswil

Adliswiler Fussballmärchen geht weiter

Nach zwei Aufstiegen in Serie schafften die Sihltaler in der 2. Liga interregional den Klassenerhalt. Zwar erst in allerletzter Sekunde, aber trotzdem auch auf souveräne Art und Weise.

Die Adliswiler, rechts mit dem 18-jährigen eigenen Junior Robin Oberholzer, hier im Duell mit dem Freienbacher Luca Straub, befanden sich auch in der 2. Liga interregional oft auf der Überholspur.

Die Adliswiler, rechts mit dem 18-jährigen eigenen Junior Robin Oberholzer, hier im Duell mit dem Freienbacher Luca Straub, befanden sich auch in der 2. Liga interregional oft auf der Überholspur. Bild: Andre Springer

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«Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen», lautet ein deutsches Sprichwort, das von vielen Fussballcoachs, so auch dem ehemaligen deutschen Weltmeistertrainer Sepp Herberger, ihren Spielern ans Herz gelegt wurde. Diese hehre Forderung wird im FC Adliswil umgesetzt. Sonst wären die tollen Erfolge in den vergangenen 35 Monaten nicht möglich gewesen. Im Sommer 2017 stiegen die Sihltaler in die 2. Liga regional und ein Jahr später gar in die 2. Liga interregional auf. Und nun hat sich die Mannschaft von Trainer Gianmario Pischedda in dieser Liga halten können.

Weil die Adliswiler Spieler, so wie es Vereinspräsident Bruno Stäubli versichert, keine Punkteprämien erhalten, muten die Erfolge wundersam an. So eigenartig verliefen aber auch die letzten Monate. Aufsteiger Adliswil zeigte während der Vorrunde mehrere gute Spiele, wurde aber selten belohnt. Nur sieben Punkte, resultierend aus einem Sieg und vier Remis, standen während der Winterpause auf dem Adliswiler Konto in der Gruppe 5. «Wir bezahlten Lehrgeld», fasste Bruno Stäubli zusammen.

Sodano Assistenztrainer

Auch während der Winterpause änderte der Tabellenletzte Adliswil seine Philosophie nicht. Mit Geld wurden keine Spieler ins Sihltal gelockt, um zum Erfolg zurückzukehren. Ein wichtiger Wechsel gab es dennoch. Der 28-jährige Adriano Sodano wurde Assistenz-Spielertrainer von Gianmario Pischedda. Der gross gewachsene, vielseitig einsetzbare Akteur überzeugte als Übungsleiter wie auch als Spieler. In Thalwil noch agierte er als Mittelverteidiger, während er dann in Adliswil erfolgreich als Stürmer auf Torjagd ging. Aber nicht nur Sodano überzeugte während der Rückrunde. Seine Teamkollegen traten in der neuen Liga immer selbstbewusster auf. «Die Spieler lernen dazu und werden immer besser», lobte der Coach seine Akteure mehrmals während der Rückrunde.

Hoffen auf Kontinuität

Während die Sihltaler im vergangenen Herbst nur einen Sieg feiern konnten, waren es während der Rückrunde deren fünf. Erfreulich bei den Auftritten des Teams war insgesamt, dass die Mannschaft leistungsmässig dem Gegner gegenüber nie abgefallen war und selber attraktiven und zum Teil erfolgreichen Fussball gespielt hat. «Unser Trainer konnte die Spieler nochmals weiterbringen», zollt Bruno Stäubli seinem Coach ein Lob.

Das Saisonende am vergangenen Samstag passt zum aktuellen Adliswiler Fussballmärchen. Die Sihltaler gewannen bei Pajde 3:0, während Konkurrent Wangen bei Olten in Aarau in der letzten Spielsekunde den Ausgleich hinnehmen musste – und wegen dieses Tores absteigt.

Bleibt Adliswil in der kommenden Saison seiner Clubphilosophie, Spieler nicht zu bezahlen, treu? «Natürlich sind ein Beitrag ans Trainingslager, das Tenüwaschen und Fussballschuhgutscheine ein Thema, was berechtigt ist. Wir sind flexibel, werden uns in unseren Grundzügen aber nicht verändern», berichtet Stäubli. Sicher ist: Die Trainercrew bleibt dem Verein erhalten. «Wir zählen natürlich auch auf unsere tollen Fussballer», schiebt der Präsident nach.

Erstellt: 18.06.2019, 22:30 Uhr

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