Eishockey

Von 0 auf 5 – die Kanadier sind im Stanley Cup zurück

Vor einem Jahr waren die Playoffs um den Stanley-Cup eine rein US-amerikanische Angelegenheit. Ab dieser Woche dürfen sich fünf von sieben kanadischen Teams Hoffnungen auf den Titel­gewinn machen. Ein Blick durch die Ligen von Toronto über München bis nach Bern.

Nino Niederreiter blickt auf eine Topsaison zurück.

Nino Niederreiter blickt auf eine Topsaison zurück. Bild: Keystone

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Der Frühling 2016 war den kanadischen Eishockeyfans ein Graus. Zum ersten Mal seit 1970 war kein einziges Team aus Kanada dabei, als der Kampf um den Stanley-Cup begann. Es wurde gejammert, analysiert und eine dunkle Zukunft prognostiziert. Aber nur ein Jahr später sieht alles wieder anders aus. Diese Woche erfolgt der Auftakt zu den Playoffs, aus Kanada stehen nur Winnipeg und Vancouver abseits. Immerhin 5 der 16 Playoff-Teams sind in Kanada beheimatet.Die Montreal Canadiens schafften das gar als Division-Sieger. Sie hatten einen fitten Goalie (Carey Price) – und stärkten mit Alexander Radulow, Shea Weber, Andrew Shaw, Artturi Lehkonen und Al Montoya ihr Kader.

Den spektakulärsten Schritt nach vorne tat Toronto mit seiner Rookie-Fraktion um Auston Mat­thews und William Nylander. 120 Tore mehr als im letzten Jahr erzielten die Leafs dank ihrer Neulinge. Das reichte zur ersten Playoff-Teilnahme seit 2013. Die Ottawa Senators mit den Schweizer Coaches Guy Boucher und Mark Crawford verzeichneten nur leichte Verbesserungen. Sie sind der einzige Playoff-Teilnehmer mit einer negativen Tordifferenz.

Edmonton durfte sich auf einen überraschend guten Goalie Cam Talbot stützen, aber auch auf die enorm verbesserte Offensive. Letztes Jahr hatten sie Pech, dieses Jahr sehr viel Glück. Calgary hat die taktische Umstellung weg von Bob Hartleys Eishockey geholfen, die Flames traten cleverer auf. Die Favoriten auf den Cup spielen aber auch dieses Jahr in amerikanischen Städten. Washington als Qualifikationssieger oder Pittsburgh (mit Mark Streit) als Titelverteidiger zum Beispiel.

Nino Niederreitermit Rekord auf Platz 53

Nino Niederreiter war der beste Schweizer in der NHL – und er stellte einen neuen persönlichen Rekord auf. Noch nie zuvor hat er so viele Tore (25) oder so viele ­Assists (32) erzielt, selbstredend kam er auch nie zuvor schon einmal auf 57 Punkte. Damit nimmt er in der NHL-Skorerliste Rang 53 ein, in der teaminternen Liste von Minnesota Platz 4. Einen neuen Vertrag aber hat er noch immer nicht.

Die NHL-Premierensaison beendete Denis Malgin, er erzielte den letzten Treffer von Florida. In seinem ersten Jahr in Übersee, «gestört» von einem Trainerwechsel, kam er auf 6 Tore und4 Assists.

Tommi Santalas Ausgleich zum 1:1 im Final

Die russische KHL ist bereits in der Finalserie angelangt. Nach den zwei ersten Partien zwischen Metallurg Magnitogorsk und SKA St. Petersburg, beide in der Halle von Magnitogorsk gespielt, steht es 1:1. Den ersten Match, in dem Ilja Kowaltschuk von SKA und Oskar Osala von Metallurg je eine Fünfminutenstrafe kassierten, entschied SKA mit 5:4 für sich. Gestern folgte die Antwort von Magnitogorsk mit einem 3:1-Erfolg. Den letzten Treffer erzielte Tommi Santala in der zweitletzten Minute ins leere Tor. Der ehemalige Klotener Center, wegen seiner defensiven Qualitäten ein wichtiger Faktor, erzielte sein erstes Playoff-Tor. Die Serie wechselt nach St. Petersburg, die erste von zwei Partien dort findet am Mittwoch statt.

München marschiert auch im Final gegen Wolfsburg

Toni Söderholm, früherer Verteidiger des SC Bern, ist auch in seinem zweiten Jahr in der Organisation von Red Bull München auf Erfolgskurs. Der Titelverteidiger spielt erneut in der Finalserie der DEL und hat auf dem Weg dorthin erst einen Match verloren – im Halbfinal gegen Berlin. Im ersten Spiel der Finalserie gegen Wolfsburg siegten die Münchner erst in der Verlängerung. Wolfsburg, in der Qualifikation nur auf Platz 5, war schon letztes Jahr ­Finalgegner. Damals seien viele Spieler verletzt gewesen, jetzt seien alle fit – so macht man sich bei den Grizzlys Mut.

Bei den Münchnern steuertein 41-jähriger Verteidiger einem letzten Titel entgegen. Nach sieben Saisons in der KHL fand der Amerikaner Deron Quint in Bayern noch einmal einen Arbeitgeber. Die Saison 2005/06 hatte er als Hoffnungsträger in Kloten begonnen, schon vor Weihnachten allerdings war er dort zur «Persona non grata» erklärt worden.

Nur noch Andersson-Junior im Meisterrennen

Während Champions-League-Sieger Frölunda Göteborg gegen Brynäs noch kämpfen muss, steht in Schweden mit dem HV’71 Jönköping der erste Finalist fest. HV eliminierte Malmö 4:1 und ermöglicht damit Malmös Coach Peter Andersson, seinen Sohn live in einem Final zu beobachten: Verteidiger Calle Andersson tritt heute mit Bern zum dritten Match der Finalserie gegen Zug an. Der SCB verlor sowohl im Viertelfinal (Biel) als auch im Halbfinal (Lugano) ein Heimspiel. Zug siegte diese Saison noch nie in Bern. (Der Landbote)

Erstellt: 10.04.2017, 21:56 Uhr

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