Eishockey

Die Lakers schaffen die Cup-Sensation

Die Rapperswil-Jona Lakers stehen erstmals im Cup-Halbfinal. Mit einem Spiel nahe an der Perfektion bezwang der überlegene Leader der Swiss League zu Hause den oberklassigen EV Zug verdient 5:1 (3:0, 1:0, 1:1).

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

War das ein Vorgeschmack auf die Aufstiegsfeier? Wer weiss. In ­etwa so ausgelassen wie gegen Zug dürfte jedenfalls die Stimmung in der SGKB-Arena sein, wenn die Rosenstädter ihr grosses Ziel zum Ende der Saison erreichen sollten.

Minutenlang wurden die St. Galler Cuphelden vom Gros der 4820 Zuschauer mit stehenden Ovationen gefeiert. «Eine unglaubliche Stimmung war das», freute sich SCRJ-Trainer Jeff Tomlinson hinterher, als er sich aufmachte, den teils staunenden Journalisten diesen klaren Sieg zu erklären. «Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Jeder Einzelne hat heute einen ausgezeichneten Job gemacht. Zur Belohnung erhalten die Spieler am Mittwoch frei.» Auch Corsin Casutt hob hinterher das starke Kollektiv her­aus: «Alle vier Linien agierten sehr solid», meinte der Stürmer etwas gar nüchtern. Und ergänzte: «Wenn wir so spielen, sind wir für jeden Gegner sehr unangenehm.»

Ganz anders war natürlich die Stimmung auf der Gegenseite. «Wir legten nicht die richtige Einstellung an den Tag», übte EVZ-Stürmer Reto Suri Kritik. Es war letztlich wohl eben so, wie es Tomlinson vorausgesagt hatte: Die Lakers gingen als Underdog mit einigen Prozent mehr Freude ans Werk als der Oberklassige. Und dieser Zusatzschub an Energie machte den Unterschied aus.

Eine magische Cup-Nacht: Der SCRJ verzauberte mit einer überragenden Leistung seine Fans und liess dem oberklassigen EV Zug nicht den Hauch einer Chance. Video: David Gonzalez/CA-Media.

Perfektes Startdrittel

Die Basis zum nächsten Über­raschungscoup nach dem 3:0-Erfolg im Achtelfinal gegen Lugano legten die Rosenstädter bereits im Startdrittel, das sie gleich mit 3:0 für sich entschieden. Der EVZ verzeichnete in den ersten Minuten zwar mehr Abschlüsse, diese waren jedoch harmloser Natur. Auf der Gegenseite kam Fabian Brem in der 8. Minute mit einem Pfostenschuss der Führung bereits sehr nahe. Als mit Raphael Diaz dann erstmals ein Zuger auf der Strafbank sass, wurde das 1:0 Tatsache. Nach einem Schuss von Dion Knelsen landete der Abpraller direkt auf dem Stock des seitlich postierten Jared Aulin, und der SCRJ-Topskorer liess sich nicht zweimal bitten.

«Wenn wir so spielen, sind wir für jeden Gegner unangenehm.»SCRJ-Stürmer Corsin Casutt

Lediglich 23 Sekunden später lag der Puck erneut im Netz – diesmal dank gütiger Mithilfe von EVZ-Keeper Tobias Stephan. Der Schweizer Internationale bugsierte den nach einem Schuss Josh Primeaus von der Bande zurückspringenden Puck am nahen Pfosten gleich selber über die Linie.

Dies sollte nicht die einzige Szene bleiben, in der Stephan keine gute Figur machte. Michael Hüglis Handgelenkschuss zum 3:0 (15.) war sicher platziert, doch der Torhüter hatte freie Sicht. Gleiches galt bei der sehens­werten Direktabnahme, mit der Jorden Gähler im Mitteldrittel auf 4:0 erhöhte (31.). Und auch Leandro Proficos Treffer zum 5:1 (50.) hält ein Goalie von Stephans Format an guten Tagen.

Einen solchen hatten die Zuger am Dienstag aber definitiv nicht. Wirklich zwingend waren sie nicht einmal, als sie in der Schlussphase des Mittelabschnitts während 45 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren konnten. Kurz nach Beginn des Schlussdrittels gelang Victor Ståhlberg zwar das 1:4, mehr als ein Ehrentreffer war dies aber nicht. Die Lakers sind in der aktuellen Verfassung schlicht zu gefestigt, um darob in Panik zu verfallen. Zudem wissen sie mit Melvin Nyffeler momentan – anders als der EVZ – einen überragenden Torhüter in ihren Reihen.

Fortsetzung am 5. Januar

Die Rapperswil-Jona Lakers stehen somit also im Cup-Halbfinal – zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Auf wen sie dort treffen, wird morgen Abend bekannt. Dann werden im Teleclub-Studio die Partien von Donnerstag, 5. Januar, ausgelost. Die möglichen Gegner heissen Davos, Biel und Ajoie. Spielen die Lakers so stark wie am Dienstag, können sie ­jedes dieser Teams schlagen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.11.2017, 23:38 Uhr

Lakers-Trainer Jeff Tomlinson nach dem Cup-Sieg im Interview

Video: David Gonzalez/CA-Media

Telegramm

Cup, Viertelfinal:

SCRJ Lakers (SL) – Zug (NL) 5:1 (3:0, 1:0, 1:1)
SGKB-Arena. 4820 Zuschauer. SR Koch/Mollard, Kovacs/Obwegeser.
Tore: 12. (11:13) Aulin (Casutt/Ausschluss Diaz) 1:0. 12. (11:36) Primeau (Profico, Nyffeler) 2:0. 15. Hügli (Ausschluss Zehnder) 3:0. 31. Gähler (Brem, Profico) 4:0. 41. (40:22) Ståhlberg (Ausschlüsse Rizzello; McIntyre) 4:1. 50. Profico 5:1.
Strafen: 3x2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 6x2 Minuten gegen Zug.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Iglesias, Schmuckli; Geyer, Berger; Sataric, Maier; Profico, Gähler; Brem, Lindemann, Casutt; Aulin, Knelsen, Vogel; Hügli, Mason, Mosimann; Primeau, Rizzello, Hüsler.
Zug: Stephan; Thiry, Alatalo; Diaz, Geisser; Morant, Leeger; Fohrler; Martschini, Roe, Ståhlberg; Klingberg, McIntyre, Suri; Schnyder, Zehnder, Lammer; Forrer, Kast, Senteler.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Büsser, Frei, Gurtner, Schir, Trudel und Zanzi (alle überzählig); Zug ohne Diem, Grossmann, Helbling und Schlumpf (alle verletzt). 8. Pfostenschuss Brem. 34:37 Time-out Rapperswil-Jona. 36. Lattenschuss Ståhlberg.
Schüsse: 29:37 (11:12, 8:18, 10:7).

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!