Rapperswil-Jona

Und wieder jubelt Melvin

Das Ostschweizer NLB-Derby zwischen den SCRJ Lakers und Thurgau war auch das Duell der Goalie-Brüder Melvin und Dominic Nyffeler: Der jüngere ging als Sieger vom Eis.

Des einen Freud ist der anderen Leid: Der 20-jährige Melvin Nyffeler behielt mit den SCRJ Lakers im Duell gegen seinen bei Hockey Thurgau im Tor stehenden, zwei Jahre älteren Bruder Dominic die Oberhand.

Des einen Freud ist der anderen Leid: Der 20-jährige Melvin Nyffeler behielt mit den SCRJ Lakers im Duell gegen seinen bei Hockey Thurgau im Tor stehenden, zwei Jahre älteren Bruder Dominic die Oberhand. Bild: Patrick Gutenberg

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Am 27. Januar 2013, im ersten Direktduell mit seinem Bruder Dominic, konnte Melvin Nyffeler einen 5:1-Erfolg «seiner» GCK Lions in Basel bejubeln. Am vergangenen Dienstagabend feierte er mit den SCRJ Lakers einen 3:1-Heimsieg über Thurgau. In der familieninternen Bilanz führt der 20-Jährige gegen seinen um zwei Jahre älteren Bruder also 2:0. «Nicht unbedingt», wirft Melvin ein und begründet: «Bei der Premiere wurde Dominic erst beim Stand von 1:3 eingewechselt. Da war die Partie schon entschieden.»

Über den jüngsten Erfolg freut sich der Lakers-Keeper, hält aber fest: «Auch Dominic kann stolz auf sich sein. Er spielte sehr stark, hielt die Thurgauer mit seinen Paraden lange im Spiel.» Mit 41 Schüssen wurde der Gästegoalie eingedeckt, drei davon musste er passieren lassen. «Er braucht sich jedoch keinen Vorwurf zu machen. Alle drei Treffer fielen in Überzahl und waren schön herausgespielt respektive beim 2:1 der Schuss entscheidend abgelenkt worden», nimmt Melvin seinen grossen Bruder in Schutz.

Andere Sichtweise

Obwohl auch der einzige Treffer der Thurgauer unhaltbar war, konnte sich Dominic Nyffeler einen kleinen Seitenhieb Richtung seines jüngeren Bruders nicht verkneifen: «Zweimal hattest du Glück!» Tatsächlich wäre Melvin beim Pfostenschuss von Kevin Rohner (26./beim Stand von 1:0) und Lattenknaller des Amerikaners Derek Damon (36./2:1) geschlagen gewesen. Er bejaht: «Etwas Glück brauchts immer.»

Apropos Fortüne. Mit «Glück gehabt» kommentiere er innerlich oft Paraden des gegnerischen Goalies, fährt Melvin Nyffeler fort. Wenn der eigene Bruder gegenüberstehe, sei die Sichtweise aber eine ganz andere. Da seien eher Ausdrücke wie «Wow» oder «Chapeau» aufgeblitzt. «Grundsätzlich versuchte ich aber möglichst auszublenden, dass mir mein Bruder gegenübersteht und die halbe Verwandtschaft auf der Tribüne sitzt», sagt Melvin. Letztlich ging es ja um den Sport, ums Gewinnen. Und dar­um hoffte er natürlich auch, dass seine Vorderleute skoren.

Mutter litt am meisten

Fast noch spezieller und ganz sicher nervenaufreibender als für die beiden Antipoden auf dem Eis war die Partie am Dienstagabend für die Mutter der Nyffeler-Brüder. «Sie ist immer sehr nervös und fiebert extrem mit, wenn wir spielen. Nun musste sie gleich doppelt leiden – und das an ihrem Geburtstag», schildert Melvin schmunzelnd.

Nach Spielschluss hätten sie noch kurz überlegt, alle zusammen essen zu gehen, «doch es war schon spät, und Dominic und ich waren ziemlich geschlaucht».

SCRJ Lakers statt Herisau

Zur Neuauflage des Duells Nyffeler gegen Nyffeler wäre es übrigens auch gekommen, wenn die SCRJ Lakers im Frühjahr den Ligaerhalt geschafft hätten. Denn dann wäre Melvin diese Saison bei Herisau zwischen den Pfosten gestanden, welches als Farmteam der Rosenstädter in der zweithöchsten Spielklasse mitgetan hätte. «Als junger Goalie brauche ich Spielpraxis», erklärt er seinen Entscheid, nach nur einer Saison bei Fribourg im Oberhaus in die NLB zurückzukehren.

Nach sehr starken Leistungen in der Saison zuvor bei den ZSC Lions als Ersatz für den verletzten Lukas Flüeler (11 Spiele, 96% Abwehrquote) hatte sich Melvin Nyffeler bei Gottéron einiges ausgerechnet. Allerdings entschied sich der Klub in der sportlichen Krise dafür, auf den erfahreneren Benjamin Conz zu setzen. So sah sich der Zürcher dazu gezwungen, sich neu zu orientieren. «Ähnliches erlebte ich in den Anfängen bei Kloten. Ich sei zu klein, hiess es damals. Also ging ich zu den ZSC respektive GCK Lions – was, wie sich heute zeigt, sicher ein guter Weg war», befindet der heute 1,78 m grosse Goalie, dem das Eishockey-Virus durch seinen Vater Michael vererbt wurde. Dieser war ebenfalls Goalie, unter anderem beim später mit dem SC Küsnacht zu den heutigen GCK Lions fusionierten Grasshopper Club Zürich in der NLB. «Ich spielte auch sehr gerne Fussball. Doch als es dar­um ging, mich für eine Sportart zu entscheiden, befand meine Mutter, dass Eishockey eine bessere Lebensschule sei», erinnert sich Melvin. Bereut hat er die Wahl bisher nie. ()

Erstellt: 24.09.2015, 10:30 Uhr

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