Rapperswil-Jona

«Elektro vor Rennen putscht auf»

Im ersten Jahr als Radprofi startet Lars Forster durch. Der Joner XCO-Fahrer erfüllte gar bereits die Selektionskriterien für ein Olympiaticket. Die grosse Stärke des 22-Jährigen ist seine Hartnäckigkeit.

Zwischendurch mag Neo-Profi Lars Forster einen Cappuccino und der Joner setzt sich auch gerne mal auf ein motorisiertes Zweirad.

Zwischendurch mag Neo-Profi Lars Forster einen Cappuccino und der Joner setzt sich auch gerne mal auf ein motorisiertes Zweirad. Bild: Dominic Duss

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Sie haben eben einen Cappuccino bestellt. Was mögen Sie daran?
Lars Forster: Den Geschmack und es ist gemütlich, zwischendurch einen zu trinken. Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nicht unbedingt. Ich habe alles gern, trinke aber meistens Wasser.

Bleiben wir noch beim Kulinarischen. Was essen Sie gerne?
Pizza, Pasta und andere Gerichte aus der italienischen Küche.

Können Sie es auch selbst zubereiten?
Ja, ich kann gut kochen und stehe daher oft am Herd.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Kalorien zähle ich nicht, schaue aber schon auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. An Ruhetagen esse ich weniger und nach harten Trainings lade ich Kohlenhydrate. Gibt es sonst Einschränkungen?
Ja, ich kann nur wenig mit Kollegen in den Ausgang. Daran habe ich mich aber längst gewöhnt. Und wenn ich an einer Bäckerei vorbeifahre, muss ich mich beherrschen, da ich am liebsten viele Süssigkeiten kaufen würde.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Vor der Spitzensport-RS (2014; Red.) habe ich aufgehört zu arbeiten und setzte voll auf den Radsport. Letztes Jahr hat BMC mir einen Profivertrag unterbreitet. Seit Januar gehöre ich dem MTB Racing Team an.

Welchen Beruf haben Sie gelernt?
Polymechaniker. Vielleicht kehre ich eines Tages auf den Beruf zurück.

Weshalb nehmen Sie das alles auf sich?
Weil es schon immer mein Ziel war, Radprofi zu werden. Bereits in der Primarschule gab ich dies als meinen Traumberuf an.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Die MTB-Marathons, welche mein Vater früher jeweils in Küblis bestritt. Ihn begleiten zu können, war für mich stets eine grosse Sache. Mit acht Jahren startete ich erstmals beim Kinderrennen.

Wie sind Sie zum Mountainbiken gekommen?
Durch meinen Vater und Onkel. In Küblis wurde ich dann von Mitgliedern des VC Eschenbach angesprochen und trat diesem 2001 bei. Der VCE ist wohl die beste Adresse für junge Fahrer aus der Region.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Einer der schönsten war der SM-Titel bei der Radquer-Elite, den ich im Januar in Dagmersellen gewann. Ich durfte in meiner jungen Karriere bereits viele Siege feiern. Der 5. und 6. Platz in den ersten zwei Weltcuprennen waren ebenfalls schön. Auch ich bin überrascht, wie gut es mir in meinem ersten Elitejahr läuft.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Mein Sturz an der U23-SM in Langendorf im vergangenen Juli, bei welchem ich mir die Schulter auskugelte. Durch einen Fahrfehler habe ich meine Saison kaputtgemacht. Aber Rückschläge gehören halt auch zum Sport.

Mit welchen Erwartungen reisen Sie ans dritte Weltcup­rennen der Saison in La Bresse?
In den ersten beiden Weltcuprennen habe ich meine Erwartungen schon übertroffen. Aber natürlich versuche ich, nochmals in die Top 5 zu fahren. Dazu brauche ich allerdings wieder einen perfekten Tag.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Ich schaue gar nicht erst hinein. (lacht) Höchstens nach dem Frühstück, um kurz die Haare zu richten.

Mit welcher Person würden Sie gerne einmal für einen Tag tauschen?
Mit einem Astronauten, damit ich mal den Ausblick von oben geniessen könnte.

Welche Person bewundern Sie?
Roger Federer beeindruckt mich schwer. Er spielt seit vielen Jahren konstant an der Weltspitze und wirkt immer sehr gelassen, obwohl er ein Superstar ist.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Da gibt es verschiedene Varianten. Eine ist, dass ich am Sonntag ein Rennen gewinne und dann am Abend schön ausspannen kann. Wenn im Rennkalender kein Termin steht, geniesse ich den Samstagabend gerne mit meiner Familie und Freundin. Wir essen gemeinsam und sitzen nachher gemütlich zusammen.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Im Sommer stehen noch viele Rennen an. Ich plane im Herbst meine ersten Strandferien mit meiner Freundin.

Ihr Lieblingssong?
Der wechselt stetig. Momentan ist es «Nobody Speak» von DJ Shadow. Ich höre fast alles gern. Am Morgen aber eher gemütliche Musik und vor den Rennen Elektro, das putscht auf.

Ihr Lieblingsfilm?
«Limitless» (deutsch «Ohne Limit»; Red.) mit Bradley Cooper und Robert De Niro. Die Hauptfigur nimmt eine Pille zu sich, welche das Erinnerungsvermögen, die Intelligenz sowie Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit um ein Vielfaches steigert. Die Story ist sehr packend.

Ihr Lieblingsbuch?
Ein explizites habe ich nicht. Es ist eine Weile her, seit ich zuletzt ein Buch – die spannende Biografie über Fabian Cancellara – gelesen habe.

Ihr Lebensmotto?
Wenn schon, denn schon.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Meine Lust auf Essen. Vor allem Süssem kann ich nur schwer widerstehen. Aber auch anderes mag ich sehr. Deshalb muss ich allgemein darauf achten, dass ich jeweils nicht zu viel verschlinge.

Und was ist Ihre beste Eigenschaft?
Meine Hartnäckigkeit. Wenn ich etwas will, setze ich mich sehr dafür ein.

Was macht Sie glücklich?
Am glücklichsten bin ich, wenn ich nach einem erfolgreichen Rennen daheim mit meiner Freundin ein Nachtessen und dann den Abend geniessen kann.

Was ärgert Sie?
Wenn ich Fehler mache, sei es im Sattel oder sonst wo.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Meine Familie, Freundin, Freunde, das Velofahren und alle schönen Dinge, die sonst noch zum Leben gehören.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Hoffentlich immer noch an der Weltspitze fahren, so wie dies Florian Vogel (der in Jona wohnhafte Mountainbike-Profi ist zehneinhalb Jahre älter; Red.) kann.

Erstellt: 27.05.2016, 00:03 Uhr

Worum gehts?

Am Sonntag findet in La Bresse (FRA) das dritte Weltcuprennen der Saison statt. In diesem können die Schweizer Cross-Coun­try-Fahrer letztmals die Selektionsvorgabe von Swiss Cycling – mindestens eine Top-5-Platzierung im Weltcup – für ein Olympiaticket erfüllen. Den Sprung nach Rio will Neo-Profi Lars Forster mit einem weiteren Exploit schaffen. Der Joner gewann bereits etliche U23- und Junioren-Titel. VCE-Klubkollege Fabian Giger (Rieden) muss in die Top 5 fahren, um Olympiachancen zu wahren. Florian Vogel aus Jona gelang dies schon 2015. (ddu)

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