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Viele Zahlen sprechen gegen den ZSC

Das 2:1 des HC Lugano vom Dienstag hat für das weitere Playoff-Schicksal der ZSC Lions so manches infrage gestellt.

Julien Vauclair (rechts) war der von Raffaele Sannitz und Grégory Hofmann gefeierte Lugano-Rückkehrer.
Julien Vauclair (rechts) war der von Raffaele Sannitz und Grégory Hofmann gefeierte Lugano-Rückkehrer.
Keystone

Die ZSC Lions liegen im Viertel­final gegen Lugano 2:3 zurück. Heute bereits können die Tessiner nicht nur den Zweiten der Qualifikation, sondern auch einen Titelfavoriten eliminieren. Der ZSC, die offensiv beste Mannschaft der Qualifikation, hat in drei Playoff-Heimspielen gegen Lugano sechs Tore erzielt. In den letzten zwei Hallen­stadion-Auftritten gerade noch zwei. Ein geschossenes Tor pro Partie reicht selten zum Sieg. Drei Goals, so hat Trainer Hans Wallson einmal im Herbst vor­gerechnet, müssten es für drei Punkte sein.

Auch andere jüngste Zahlen sprechen nicht für die ZSC Lions. Im Tessin haben sie gerechnet, geforscht – und Erstaunliches gefunden: In den letzten zehn Saisons ging in den total 66 Playoff-Serien 34-mal eine Mannschaft vom Patt aus (2:2) im fünften Match 3:2 in Führung. Und nur in fünf der 34 Fälle hat sich das Team, das 3:2 in Führung ging, nicht für die nächste Runde qualifiziert.

Und noch genauer: In den 34 Fällen erarbeitete sich fünfmal die Auswärtsmannschaft die 3:2-Führung. Nur einmal reichte das nicht für das Weiterkommen. 2013 gewann Zug in Bern Spiel 5 zum 3:2, verlor nachher aber noch zweimal.

Das sind nicht gerade Zahlen, die auf Zürcher Seite Mut machen. Aber es gibt weniger aus der Vergangenheit, dafür aus der Aktualität heraus Hoffnung. Für ein Weiterkommen, oder vorerst mal ein siebtes Spiel, müssen die Zürcher aber in drei Punkten eine enorme Steigerung aufs Eis bringen.

- Schüsse. Die Überzahlspiele der Lions gleichen sich wie ein Ei dem andern. An der blauen Linie mühen sich Patrick Geering und David Rundblad damit ab, irgendwie die Scheibe Richtung Tor zu schlenzen. Sie werden noch und noch geblockt. Es fehlt das Überraschungsmoment, die Direkt­abnahmen.

- Nadelstiche. Die Präsenz vor dem gegnerischen Tor ist völlig ungenügend. Luganos Verteidiger holen (fast) jeden Abpraller. Kein Stürmer der Zürcher setzt dort Nadelstiche. Das höchste der Gefühle ist, wenn sich im Powerplay Schäppi und Herzog ein-, zweimal kurz vor Elvis Merzlikins postieren.

- «Grinta». Das italienische Wort für den ganz grossen Willen, die ganz grosse Entschlossenheit. «Grinta» blieb am Dienstag aus. Dominanz im gegnerischen ­Drittel alleine ergibt keine Torchancen.

Alle spielten bisher brav im System mit, alle versuchten, dar­in ihren Job zu erledigen. Aber keiner wagt etwas, keiner versucht, das «Extra» zu leisten, das eine Serie auf die eigene Seite kippen lässt. Wallson will, dass sein Team spielt, um zu gewinnen. Aber nur ein bisschen gewinnen wollen, das reicht nicht. Und das gibt es – zumindest im Playoff – auch gar nicht.

In Absenz von Ideengeber Robert Nilsson müssten sich eigentlich andere erheben. Aber was hat ein Inti Pestoni bisher gezeigt, was ein Ronalds Kenins?

Wenn von ihnen heute nicht mehr kommt, ists vorbei für die ZSC Lions. Dann wäre auch das dritte Saisonziel verpasst.

Aber es gibt ja doch noch eine Zahl, die für die Zürcher spricht: Wallson ist als Trainer noch mit keiner Mannschaft in den Viertelfinals gescheitert.

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