Eishockey

Tapfer gekämpft und doch verloren

Ajoie verwertete gestern im NLB-Final gegen aufopfernd kämpfende Rapperswil-Jona Lakers seinen zweiten Matchpuck und feierte den zweiten Titelgewinn nach 1992.

Betrübte Gesichter bei den Lakers nach der entscheidenden vierten Niederlage im NLB-Final. Insgesamt können die St. Galler mit ihrer ersten Saison nach dem Abstieg aber sehr zufrieden sein.

Betrübte Gesichter bei den Lakers nach der entscheidenden vierten Niederlage im NLB-Final. Insgesamt können die St. Galler mit ihrer ersten Saison nach dem Abstieg aber sehr zufrieden sein. Bild: Keystone

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Ein zweites Mal vermochten die Lakers ihren Kopf nicht mehr aus der Schlinge zu ziehen. Mit dem 2:3-Anschlusstreffer in der 55. Minute, erzielt durch Roman Schlagenhauf, brachten sie die Jurassier zwar nochmals arg ins Zittern. Eine Wende wie am Dienstag, als sie sich mit einem späten Doppelschlag in die Verlängerung gerettet und dort schliesslich mit dem 4:3-Siegtreffer ein sechstes Finalspiel erzwungen hatten, gelang aber – nicht zuletzt wegen einer umstrittenen Strafe (die Lakers hatten angeblich zuviele Spieler auf dem Eis) – kein zweites Mal. Stattdessen machten die Gastgeber eine Sekunde vor der Schlusssirene mit einem Schuss ins leere Tor den Sack zu.

Dass der Treffer zum 4:2-Schlussstand (im Spiel und in der Serie) Steven Barras gelang, war bezeichnend. Der 33-jährige Stürmer war die grosse Figur im gestrigen sechsten Finalspiels. Zum 1:0, welches Topskorer Philip-Michael Devos im Nachsetzen erzielte, steuerte er den zweiten Assist bei. Für die weiteren drei Treffer war er dann gleich selbst besorgt – und damit auch dafür, dass er auf dem Höhepunkt abtreten konnte.

Barras hatte bereits früh in der Saison bekannt gegeben, seine Schlittschuhe diesen Frühling an den berühmten Nagel zu hängen. Der Flügelstürmer ist Ajoies Rekordspieler, bestritt gestern seine 760. Partie für die Jurassier, die ihn in Zukunft mit Bestimmtheit schmerzlichst vermissen werden. Barras skorte in seiner langen NLB-Karriere mehr als einen Skorerpunkt pro Spiel.

Lakers steckten nie auf

Die Lakers mussten sich gestern keinen grossen Vorwurf machen. Sie starteten gut, liessen sich vor der grandiosen Stimmung in der Patinoire Voyeboeuf nicht beeindrucken. Mit zunehmender Dauer erkämpften sich die Ajoulots dann aber doch ein leichtes Übergewicht. Nicht zuletzt darum, weil sie ihre Paradelinie mit den beiden Kanadiern Devos und Jonathan Hazen sowie eben Barras Doppeleinsätze leisten liessen.

Das Startdrittel endete torlos – weil die St. Galler direkt vor ihrem Gehäuse sehr konsequent auftraten und sich im Notfall einmal mehr auf einen herausragenden Torhüter zählen konnten. In der Startphase des Mittelabschnitts musste sich Melvin Nyffeler dann allerdings zweimal geschlagen geben.

Die Entscheidung war damit aber noch nicht gefallen. Die Rosenstädter zeigten einmal mehr Moral, bissen sich nochmals hinein und kamen durch Andrew Clark kurz vor Spielmitte zum 1:2-Anschlusstreffer. Anschliessend hatte Rapperswil-Jona seine beste Phase, kamen durch Raphael Kuonen und Cyrill Geyer dem Ausgleich zweimal sehr nahe. Mitten in dieser Druckperiode kam Ajoie dann aber nach einem Konter zum 3:1.

«Bin stolz auf dieses Team»

Dieses Tor schmerzte die Lakers sehr, wie Trainer Jeff Tomlinson hinterher gestand. Sie hätten danach den Glauben nicht verloren und weitergekämpft, «aber irgendwie verloren wir etwas den Fokus, wurden nervös», so der Deutschkanadier, der aber nach Spielschluss aber vor allem lobende Worte für seine Spieler fand: «Ich bin sehr stolz auf dieses Team. In ihm steckt sehr viel Charakter.» (zsz.ch)

Erstellt: 01.04.2016, 23:48 Uhr

Telegramm

NLB, Playoff-Final (best of 7), Spiel 6 (Schlussstand: 4:2):

Ajoie – SCRJ Lakers 4:2 (0:0, 3:1, 1:1)
Voyeboeuf, Pruntrut. 4200 Zuschauer (ausverkauft). SR Müller/Wehrli, Espinoza/Obwegeser. – Tore: 24. Devos (Hazen, Barras) 1:0. 26. Barras (Hauert, Hazen) 2:0. 29. Clark (Aulin) 2:1. 36. Barras (Fey, Hazen) 3:1. 55. Schlagenhauf 3:2. 60. (59:59) Barras (Ausschluss Rizzello/ins leere Tor) 4:2 – Strafen: 1x2 gegen Ajoie, 6x2 gegen Rapperswil-Jona. – Ajoie: Descloux; Rouiller, Hauert; Casserini, Fey; Ryser, Büsser; Simon Barbero, Orlando; Hazen, Devos, Barras; Ramón Diem, Kummer, Horansky; Victor Barbero, Mäder, Tuffet; Staiger, Frossard, Pouilly. – Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Profico, Valentin Lüthi; Blatter, Geyer; Grieder, Sataric; Grossniklaus, Zangger; Aulin, Clark, Rizzello; Hügli, McGregor, Schommer; Kuonen, Schlagenhauf, Schmutz; Schaub, Vogel, Thöny. – Bemerkungen: Ajoie ohne Leonelli, Raffael Lüthi und Mosimann (alle verletzt); Rapperswil-Jona ohne Auriemma, Frei, Högger, Hüsler und Mason (alle verletzt). 17. Pfostenschuss Horansky. 46. Lattenschuss Clark. Rapperswil-Jona ab 59:36 ohne Goalie. Schüsse: 35:31 (12:6, 14:10, 9:15).

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