Eishockey

ZSC musste das 1:1 hinnehmen

Zweimal machten die ZSC Lions in Lugano einen Rückstand wett. Als sie aber begannen, zu passiv zu spielen, verloren sie den Match 3:4 (1:2, 1:0, 1:2).

Die ZSC Lions hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, waren aber im letzten Drittel etwas zu passiv (Roman Wick, rechts, gegen Stefan Ulmer).

Die ZSC Lions hatten über weite Strecken mehr vom Spiel, waren aber im letzten Drittel etwas zu passiv (Roman Wick, rechts, gegen Stefan Ulmer). Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

ZSC Lions – HC Lugano ist die einzige Viertelfinalserie, die nach zwei Runden ausgeglichen ist. Die Zürcher, die im Hallenstadion 4:3 gewonnen hatten, verloren mit dem gleichen Resultat in der Resega. Dabei waren sie 40 Minuten lang die bessere Mannschaft – mit den Ausnahmen, die sie teuer bezahlen mussten.

Denn Lugano benötigte nicht viele Chancen, um seine vier ­Tore zu erzielen. Ein schlechter Wechsel ermöglichte den Tessinern und ihrem Topskorer Linus Klasen bereits nach 59 Sekunden die Führung. Ein schlechtes Zuspiel von Christian Marti auf Morris Trachs­ler ermöglichte Ryan Gard­ner die 2:1-Führung noch im ersten Abschnitt. Zu ­wenig Aufmerksamkeit von Reto Schäppi liess Luca Fazzini so viel Freiraum, dass der nach 45 Minuten das 3:2 erzielen ­durfte. Und dann war Fazzini auch noch am 4:2 im Power­play (Sannitz) beteiligt.

Als David Rundblad nach 55 Minuten auf 3:4 verkürzte, ­hatten die Zürcher doch noch die eine oder andere Chance zum Ausgleich. Aber sie mussten, als sie ohne Goalie angriffen, auch zweimal froh sein, dass Ber­taggia und La­pierre das leere Tor verfehlten.

Die Zürcher verloren dann den Match, als sie begannen, auf Resultat zu spielen, als sie sich in ihrem Offensivdrang ein bisschen zurücknahmen. Da verloren sie zu viele Scheiben in der eigenen Zone. Lugano musste nicht allzu viel Konstruktives leisten, um zu Torchancen zu kommen. Es genügte, den Lions ab und an ein bisschen näher auf die Haut zu rücken – und schon war der Scheibenverlust des Gegners provoziert.

Die ZSC Lions müssen sich vorwerfen, dass sie in den letzten 20 Minuten nicht spielten, um zu gewinnen, sondern versuchten, den Gegner ein bisschen aufzuhalten. Zu passiv waren sie da.

Zweimal machten die Zürcher einen Rückstand mehr oder weniger souverän wett. Pius ­Suter, wieder einer der besten des ZSC, schoss nach vier Minuten und einem Fehler Gardners das 1:1. Patrick Thoresen hatte grosse Übersicht bewiesen. Inti Pestonis Direktabnahme im Mitteldrittel bedeutete das 2:2.

Die Zürcher dominierten ihren Gegner 40 Minuten lang, aber sie machten aus ihren Chancen (ein weiteres Mal) zu wenig. Mathias Seger hatte zwei hervorragende Möglichkeiten, er nützte keine. Fabrice Herzog (zweimal) und Severin Blindenbacher scheiterten aus bester Position.

Natürlich spürten die Zürcher den Ausfall von Robert Nilsson, aber die Linie mit Suter, Thoresen und Nilsson-Ersatz Herzog war dennoch gut genug, um ­Lugano unter Druck zu setzen. Beunruhigend muss für die Zürcher diese Niederlage nicht sein. Sie sind das bessere Team als ­Lugano, aber sie dürfen nicht von ihrem Stil abweichen.

Rekurs im Fall Vauclair

Lugano erstaunte am Morgen mit der Ankündigung, gegen die drei Spielsperren von Verteidiger Julian Vau­clair Rekurs eingelegt zu haben. Der Team­senior blieb gestern gesperrt, der Fall wird vielleicht vor dem Donnerstagspiel entschieden sein. Allerdings würde es schon erstaunen, wenn Vau­clair weniger als drei Partien aussetzen müsste. Denn das Foul gegen Pestoni war ein ziemlich übler Ellbogencheck.

Auf dem Eis zeigte Lugano ­seine Heimstärke. In der Quali­fikation hatten die Tessiner 18 von 25 Spielen gewonnen, dar­unter auch eines gegen die Zürcher. Ein zweites in der Champions League, im Rückspiel im Hallenstadion aber waren sie dann ohne Chancen gewesen.

Höchst ärgerlich war, wie das Schiedsrichterduo Mollard/Vinnerborg einfach nur zuschaute, wenn die Tessiner nach jedem erfolg­ten Pfiff weiter versuchten, die Gegner zu provozieren.

Und wenn die Liga ein bisschen Format hat, dann muss sie sehr wohl Schritte gegen Luganos Stadion-Ord­nung unternehmen. Dass bei jedem Schiedsrichterpfiff, der den Lugano-Anhängern missfiel, immer wieder Gegenstände aufs Eis flogen und zusätzliche Reinigungen nötig wurden, hat wenig mit Sport zu tun.

Erstellt: 08.03.2017, 13:49 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.