Eishockey

Überheblicher SCRJ feiert Zittersieg

Leader Rapperswil-Jona schlug aus seiner anfänglichen Überlegenheit im Spiel gegen die Ticino Rockets zu wenig Profit und musste am Schluss froh sein, beim Schlusslicht keine Punkte liegen gelassen zu haben.

Eng wurde es gestern bei den Ticino Rockets nicht zuletzt deshalb, weil die Lakers (mit der Nummer 14 Corsin Casutt, rechts daneben Sven Lindemann) zu leichtfertig mit ihren Torchancen umgingen.

Eng wurde es gestern bei den Ticino Rockets nicht zuletzt deshalb, weil die Lakers (mit der Nummer 14 Corsin Casutt, rechts daneben Sven Lindemann) zu leichtfertig mit ihren Torchancen umgingen. Bild: Silvano Umberg

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Sie hätten sich das Leben unnötig selber schwer gemacht, befand Lakers-Headcoach Jeff Tomlinson nach dem knappen 4:3-Erfolg am gestrigen Abend in Biasca. «Der Beginn gefiel mir, wir kamen mit Energie aus der Garderobe. Leider liessen wir zu viele Chancen ungenutzt – weil wir etwas gar arrogant auftraten und es zu schön machen wollten», übte der Deutschkanadier Kritik. Statt 3:0 oder gar 4:0 sei es so zur ersten Pause trotz klarem Schussverhältnis zu ihren Gunsten 1:1 gestanden.

Eine Pausenpredigt habe dann etwas Besserung gebracht, «am Schluss produzierten wir aber zu viele leichtsinnige Fehler und brachten so den Gegner nochmals ins Spiel zurück». Dem 1:1-Ausgleich der Tessiner, welcher Loic Vedova nur 16 Sekunden nach Corsin Casutts Führungstreffer per Konter gelang, ging ein leichtfertiger Scheibenverlust von Routinier Sven Lindemann an der offensiven blauen Linie voraus. Beim 2:2 verpasste es SCRJ-Topskorer Dion Knelsen, der 65 Sekunden zuvor im Powerplay zur erneuten Führung der Rosenstädter getroffen hatte, nach verlorenem Bully seinen Gegenspieler Samuele Guidotti zu neutralisieren, worauf dieser aus kurzer Distanz unter die Latte einnetzte. Und beim 3:4-Anschlusstor von Zaccheo Dotti ging ein schlechtes Backchecking voraus.

So wurde das Spiel in der Schlussphase für den Leader noch zu einer echten Zitterpartie. 57 Sekunden vor der Sirene ersetzten die Rockets ihren Torhüter durch einen sechsten Feldspieler und drückten nochmals vehement. Und gut 30 Sekunden vor Ende hatte Mauro Juri tatsächlich das 4:4 auf dem Stock, als er im Slot zum Abschluss kam. Lakers-Keeper Melvin Nyffeler bewahrte seine Teamkollegen jedoch vor einer Zusatzschicht in der Verlängerung oder gar im Penaltyschiessen.

Vier Treffer innert 192 Sekunden

Zur zweiten Pause hatte es wohl kaum mehr jemand im Stadion für möglich gehalten, dass nochmals solche Spannung aufkommt. Denn elf Sekunden nach dem 2:2 hatte Jared Aulin nach schönem Pass von Knelsen die Gäste ein drittes Mal in Front geschossen, und knapp zwei Minuten später Cédric Hüsler nachgedoppelt (38.).

Nach insgesamt vier Treffern innert 192 Sekunden stand es also 4:2 für den Favoriten. Doch dann liess dieser die Zügel unerklärlicherweise wieder schleifen, «sodass wir am Ende von Glück sprechen müssen, hier keine Punkte abgegeben zu haben», ärgerte sich Tomlinson.

Am Sonntag zuhause gegen Olten

Schwarz malen im Hinblick auf das Heimspiel von morgen Sonntag gegen Olten, welches ein ganz anderes Kaliber als die Rockets darstellt und sich gestern zu Hause mit einem 1:0-Erfolg über La Chaux-de-Fonds vorbei am spielfreien Langenthal auf den zweiten Tabellenrang vorschob und damit zum ersten Verfolger der St. Galler machte, wollte Tomlinson aber nicht. «Ich bin sicher, dass wir da ganz anders auftreten und wieder zu unserer Defensivstärke finden werden. Um zu gewinnen, müssen wir aber auch unsere Chancen viel kaltblütiger verwerten.» (zsz.ch)

Erstellt: 27.10.2017, 23:41 Uhr

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Swiss League

Ticino Rockets – SCRJ Lakers 3:4 (1:1, 1:3, 1:0)
BiascArena, Biasca. 120 Zuschauer. SR Unterfinger, Kehrli/Wolf.
Tore: 12. (11:38) Casutt (Brem) 0:1. 12. (11:54) Vedova (Incir, Chiquet) 1:1. 34. (33:50) Knelsen (Casutt, Aulin/Ausschluss Isacco Dotti) 1:2. 36. (35:05) Guidotti 2:2. 36. (35:16) Aulin (Knelsen, Rizzello) 2:3. 38. (37:02) Hüsler (Mason) 2:4. 58. Zaccheo Dotti (Incir, Juri) 3:4.
Strafen: Je 2×2 Minuten.
Ticino Rockets: Müller; Tosques, Isacco Dotti; Moor, Zaccheo Dotti; Fontana, Pagnamenta; Matewa, Rochat; Incir, Chiquet, Vedova; Spinedi, Guidotti, Zorin; Fritsche, Juri, Abreu; Bionda, Fuchs, Morini.
Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Profico, Berger; Sataric, Maier; Gähler, Büsser; Iglesias, Schmuckli; Rizzello, Knelsen, Aulin; Brem, Lindemann, Casutt; Hügli, Mason, Mosimann; Primeau, Vogel, Hüsler.
Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Frei, Geyer, Gurtner, Schir, Trudel und Zanzi (alle überzählig). 55:59 Time-out Ticino Rockets. 56:48 Time-out Rapperswil-Jona Lakers. Ticino Rockets ab 59:03 ohne Torhüter.
Schüsse: 17:37 (5:14, 5:17, 7:6).

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