Eishockey

Unbedeutende Pleite zum Abschluss

Die SCRJ Lakers mussten im letzten Spiel der Regular Season ihre zehnte Niederlage hinnehmen. Beim Tabellenzweiten Langenthal verloren sie 1:3. Dennoch können die Rosenstädter auf eine hervorragende Qualifikation zurückblicken. Sie dominierten und gehen als Topfavorit ins Playoff.

Trotz der finalen Niederlage gegen den HC Langenthal geht der SCRJ als deutlicher Favorit in die Playoffs.

Trotz der finalen Niederlage gegen den HC Langenthal geht der SCRJ als deutlicher Favorit in die Playoffs. Bild: Archiv Tom Oswald

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Das Resultat spiele für ihn diesmal nicht die entscheidende ­Rolle, betonte SCRJ-Trainer Jeff Tomlinson nach der zweiten Pleite gegen Langenthal im vierten Saisonduell. Wichtig sei ihm gewesen, dass seine Spieler seinen Plan umsetzten. «Es ging darum, so zu spielen, wie wir es ab kommendem Sonntag im Playoff-Viertelfinal gegen die EVZ Academy tun müssen. Körperbetont, gut organisiert, bissig.» Dies habe er über weite Strecken zu sehen bekommen. Deshalb ärgere ihn diese Niederlage nicht allzu sehr.

Ein Punkt müsse aber nochmals in aller Deutlichkeit angesprochen werden: «Wir nahmen zu viele Strafen. Und zwar nicht zum ersten Mal in den letzten paar Spielen. Diesbezüglich müssen wir uns bessern.»

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Partie lange auf der Kippe

Fünf Ausschlüsse leisteten sich die Rosenstädter diesmal. Und gleich den ersten nutzte das Heimteam durch Topskorer Brent Kelly zum Führungstreffer (11.). Auch das 1:1 durch SCRJ-Verteidiger Cyrill Geyer kam in Überzahl zustande (31.).

Im Anschluss hätte die Partie genausogut auf die Seite der Lakers kippen können. Die Chancen waren da, ebenso in der Schlussphase, um eine Verlängerungzu erzwingen. Doch Langenthals Marco Mathis wusste dies zu verhindern, parierte stark. Genauso wie einmal mehr auch sein Gegenüber Melvin Nyffeler.Den SCRJ-Goalie traf auch beim 2:1 der Gastgeber durch Stefan ­Rüegsegger, einen 19-jährigen Elite-Junior der SCL Tigers, keine Schuld. Und als Stefan Tschannen 25 Sekunden vor Schluss das 3:1 markierte, hatte Nyffeler sein Gehäuse längst zugunsten eines sechsten Feldspielers verlassen.

Auf den Spuren der Tigers

Mit dem dritten Sieg gegen Langenthal im vierten Direktvergleich der laufenden Saison sendeten die Lakers zum Abschluss der Qualifikationsphase nochmals ein klares Signal Richtung Konkurrenz. Sie sind so gut wie nie seit dem Abstieg aus dem Oberhaus im Frühjahr 2015 (siehe Statistik-Box) und wild entschlossen, sich erstmals den Meistertitel in der Swiss League und danach auch den Aufstieg zu sichern.

«Haben einen guten Job gemacht.»
Jeff Tomlinson

Mit ihrer Dominanz in der laufenden Meisterschaft erinnern die St. Galler stark an die SCL ­Tigers der Saison 2014/15, denen als letztem Team der Aufstieg geglückt ist. Auf dem Weg ins Oberhaus hatten die Emmentaler die Konkurrenz in der Qualifikation um 23 Zähler und mehr distanziert und waren danach mit einer Bilanz von 16:3 Siegen durchmarschiert. Die Lakers, die in 46 Runden (2 weniger als in der Saison 2014/15) 16 Zähler zwischen sich und ihren ersten Verfolger Langenthal legten, wollen es ihnen heuer gleichtun.

Ausserordentlich konstant

«Wir haben bisher einen guten Job gemacht», zeigt sich Tomlinson nach seiner dritten Qualifikation als SCRJ-Trainer zufrieden. Doch der Weg sei noch weit. Erist jedoch deutlich optimistischer als beispielsweise vor einem Jahr. Damals habe sein Team eine durchzogene Regular Season gespielt und habe erst im Playoff wirklich funktioniert.

Die Spieler würden sich zu schnell zufriedengeben, hatte Tomlinson damals nach der Qualifikation kritisiert. Dass dies nun nicht mehr der Fall ist, dafür steht einerseits der Cup-Wettbewerb als Beweis, in dem sich die St. Galler Runde für Runde in Topform präsentierten und letztlich sogar den HC Davos im Final bodigten, andererseits die Konstanz inder Meisterschaft. Obwohl sie an der Spitze früh ein beträchtliches Polster aufwiesen, zogen die Rosenstädter «ihr Ding» weiter durch. So verloren sie nie zwei Partien hintereinander und blieben insgesamt lediglich siebenmal ohne Punkt.

Das Produkt gezielter Arbeit

Es sei eine Reihe von Gründen, die zu dieser Dominanz geführt hätte, erklärt Tomlinson. Erstens seien seine Spieler professioneller geworden. «Sie haben gelernt, mit Erfolg umzugehen, und sind mental stärker.» Er sehe nun Winnertypen in der Garderobe. Zweitens wirke sich das breitere Kader po­sitiv aus. Es könne sich niemand mehr zurücklehnen. Und das Tolle: Spieler wie Gurtner oder Büsser, die zwischenzeitlich in tiefere Ligen versetzt wurden, haderten nicht, sondern arbeiteten hart an sich und kehrten gestärkt zurück. «Unser Konzept, unsere gezielte Arbeit in allen Bereichen zahlt sich immer mehr aus», stellt Tomlinson erfreut fest – fügt dann aber gleich an: «Die Basis stimmt, und das positive Gefühl nehmen wir ins Playoff mit, aber ansonsten ­beginnt jetzt alles wieder bei null. Das Ziel ist noch längst nicht erreicht, der Weg fängt erst jetztso richtig an. Aber wir sind bereit, ihn bis zum Ende zu gehen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.02.2018, 10:51 Uhr

Swiss League

Langenthal - SCRJ Lakers 3:1 (1:0, 0:1, 2:0)

Schoren. 2849 Zuschauer. SR Kämpfer/Prugger, Abegglen/Kehrli. – Tore: 11. Kelly (Rytz/Ausschluss Schmuckli) 1:0. 31. Geyer (Brem/Ausschluss Cadonau) 1:1. 51. Rüegsegger (Cadonau) 2:1. 60. (59:35) Tschannen 3:1 (ins leere Tor). – Strafen: 4×2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 5×2 Minuten gegen Langenthal. – Langenthal: Mathis; Cadonau, Rytz; Völlmin, Ahlstrom; Pienitz, Marti; Christen, Colin Gerber; Kelly, Campbell, Tschannen; Füglister, Malgin, Schommer; Rüegsegger, Dal Pian, Tom Gerber; Trüssel, Hess, Robin Nyffeler. – Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Profico, Geyer; Gurtner, Schmuckli; Büsser, Gähler; Sataric, Maier; Morin, Knelsen, Rizzello; Brem, Lindemann, Casutt; ­Mosimann, Mason, Hüsler; Primeau, Ness, Vogel. – Bemerkungen: Langenthal ohne Dünner (krank), Kummer, Leblanc, Meyer, Pivron (alle verletzt) und Karlsson (überzählig); Rapperswil-Jona Lakers ohne Rochow (verletzt), Aulin, Berger, Frei, Iglesias, Schir und Trudel (alle überzählig). Vor Anpfiff wird der zurücktretende Schiedsrichter Markus Kämpfer für seine Verdienste geehrt. 32. Lattenschuss Maier. 57:55 Time-out Rapperswil-Jona, danach bis 59:35 ohne Torhüter. Schüsse: 29:20 (12:6, 4:9, 13:5).

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