Eishockey

Vauclairs gelungene Rückkehr

Die ZSC Lions sind in Rücklage. Sie verloren Spiel 5 im Hallenstadion gegen Lugano 1:2 und könnten am Donnerstag ausscheiden.

Tohuwabohu:  Spielerauflauf in den Schlusssekunden vor dem Lugano-Tor. Doch der Ausgleich wollte für den ZSC nicht mehr fallen.

Tohuwabohu: Spielerauflauf in den Schlusssekunden vor dem Lugano-Tor. Doch der Ausgleich wollte für den ZSC nicht mehr fallen.

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Jetzt ist es also doch geschehen: Die ZSC Lions verloren im Viertelfinal zum ersten Mal ein Heimspiel. Und das brachte den Gegner in Vorteil und in grosse Erwartungshaltung. Der HC Lugano benötigt nach diesem 2:1 in der Halle der Zürcher «nur» noch einen Heimsieg. Den kann er am Donnerstag schaffen.Doch die ZSC Lions sind in dieser Saison auswärts stärker als zu Hause. Sie haben die Gewissheit, dass sie auch in der Resega gewinnen können. Und man hat den Eindruck, dass sie auch an das glauben, was sie sagen: «Wir kommen am Samstag ins Hallenstadion zurück», verspricht Reto Schäppi. «Es wird in Lugano sehr schwer für uns. Aber es wird auch sehr schwer für Lugano.»

Es gebe genügend Spieler in den Reihen des ZSC, die mit solchen Situationen umgehen können, denkt Schäppi. «Wir müssen effizienter werden, weniger Strafen nehmen und die Goals erarbeiten, erkrampfen und erzwingen.»

Sie waren gestern eigentlich auf dem guten Weg, aber als es schien, dass sie auf die Zielgerade eingebogen waren, holte Lugano noch auf. Und dabei spielte vor allem ein Rückkehrer eine grosse Rolle.

Nicht derjenige der Zürcher. Sie konnten erstmals seit dem 14. Februar wieder auf Center Mattias Sjögren zählen. Das brachte ihnen im physischen Bereich immerhin ein kleines Plus gegenüber den letzten Partien. Bei den Tessinern durften Maxim Lapierre und Julien Vauclair nach verbüssten Sperren wieder mittun. Mit bösen Folgen für den ZSC.

Denn Julien Vauclair, der im Oktober 38 Jahre alt wird, schoss für Lugano die Treffer vom 0:1 zum 2:1. Nach 34 Minuten war der Jurassier wie gewohnt als vierter Stürmer unterwegs. Phil Baltisberger stand gleich zweimal mit Fehlentscheidungen Pate, Luganos Patrick Zackrisson durfte sich zweimal versuchen, Vauclair schob dann den zweiten Abpraller über die Linie. Den Helm hatte er nicht mehr auf, als er jubelte. Und dann schoss er im einzigen Lugano-Überzahlspiel des letzten Abschnitts das 2:1 aus guter Distanz. Nachher brachte Zürich nicht mehr allzu viel zustande. Bis zum Schluss blieb die lebendige Mauer, die Lugano vor Goalie Merzlikins aufbaute, unüberwindbar.

Die Tessiner Mauer begleitet diese Viertelfinalserie, prägt sie sogar. Der fünfte Match ähnelte in vielen Dingen dem dritten Spiel, das die Zürcher letzte Woche 1:0 gewonnen hatten. Lugano verteidigte sich extrem engagiert und zeigte sich reaktionsschnell im Umschalten. Hatten die Tessiner einmal die Scheibe gewonnen, ging es sofort vorwärts.

Nur Wick traf

Die Zürcher versuchten, diesen Eishockey-Beton mit ihren Schüssen von der blauen Linie zu durchbrechen. Sehr oft provozierten die Distanzschüsse bei Goalie Elvis Merzlikins Abpraller, aber meistens waren die Tessiner Verteidiger vor den Zürcher Stürmern am Puck. Nur einmal, als die Lions Powerplay spielen konnten, klappte es. Patrick Gee­ring schoss, Verteidiger Ronchetti brachte die Scheibe nur auf den Stock von Roman Wick – der traf zur Führung (23.).

Dieses 1:0 und die folgenden drei Strafen gegen sie brachte die Zürcher irgendwie und erstaunlicherweise vom Kurs ab. Sie überstanden die Unterzahlsituationen jeweils sehr gut, garnierten sie sogar mit der einen oder andern Konterchance. Doch als sie wieder vollzählig waren, vergassen sie, vorwärts zu spielen.

Und als sie im letzten Abschnitt drei Powerplaygelegenheiten erhielten, waren sie kein zweites Mal mehr in der Lage, eine Lücke zu erzwingen.

Genau in solchen Momenten vermisst man auf ZSC-Seite natürlich Robert Nilsson. Er wird nicht zurückkehren. Aber es gäbe den einen oder andern im Team, der eigentlich die Chance nützen müsste, sich zu präsentieren. Aber Inti Pestoni oder Ronalds Kenins etwa blieben auch gestern vieles schuldig.

Ganz im Gegensatz zu Niklas Schlegel, der zum dritten Mal in Folge im Tor stand. Er war erneut stark.

Erstellt: 14.03.2017, 23:04 Uhr

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