Eishockey

Zittersieg gegen die Academy

Die Rapperswil-Jona Lakers taten sich auch im zweiten Saisonduell mit der EVZ Academy schwer. Im Mitteldrittel gerieten sie sogar 1:2 in Rückstand – und am Schluss brauchte es einen starken Melvin Nyffeler im Tor, um den 3:2-Heimsieg über die Zeit zu retten.

Matchwinner Fabian Brem (Dritter von rechts, Nr. 66) lässt sich von seinen Teamkollegen nach seinem 3:2-Siegtreffer feiern.

Matchwinner Fabian Brem (Dritter von rechts, Nr. 66) lässt sich von seinen Teamkollegen nach seinem 3:2-Siegtreffer feiern. Bild: Tom Oswald Fotografie

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Schon das erste Saisonduell dieser beiden Teams war um einiges enger gewesen, als es das Resultat von 5:2 zugunsten des SCRJ vermuten lässt. Die Zuger hatten damals 1:0 geführt, kurz nach Spielhälfte nochmals zum 2:2 ausgeglichen, ehe Corsin Casutt die St. Galler mit dem 3:2 definitiv auf die Siegesstrasse brachte.

Auch diesmal wurde das 3:2 zum Game-winning-Goal für die Lakers. Verantwortlich dafür zeichnete Fabian Brem in der 53. Minute. Nach einem fatalen Fehlpass von Josh Holden – ja, ausgerechnet dem einzigen Routinier in Reihen des Zuger Farmteams passierte der folgenschwere Lapsus – behielt er alleine vor Keeper Noël Bader die Nerven, wartete geschickt, bis dieser zu Boden ging, und schoss dann eiskalt ein. «Da fiel mir echt ein Stein vom Herzen», gestand der 26-Stürmer, der nach drei Saisons beim im Sommer in Konkurs gegangenen Red Ice Martigny zum Team vom Obersee gewechselt war und dort mit Sven Lindemann (39) und Corsin Casutt (32) die aktuell am besten harmonierende Angriffsformation bildet. «Es macht extrem Spass neben diesen beiden Routiniers. Sie reden sehr viel mit mir, geben mir wertvolle Tipps.»

1:2 per Shorthander

Dass Brem nach Spielschluss derart erleichtert war, zeigt, wie nervenaufreibend die Partie gewesen war. Die Lakers mussten sich jedoch hauptsächlich an der eigenen Nase nehmen. Nach gutem Start und der verdienten Führung durch Dion Knelsen im Powerplay (12.) liessen sie nämlich merklich nach und bauten den Gegner damit zusehends auf. Der Ausgleich der Gäste bei Spielmitte war gar nicht mal unverdient. Kurz darauf bot sich dem SCRJ in Überzahl die Möglichkeit, das Zepter wieder in die Hand zu nehmen, doch das Tor fiel auf der Gegenseite (36.).

Immerhin kam die Reaktion postwendend. Als eine halbe Minute später ein zweiter Zuger auf die Strafbank geschickt wurde, nutzte dies SCRJ-Topskorer Jared Aulin zum 2:2. Noch bevor Brems grosser Auftritt kam, hatte Michael Hügli im Schlussdrittel die Möglichkeit gehabt, das Heimteam in Front zu schiessen. Seinen – keineswegs schlechten – Versuch parierte Bader jedoch mirakulös (48.). «Wir hatten sicher genügend Chancen, um das Spiel früher zu entscheiden», befand Brem, speziell im Startdrittel, «doch anscheinend dachten wir nach dem 1:0, es gehe heute ganz leicht, und liessen nach. Das mag es gegen keinen Gegner in dieser Liga leiden.» Die Schlussphase wurde zu einem echten Nervenspiel. Die Zuger warfen alles nach vorne, doch Lakers-Keeper Melvin Nyffeler wusste den Ausgleich – zuweilen auch dank etwas Glück – zu verhindern.

Am Sonntag im Hochjura

Bereits am Sonntag geht es für die Rosenstädter weiter. Im Hochjura treffen sie auf den Tabellendritten La Chaux-de-Fonds – und damit auf ein ganz anderes Kaliber, als es die Zuger Jungspunde eigentlich sind. Allerdings: Gestern wussten die Westschweizer überhaupt nicht zu überzeugen, unterlagen in Visp deutlich 0:4, kassierten dabei im Mitteldrittel drei Gegentore innert 76 Sekunden – alle bei 5-gegen-5. Die Mannschaft von Trainer Alex Reinhard, für die es die zweite Saisonniederlage nach dem 3:4 gegen Olten war, hat morgen also einiges wiedergutzumachen im Spiel gegen die Lakers.

Letztmals hatten sich die beiden Equipen im vergangenen Frühling im Rahmen des Playoff-Halbfinals gegenübergestanden. Die St. Galler setzten sich bekanntlich mit 4:1 Siegen durch. Ein weiterer Grund für die Jurassier, sich morgen speziell zusammenzureissen. (zsz.ch)

Erstellt: 06.10.2017, 23:43 Uhr

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Swiss League

SCRJ Lakers – EVZ Academy 3:2 (1:0, 1:2, 1:0)

SGKB-Arena. 2134 Zuschauer. SR Wirth, Fuchs/Kehrli.
Tore: 12. Knelsen (Lindemann, Casutt/Ausschluss Wüthrich) 1:0. 30. Elsener 1:1. 36. (35:36) Rondahl (Holden/Ausschluss Leuenberger!) 1:2. 37. (36:29) Aulin (Casutt, Knelsen/Ausschlüsse Leuenberger, Wüthrich) 2:2. 53. Brem 3:2.
Strafen: 2×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 4×2 Minuten gegen die EVZ Academy.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Sataric, Maier; Iglesias, Berger; Profico, Schmuckli; Geyer, Büsser; Hügli, Mason, Primeau; Aulin, Knelsen, Rizzello; Brem, Lindemann, Casutt; Hüsler, Vogel, Frei.
EVZ Academy: Bader; Thiry, Maurer; Wüthrich, Hermkes; Steiner, Elsener; Oejdemark, Brantschen; Schleiss, Holden, Volejnicek; Forrer, Kläy, Arnold; Oehen, Rondahl, Haussener; Langenegger, Leuenberger, Döpfner.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Gähler, Gurtner, Mosimann, Trudel und Zanzi (alle überzählig); EVZ Academy ohne Maurenbrecher (verletzt). Time-outs: 59:02 EVZ Academy, 59:45 Rapperswil-Jona. EVZ Academy von 58:40 bis 59:12 und ab 59:17 ohne Torhüter.
Schüsse: 28:31 (10:8, 8:9, 10:14).

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