Eishockey

So kommt es bestimmt nicht gut

Die Schweizer waren im letzten Test vor dem WM-Start hoffnungslos überfordert. Sie hätten gegen diese Kanadier auch höher als 1:4 (1:3, 0:1, 0:0) verlieren können.

Ein unglücklicher Start, aber nachher war Goalie Leonardo Genoni hauptverantwortlich dafür, dass die Schweizer den letzten WM-Test nicht noch deutlicher verloren.

Ein unglücklicher Start, aber nachher war Goalie Leonardo Genoni hauptverantwortlich dafür, dass die Schweizer den letzten WM-Test nicht noch deutlicher verloren. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ein 1:4 ist ein deutliches Resultat. Aber dieses 1:4 der Schweizer gegen Kanada steht als schmeichelhaftes Ergebnis. Denn in Genf waren die Schweizer heillos überfordert. Leonardo Genoni im Tor war mitbeteiligt daran, dass die Kanadier nach sechs Minu­ten schon 2:0 führten, aber er wehrte sich nachher so gut, dass er fast alleine eine noch krassere Niederlage verhinderte.

Nicht alle Gegner an der WM in Paris sind so stark wie die Kanadier. Aber wenn die Schweiz dann so auftritt wie in der WM-Hauptprobe, dann kommt es bestimmt nicht gut. Wieder einmal stand für sie die Offensive im Vordergrund, und das geht auch gegen einen Gegner wie Aufsteiger Slowe­nien nicht gut. Wie die Schweizer sich in der eigenen Zone gegen Kanada verhielten, das muss beim Trainerteam die eine oder andere Sorgenfalte bewirkt haben.

Man könnte ja jetzt anfügen, dass eine misslungene Haupt­probe ein gutes Omen für die ­Premiere sei. Aber es steht da nicht nur der Match von gestern. Denn Patrick Fischers Mannschaft ist in zweien der letzten drei Einsätze naiv aufgetreten: im ersten Match gegen Dänemark, der 4:5 verloren ging, und gestern gegen die Kanadier.

Es ist kaum ihre Schuld, aber Fakt ist: Seit die Spieler der ­Playoff-Finalisten dabei sind, ­haben die Disziplin, die Konzen­tration und die Arbeitseinstellung enorm nachgelassen. Das zeigt sich auch in dieser Zahl von gestern Abend: Das Schussverhältnis lautete 17:41. Eine solche Dominanz einer Mannschaft gibt es nicht, wenn der Gegner seine Aufgaben in der eigenen Zone mit mehr Einsatz zu lösen versucht. Das Chaos, das nicht selten in der Schweizer Zone herrschte, erinnerte teilweise erschreckend an die letzte WM.

Das schlechte Backchecking und mangelhafte Aufteilung führten zum 0:1. Es schien, als ob noch niemand von Chris Lee gehört habe. Der Verteidiger, der ein WM-Neuling sein wird, ist seit Jahren in der KHL einer der besten Schützen. Und wenn man ihm so viel Platz lässt wie die Schweiz, dann nützt er diese Chance. Genoni liess kurz darauf einen Schuss von Couturier passieren; wenig später nützte ­Claude Giroux die zaghafte Ge­gen­wehr der Schweiz. Das Unterzahlspiel war einigermassen in Ordnung, der vierte Gegentreffer der Kanadier hätte aber nicht so einfach möglich sein sollen.

Den einzigen Schweizer Treffer erzielte Pius Suter, der als Erster auf einen Abpraller reagierte. Damit konnte er die 6600 Zuschauer in Genf nur bedingt in bessere Laune versetzen.

Ohne Romy und Baltisberger

Nach diesem ernüchternden ­Auf­tritt gab Coach Patrick ­Fischer sein WM-Team bekannt. Der letzte Match dürfte an seiner Meinung kaum mehr etwas geändert haben. Das Team reist heute nach Paris, wo es sich noch den einen oder anderen Gedanken machen muss über die anste­henden zwei Wochen. Oder die ersten paar Tage mit den weg­weisenden Spielen gegen Slo­wenien (Samstag), Norwegen (Sonntag), Frankreich (Dienstag) und Weissrussland (Mittwoch).

Die Reise nicht mitmachen können die Stürmer Chris Baltisberger und Kevin Romy sowie die Verteidiger Claude-Curdin Paschoud und Dave Sutter. Mit Romy fiel ein Center mit den zweitmeisten Länderspielen im Team aus dem Kader.

Acht Neulinge

In der Pariser Mannschaft stehen nicht weniger als acht WM-Neulinge: Ersatzgoalie Niklas Schlegel, die Verteidiger Ramon Untersander und Joël Genazzi sowie die Stürmer Fabrice Herzog, Vincent Praplan, Denis Malgin, Pius Suter und Tanner Richard.

Noch erstaunlicher ist dieser Fakt: Nur sechs Spieler, die vor einem Jahr in Moskau an der WM eingesetzt wurden, sind auch jetzt wieder dabei: Rafael Diaz (der sich noch enorm steigern muss), Christian Marti, Andres Ambühl, Denis Hollenstein, Reto Schäppi und Gaëtan Haas. Center Haas allerdings war vor einem Jahr in Russland vor allem überzählig. Phi­lippe Furrer spielt erstmals seit 2013 wieder eine WM. (jch)

Erstellt: 03.05.2017, 08:43 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!